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Traditionspflege nach Standortauflösung

Northeim ist ein Beispiel für gute Zusammenarbeit

Bürgermeister Harald Kühle (l.) und Kameradenkreis-Gründer Lothar Mandry.Größere Abbildung anzeigen
Bürgermeister Harald Kühle (l.) und Kameradenkreis-Gründer Lothar Mandry.

Northeim. In den kommenden Monaten werden im Rahmen der Umstrukturierungen der Bundeswehr zahlreiche Entscheidungen getroffen werden. Die Schließung vieler Standorte ist auf Grund der Reduzierung des Personalumfanges unabwendbar. Somit stellt sich besonders in kleineren Garnisonstädten die Frage: Wie halten wir es mit der Traditionspflege nach der Auflösung? Ein Beispiel, das Schule machen könnte, soll an Hand der Erfahrungen und Abläufe beschrieben werden, die die Bürger Northeims gemacht haben. Sie können jenen Anregungen und Hilfestellungen sein, die die Militärtradition an ihrem Standort bewahren möchten.

In einer Gesprächsrunde, die Oberstabsfeldwebel a.D. Armin Komander, Vorsitzender ERH im Landesverband, eingeladen hatte, trafen sich Bürgermeister Harald Kühle, sein Stellvertreter, Oberstleutnant d.R. Jörg Dodenhöft, Vorstandsmitglieder der Kameradschaft ERH Northeim, sowie Stabsfeldwebel a.D. Lothar Mandry. Der hatte unter der Überschrift „Standort aufgelöst – Kameradschaft bleibt“ im März 1993 den „Kameradenkreis der ehemaligen Garnison Northeim“ gegründet. Mit großer Unterstützung der Stadt – nicht nur ideell – erreichten die 65 Mitglieder, dass viele wertvolle Exponate in Northeim blieben oder zurückgeholt wurden und in entsprechenden Räumen der Stadt ausgestellt werden. Nach Gründung der KERH 1997 mit 250 Mitgliedern wird die gute Traditionspflege gemeinsam fortgesetzt.

Die Stadt hat im Rathaus, das in einem ehemaligen Block der völlig neu gestalteten Kasernenanlage entstanden ist, dem Kameradenkreis gegen ein geringes Entgelt ausreichende und gut geeignete Räume zur Verfügung gestellt. Die Traditionspflege in Northeim ist auf einem guten Weg.

Aus dieser Erfahrung heraus sind folgende Punkte bei der Umsetzung zu beachten: Erste Maßnahmen sind sofort nach Bekanntwerden der geplanten Auflösung des Standortes einzuleiten. Unter Einbeziehung der Stadtverwaltung – mit der bereits gutes Einvernehmen herrschen sollte – muss zu einer Gründungsversammlung mit engagierten Soldaten, aktiven und ehemaligen, aufgerufen werden. In allen Standorten hat sich inzwischen eine KERH etabliert, und sie kann die treibende Kraft sein. Man sollte den Personenkreis erfassen, der für diese Aufgaben zusätzlich noch mit einbezogen werden könnte (etwa Schützenvereine). Zu prüfen ist auch, ob sich vorhandene Einrichtungen nutzen lassen. Wichtig ist die Bestandsaufnahme der Ausstellungsstücke – Urkunden, Geräte, Uniformen –, die erfasst und gezeigt werden sollen. Der Kommandeur vor Ort, aber auch das Bundeswehrdienstleistungszentrum sollte mit einbezogen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung am 29.3.2011


 
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