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Delegation des DBwV zu Besuch bei der Wehrbereichsverwaltung Süd

Zu einem Arbeitsgespräch begrüßte der Präsident der WBV Süd, Herr Michael Ehrenfried Brod, eine Delegation des DBwV im Hause der WBV in Stuttgart. Bei der Begrüßung bedankte sich der Landesvorsitzende Süddeutschland, StFw Gerhard Stärk, für die Einladung und die Bereitschaft, dieses Arbeitsgespräch durchzuführen.

Die WBV war mit dem Präsidenten Brod, dem Vizepräsidenten Köhler sowie den jeweiligen Abteilungspräsidenten personell sehr gut aufgestellt. Von Seiten des DBwV nahmen der LV Süddeutschland, StFw Stärk, der Vors. ERH im BV, Hptm a.D. Meyer, sein Stellvertreter, Hptm a.D. Kiesner, sowie der Vors ERH Süddeutschland, StFw a.D. Arens, am Gespräch teil.

Erster Punkt der umfangreichen Tagesordnung war der „Sozialdienst der Bundeswehr“. Abteilungspräsident Reusch berichtete von der Untersuchung der WBV Nord zum Personalberechnungsschlüssel. Wesentliche Erkenntnisse daraus sind:

  • Die Dienstpostenausstattung ist mit den Aufgaben nicht deckungsgleich.
  • Der Sozialdienst ist an der Belastungsgrenze bzw. hat diese bereits überschritten.

 

In der jüngsten Vergangenheit konnte zwar ein kleiner personeller Zuschlag erreicht werden, dies ist aber keine spürbare Entlastung. Er hofft, dass durch das Untersuchungsergebnis der Personalschlüssel spürbar angehoben wird.

Die durch die Auslandseinsätze bedingten steigenden Aufgaben haben deutliche Auswirkungen auf die Sozialarbeit, so Abteilungspräsident Reusch. Der Vorsitzende ERH, Hptm a.D. Rolf Meyer, wies darauf hin, dass diese Tatsache nicht dazu führen darf, dass die „Ehemaligen“ abgekoppelt werden, das gesamte Angebot des Sozialdienstes muss sowohl für die aktiven Angehörigen der Streitkräfte als auch für die Ehemaligen zugänglich sein. Es wäre ein schwerwiegender Fehler, gerade in diesem Bereich Einsparungen vorzunehmen.

Abteilungspräsident Reusch schloss seine Ausführungen mit der Einschätzung, dass der Sozialdienst anscheinend nicht die notwendige Lobby hat. Daher könne der Eindruck entstehen, dass in diesem Bereich keine Verbesserungen erwirkt werden können. Er bat abschließend den DBwV, die durch die WBV für nötig erachtete Verbesserungen im Sozialdienst mitzutragen.

Über die Untersuchung des Sozialwissenschaftliche Instituts der Bundeswehr (SoWi) zum Sozialdienst berichtete Frau Jensen. Ziel dieser Untersuchung ist erstens, die neuen Aufgaben für den Sozialdienst zu erfassen, um sie an den Bedürfnissen der betreuten und zu betreuenden – auch ehemaligen – Bundeswehrangehörigen noch stärker auszurichten, und zweitens, die Grundlagen für ein Qualitätsmanagementsystem des Sozialdienstes zu schaffen. Die Erkenntnisse der Studie sollen in die geplante Neugestaltung des Erlasses „Sozialdienst der Bundeswehr“ einfließen. Bei der Fortsetzung des Gespräches widmete man sich dem Bereich der „Beihilfe“.

Der zuständige Dezernatsleiter, Herr Penkalla, trug seine Erkenntnisse / Erfahrungen vor:

Seit 2004 ist eine jährlich steigende Anzahl von Anträgen zu verzeichnen.

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt bei der WBV Süd bei 9 bis 11 Arbeitstagen. In Ausnahmefällen kann allerdings die Bearbeitung bis zu 15 Arbeitstage dauern.

Eine zusätzliche Belastung erfolgt durch die Bearbeitung von Widersprüchen und Beschwerden. Hier liegt die durchschnittliche Bearbeitungszeit bei 3 Monaten.

Die immer wieder bemängelte Erreichbarkeit der Beihilfebearbeiter wurde durch den Stv Vors ERH, Hptm a.D. Kiesner, angesprochen. Hocherfreut zeigten sich allerdings alle anwesenden Mandatsträger des Verbandes, als Vizepräsident Köhler die Verlängerung der Sprechzeiten zusicherte:

Wir werden die Anrufzeiten bei den Festsetzern um 1 Stunde verlängern! (zukünftig von 09:00 – 11:30 Uhr)

Damit ist ein vom DBwV immer wieder geäußerter Wunsch umgesetzt. Auch eine weitere Forderung zur Qualitätsverbesserung, die Erreichbarkeit per E-Mail, ist durch die WBV Süd bereits realisiert. Über die E-Mail-Adresse www.wbvsuedpa4@bundeswehr.org kann man mit den Beihilfebearbeitern in Verbindung treten. Zusätzlich dazu wird die Einrichtung eines leistungsfähigen Internet-Auftritts geprüft, um die Servicequalität weiter zu verbessern.

In einem weiteren Vortrag berichtete RegDir Walddörfer, (PA 6 „Beschädigtenversorgung“) von der Notwendigkeit der medizinischen Gutachten bei PTBS und den damit verbundenen sozialen Angelegenheiten. Die Sachverhaltsfeststellung gestaltet sich oftmals schwierig, das schädigende Ereignis muss bewiesen werden. Bis zur Anerkennung einer WDB ist eine 6-Monatsfrist einzuhalten, um die Entwicklung der Schädigung beurteilen zu können. Der Umstand, dass Reservisten ihren Antrag auf WDB beim zuständigen Versorgungsamt stellen müssen, sieht er als Nachteil.

Abschließend stellte Präsident Brod die Entwicklung zur neuen Struktur aus Sicht der WBV kurz vor. Er ging dabei auf die möglichen Auflösungen der WBV`n und die damit verbundene Aufstellung von sogen. Kompetenzzentren ein. Entscheidungen hierzu sind allerdings wegen des Ministerwechsels vermutlich erst im Herbst 2011 zu erwarten.

Am Ende des Besuches bedankte sich der Landesvorsitzende Süddeutschland im Namen aller für die Gastfreundschaft und für die zugesagten Serviceverbesserungen. Beide Seiten stellten die Notwendigkeit solcher Besprechungen fest und verabredeten das nächste Gespräch noch für dieses Jahr.

Albrecht Kiesner, Stv. Vors ERH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 28.3.2011


 
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