Am 24. April 2010, neun Tage nach den Gefechten bei Baghlan, wurde mit einer Trauerzeremonie in Ingolstadt Abschied von den vier gefallenen deutschen Soldaten genommen. Foto: picture alliance / dpa / Karl Josef Hildenbrand

Am 24. April 2010, neun Tage nach den Gefechten bei Baghlan, wurde mit einer Trauerzeremonie in Ingolstadt Abschied von den vier gefallenen deutschen Soldaten genommen. Foto: picture alliance / dpa / Karl Josef Hildenbrand

15.04.2021
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In Gedenken: Vor elf Jahren fielen Major Jörn Radloff, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki, Stabsunteroffizier Josef Kronawitter und Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer

Der Schock saß tief nach dem Karfreitagsgefecht. Drei Fallschirmjäger der Bundeswehr waren am 2. April 2010 nahe der kleinen Ortschaft Isa Khel im Norden Afghanistans gefallen, acht weitere erlitten zum Teil schwere Verwundungen. Keine zwei Wochen später traf es die Bundeswehr erneut hart: In der Nähe der Stadt Baghlan fielen am 15. April vier weitere Soldaten. Der April 2010 war die schlimmste Phase für die Bundeswehr in mittlerweile fast 20 Jahren Einsatz in Afghanistan.

Im Distrikt Baghlan-e-Jadid lief zu dem Zeitpunkt die Operation „Taohid“. Soldaten aus Deutschland, Belgien, Schweden und Kroatien waren gemeinsam mit afghanischen Einheiten im Einsatz, um Taliban und andere Aufständische aus der Gegend zu vertreiben. An einer Brücke, der sogenannten „Dutch Bridge“, geriet eine deutsche Patrouille in einen Hinterhalt.

Major Jörn Radloff, Hauptfeldwebel Marius Dubnicki und Stabsunteroffizier Josef Kronawitter stiegen aus ihrem Fahrzeug, einem gepanzerten Geländewagen „Eagle IV“. In diesem Moment detonierte ein ferngezündeter Raketensprengkopf. Die deutschen Soldaten hatten keine Chance. Es folgten heftige Gefechte.

Und es kam noch schlimmer an diesem Tag: Als ein mobiler Arzttrupp sich auf den Weg zur Anschlagsstelle machte, wurde er mit einer Panzerfaust-Granate beschossen. Oberstabsarzt Dr. Thomas Broer kam ums Leben.

Mit dem Karfreitagsgefecht kurz zuvor hatte in Deutschland ein Umdenken eingesetzt. Mit den Gefallenen von Baghlan konnte schließlich kein politischer Akteur in Berlin mehr leugnen, was in Afghanistan tatsächlich vor sich ging: Krieg.

Die Erinnerung an die Gefallenen zu wahren, ist für den Deutschen BundeswehrVerband von besonders hoher Bedeutung. Zugleich ist es auch ein Appell, die Soldaten, die sich auch heute weltweit in nicht weniger riskanten Einsätzen befinden, zu unterstützen. Auch wenn sich in diesen Tagen ein Ende des Afghanistan-Einsatzes abzeichnet: Vor allem in Richtung Politik muss immer wieder das Signal geschickt werden, dass die Frauen und Männer die bestmögliche Ausbildung und Ausrüstung erhalten, um im Einsatz bestehen zu können. Die Fürsorge, die sie verdienen, hat hierbei einen ebenso hohen Stellenwert.

Der Satz des DBwV-Bundesvorsitzenden Oberstleutnant André Wüstner verliert nichts von seiner Gültigkeit: „Wir vergessen keinen unserer gefallenen Kameraden. Niemals.“

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