Außenminister Heiko Maas besucht Afghanistan vor dem Nato-Truppenabzug. Grund für den Besuch sind politische Gespräche über die weitere Unterstützung Afghanistans nach dem Nato-Truppenabzug sowie ein Besuch der Bundeswehrsoldatinnen und Soldatem im Camp Marmal. Foto: picture alliance/dpa | Michael Fischer

Außenminister Heiko Maas besucht Afghanistan vor dem Nato-Truppenabzug. Grund für den Besuch sind politische Gespräche über die weitere Unterstützung Afghanistans nach dem Nato-Truppenabzug sowie ein Besuch der Bundeswehrsoldatinnen und Soldatem im Camp Marmal. Foto: picture alliance/dpa | Michael Fischer

29.04.2021
ssc, mit Material der dpa

Maas dankt deutschen Soldaten für Einsatz in Afghanistan

Nach fast zwanzig Jahren am Hindukusch laufen die Vorbereitungen für den Truppenabzug auf Hochtouren. Außenminister Maas macht sich vor Ort ein Bild von der Lage.
 
Kabul: Bundesaußenminister Heiko Maas hat bei seinem Afghanistan-Besuch den fast 20-jährigen Einsatz der Bundeswehr gewürdigt. „Hier ist vieles erreicht worden. Und das hat auch etwas damit zu tun, dass die deutsche Bundeswehr dafür gesorgt hat, dass es hier mehr Sicherheit gibt“, sagte Maas am Donnerstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul und via Twitter. „Und dafür will ich den Soldatinnen und Soldaten meinen Dank aussprechen.“

Als Erfolge der letzten 20 Jahre nannte Maas die Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung, den Bau von Schulen für Mädchen und die Verbesserung der Frauenrechte insgesamt. Was in den vergangenen 20 Jahren auch dank der internationalen Truppen aufgebaut worden sei, habe das Land „weit vorangebracht“. Auch die aufständischen Taliban können kein Interesse daran haben, das Land wieder im Chaos versinken zu lassen.

Maas besucht Afghanistan nur zwei Tage vor dem offiziellen Beginn des Nato-Truppenabzugs aus Afghanistan. Sein Besuch im Bundeswehrcamp in Masar-i-Scharif im Norden des Landes wird unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Zuvor nahm sich der Bundesaußenminister die Zeit, Afghanistan in der Hauptstadt Kabul weitere Unterstützung für die Zeit nach dem Nato-Truppenabzug zuzusagen. „Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner an der Seite der Menschen in Afghanistan“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach seiner Ankunft. Der Militäreinsatz ende zwar bald, auf allen anderen Ebenen werde das Engagement aber fortgesetzt. „Eine gute und sichere Perspektive für die Afghaninnen und Afghanen zu schaffen, ist in unserem europäischen Interesse. Einen Rückfall in alte Zeiten wollen wir unbedingt verhindern.“

Der Außenminister sicherte auch weitere zivile Hilfe zu. Dafür hat Deutschland für das laufende Jahr 430 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für die nächsten Jahre bis 2024 wurde die gleiche Summe in Aussicht gestellt. Allerdings will die Bundesregierung die Zahlungen von der weiteren Entwicklung des Friedensprozesses und auch von anderen Faktoren wie der Menschenrechtslage im Land abhängig machen.

Die Nato hatte vor zwei Wochen entschieden, nach fast 20 Jahren die rund 10 000 noch in Afghanistan verbliebenen Soldaten nach Hause zu holen. Als offizieller Starttermin des Abzugs gilt der 1. Mai. Die Vorbereitungen auf den einzelnen Stützpunkten laufen aber bereits auf Hochtouren (lesen Sie dazu auch den Bericht des DBwV). Deutschland stellt nach den USA das zweitgrößte Kontingent der Nato-Truppe. Von den 1100 deutschen Soldaten sind etwa 100 in Kabul und rund 1000 nahe der nordafghanischen Metropole Masar-i-Scharif stationiert. Das dortige Camp Marmal ist der größte Bundeswehr-Stützpunkt außerhalb Deutschlands.

Spätestens Mitte August soll der letzte deutsche Soldat das Camp verlassen haben. Damit wird nach fast 20 Jahren der verlustreichste und teuerste Auslandseinsatz in der Geschichte der Bundeswehr enden. 59 deutsche Soldaten verloren in Afghanistan ihr Leben, 35 bei Anschlägen oder in Gefechten.

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