16.03.2016

GVPA-Tagung in Berlin: Häkchen, Baustellen und Licht

Berlin. Es ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen: Lange war Oberstleutnant André Wüstner, der Bundesvorsitzende des DBwV, selbst Sprecher des GVPA. Und wie jedes Jahr besuchte er die diesjährige „Informationsveranstaltung der Bundesministerin der Verteidigung für den Gesamtvertrauenspersonenausschuss sowie Sprecherinnen und Sprecher von Versammlungen von Vertrauenspersonen“. Rund 100 Vertreter aus der Truppe waren zu dem dreitägigen Treffen nach Berlin gereist. Der Bundesvorsitzende wurde begleitet vom DBwV-Abteilungsleiter Politik, Fritz von Korff.

Wüstner schätzt den direkten, unkomplizierten Austausch mit den Kameradinnen und Kameraden über die Rahmenbedingungen des Dienstes. „Natürlich fällt das leicht, denn viele Vertrauenspersonen und Personalräte wirken gleichzeitig im Rahmen unserer Basisorganisation. Man kennt und vertraut einander, bewertet Unzulänglichkeiten und entwickelt verbandspolitische Lösungsansätze", so der Bundesvorsitzende.

Die Vertrauenspersonen ihrerseits sprachen offen, stellten Fragen und machten kritische Anmerkungen gegenüber den Themenverantwortlichen des BMVg. „Bestimmte Problemstellungen beschreiben wir seit Jahren, selbst der Beauftragte für Ausbildung und Erziehung des Generalinspekteurs, General Richter, bestätigte dieses Bild, der DBwV sowieso – warum tut sich dennoch nichts?", war eine der vielen Fragen aus dem Gremium. Ob Personalmanagement, marode Infrastruktur, Umsetzung der Arbeitszeitverordnung oder Betreuung und Fürsorge, alle „heißen“ Themen wurden heftig diskutiert. „Und auch die Erweiterung des Missionsmodells um den Begriff Einsatz braucht eine Beschleunigung durch Sie, Herr Staatssekretär. Und da würde ein Impuls oder ein Häkchen von Ihnen schon beschleunigen", so ein Oberstabsfeldwebel im Plenum. "Wenn ich mit Häkchen vernünftig beschleunigen kann, dann will ich das gerne tun. Ich vermute aber, dass derart komplexe Themen durch reine Beschleunigung nicht zielorientiert vorangebracht werden können", antwortete Staatssekretär Gerd Hoofe schmunzelnd.

Gleich, was wann und auf welche Weise beschleunigt wird, so mancher Beitrag auf dieser Tagung wird sicher dazu beitragen, einzelne Knoten im ministeriellen Betrieb zu lösen. So war es jedes Jahr, und so wird es auch künftig bleiben.

„Den Vertrauenspersonen und Personalräten kann man für ihre Offenheit, das mutige Vortragen von Problemen im Dienstalltag oder auch das Aufzeigen von Lösungsansätzen aus der Truppe nur danken. Das wäre so in anderen Armeen undenkbar und zeigt den Markenkern der Inneren Führung - miteinander reden“, so André Wüstner.