Bildungsoffensive – mit Schubkraft in die Zukunft
Qualifizierung von Fach- und Führungskräften für Wirtschaft und Bundeswehr Symposium am 27./28. Januar 2010 im Van der Valk Hotel – Berliner Ring
Die Sicherstellung von Betrieb und Produktion mit geeignetem und gut ausgebildeten Fachpersonal wird aufgrund des demografischen Wandels und dem überproportionalen Ausscheiden von erfahrenem Personal zukünftig eine Herausforderung für Industrie und öffentlichen Dienst sein.
Die Bundeswehr unternimmt derzeit besondere Anstrengungen, die Attraktivität des Dienstes zu verbessern sowie Initiativen zur Qualifizierung ihrer Soldaten und zivilen Mitarbeiter zu ergreifen, um ausscheidenden Zeitsoldaten eine zivilberufliche Perspektive aufzuzeigen.
Unter Moderation unseres Redakteurs „Kultur und Bildung“ des Hardthöhenkurier, Friedrich K. Jeschonnek, wurde am Beispiel luftfahrtechnischer Verwendungen in Wirtschaft und Bundeswehr der spezifische Bedarf, die Bedarfsermittlung und die Bedarfsdeckung durch Referenten vom Materialkommando der Bundeswehr, OTL i.G. Raik Smoll, dem Zentrum für Nachwuchsgewinnung Ost, vertreten durch Oberst Bernd Spiegel, der Lufthansa Technical Training, vertreten durch Oliver Pape, der Eurocopter Training Academy Deutschland mit dem Geschäftsführer Detlef Ehrig, dem Leiter Human Resources der EADS, Marco Wagner und Airbus Deutschland mit Vortrag von Thorsten Behrendt, umfassend beschrieben und von einem engagierten und interessierten Zuhörerkreis in vielfältiger Hinsicht hinterfragt.
Ergänzt wurde dieser Einstieg durch die Darstellung des Projektes Individualausbildung Bundeswehr, Thorsten Hinz von der g.e.b.b. sowie den Perspektiven von Personal mit der Ausbildung an CNCgesteuerten Maschinen durch den Geschäftsführer der DMG Trainings Akademie, Jan Möllenhoff.
Welche Leistungen die Bundeswehr durch den Berufsförderungsdienst hinsichtlich beruflicher Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten – auch im perspektivischen Hinblick auf zivile Unternehmen – bietet, stellte überzeugend die Dezernatsleiterin der Wehrbereichsverwaltung Ost, Irena Frenzel, dar.
Inwieweit Hochschulen die Qualifikation von Personal unterstützen, erläuterten der Präsident der Fachhochschule Wildau Prof. Dr. László Ungvári sowie der Vorstand des Wildau Institute Of Technology, Prof. Dr. Thomas Biermann.
Höhepunkte des Seminars waren die beiden Keynote-Vorträge des Stellvertretenden Abteilungsleiters Personal-Soziales-Zentralangelegenheiten (PSZ), Generalmajor Wolfgang Born zum Qualifizierungskonzept der Bundeswehr einerseits und von Rainer M. Geisler von der Bundesagentur für Arbeit im Hinblick auf die derzeitige Beschäftigungs- und Qualifizierungslage am Beispiel der Regionaldirektion Bayern anderseits.
Ihren Praxisbezug erhielt die Veranstaltung durch den Besuch der Betriebsstätte von Rolls-Royce Deutschland in Berlin–Dahlewitz unter Führung von Brigadegeneral a.D. Bund und eine Orientierung über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Das Ziel, sich über Personalbedarf, -gewinnung, Ausbildung/ Qualifizierung, Perspektiven, Karrieremodelle, den Einfluss lebenslangen Lernens sowie über die Förderung und Personalentwicklung gegenseitig zu informieren sowie auszutauschen, wurde nach Auffassung aller Teilnehmer überzeugend erreicht.
Besondere Beachtung fanden neben den Ausführungen der Keynote Speaker und auch die Anregung, den bisherigen Dialog in Seminarform in eine Kooperation von Wirtschaft, Bildungsträgern, Kammern, Universitäten/Hochschulen und Bundeswehr münden zu lassen. Wie das geschehen könnte, darüber wird nun verstärkt nachzudenken sein. Es wurde am Beispiel der luftfahrtechnischen Industrie und der Waffensystemlogistik der Luftwaffe deutlich, wie wichtig für die Sicherung des Standortes Deutschland nicht nur die Frage der Spitzentechnologie ist, sondern auch die des qualifizierten Personals.
Dass die Herausforderungen der Zukunft erkannt sind, daran engagiert gearbeitet und Bewährtes fortgeschrieben wird, ergab die Bilanz während des Symposiums. Redaktion Hardthöhe-Seminare



