Sie sind hier:  Jahrgang 2010  » 102010  » Teilstreitkräfte  » Grenzüberschreitende Kameradschaft

Grenzüberschreitende Kameradschaft

Seit 15 Jahren gibt es das 1. Deutsch-Niederländische Korps

Kanzler Helmut Kohl und Premierminister Wim Kok bei der Indienststellung 1995.Größere Abbildung anzeigen
Kanzler Helmut Kohl und Premierminister Wim Kok bei der Indienststellung 1995.

Das 1. Deutsch-Niederländische Korps in Münster feiert das 15-jährige Bestehen. „Vor 15 Jahren haben sich beide Nationen überlegt, ihre jeweils ersten Korps zusammenzuführen“, sagte der Kommandeur, Generalleutnant Ton van Loon, beim traditionellen Korpsbiwak in Münster.

Bei der feierlichen Indienststellung des Korps am 30.August 1995 waren der niederländische Premierminister Wim Kok und Bundeskanzler Helmut Kohl dabei. Es war ein historischer Tag: 50 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernimmt das 1. Deutsch-Niederländische Korps Aufgaben im Rahmen der gemeinsamen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Aus dem binationalen Korps wurde ein multinationales: Zurzeit arbeiten Soldaten aus zwölf Nationen im Korps, das sich zu einem schnell verlegbaren Hauptquartier der NATO entwickelt hat. In den Jahren 2003 und 2009 war das Deutsch-Niederländische Korps im ISAF-Hauptquartier in Afghanistan eingesetzt.

Seit 2010 konzentriert sich das Korps wieder auf die Vorbereitung von Einsätzen als High Readiness Force Headquarters. Damit trägt das Korps zur ständigen Verbesserung der Fähigkeiten der NATO bei, sich den weltweiten Sicherheitsherausforderungen und den Bedrohungen der Stabilität zu stellen. Mit einer weiteren Vertiefung der militärischen Integration auf deutsch-niederländischer, auf NATO- und auf EU-Ebene wird das 1. Deutsch-Niederländische Korps auch in Zukunft an der Spitze dieses Transformationsprozesses stehen.

Besondere Herausforderungen für die Angehörigen des Korps bringt in Zukunft die Verwirklichung der „Corps Vision“ mit sich. „Meine Mutter hat zu mir immer gesagt: Wenn du die Welt verändern willst, musst du erst mal bei dir selbst anfangen“, sagte Generalleutnant Ton van Loon. Daher legt der Kommandeur großen Wert auf den neuen Denkprozess, der im Korps Einzug erhalten soll. Die Vision zielt auf die Überwindung von Krisen und Konflikten durch einen umfassenden und nachhaltigen Ansatz.

In den kommenden Jahren sollen die Stabs-angehörigen diese Überlegungen verinnerlichen und Teil der Korpskultur werden lassen. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass Einsätze künftig nur durch die enge Zusammenarbeit mit zivilen staatlichen Stellen und Nichtregierungsorganisationen zu bewältigen sind. Auch da kommt der lateinische Leitspruch „Communitate Valemus“ (Gemeinsam sind wir stark) zum Tragen, der sich auf dem Barett- und Verbandsabzeichen der Soldaten findet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 27.9.2010


 
Server: CN=dsfra02/OU=server/O=DBWV/C=DE