Der Große Zapfenstreich ist eine der öffentlichkeitswirksamsten Traditionen der Bundeswehr. Er  ist nicht nur ihr höchstes Zeremoniell, sondern auch ihre höchste Würdigung und geht bis auf die Zeit der Landsknechte zurück Foto: Bundeswehr

Der Große Zapfenstreich ist eine der öffentlichkeitswirksamsten Traditionen der Bundeswehr. Er ist nicht nur ihr höchstes Zeremoniell, sondern auch ihre höchste Würdigung und geht bis auf die Zeit der Landsknechte zurück Foto: Bundeswehr

30.08.2017
jp

Glossar: Die wichtigsten Begriffe zur Traditions-Debatte

Tradition, Brauchtum, Korpsgeist: Wenn es um das Selbstverständnis der Bundeswehr geht, spielen eine Reihe von Begriffen eine Rolle. Doch in der alltäglichen Diskussion verschwimmen diese mitunter – je nach Sicht auf die Streitkräfte. Deshalb gibt es an dieser Stelle zur Versachlichung ein kurzes Glossar zum Thema. 

Tradition


Unter Tradition versteht man die Überlieferung von Werten und Normen. Sie bildet sich in einem Prozess werteorientierter Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Tradition verbindet die Generationen, sichert Identität und schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Tradition ist eine wesentliche Grundlage menschlicher Kultur. Sie setzt Verständnis für historische, politische sowie gesellschaftliche Zusammenhänge voraus.

Brauch


Ein Brauch ist eine innerhalb einer Gemeinschaft entstandene, regelmäßig wiederkehrende, soziale Handlung von Menschen in festen, stark ritualisierten Formen. Bräuche sind Ausdruck der Tradition. Sie dienen ihrer Erhaltung und Weitergabe sowie dem inneren Zusammenhalt der Gruppe. Militärisches Brauchtum äußert sich in überlieferten Verhaltensformen, Sitten und Gepflogenheiten des Truppenalltags, die sich in langer Zeit herausgebildet haben und ausgeübt werden, ohne dass ihr Ursprung sowie ihre Sinngebung immer bekannt sein müssen.

Dazu zählen beispielsweise Gruß und Anrede, Teile des Formaldienstes sowie der Ablauf der militärischen Zeremonien. Nicht jede Einzelheit militärischen Brauchtums, das sich aus früheren Zeiten herleitet, muss demokratisch legitimiert sein. Militärisches Brauchtum darf aber den vom Grundgesetz vorgegebenen Werten und Normen nicht entgegenstehen.

Zeremonie


Eine Zeremonie ist ein nach einem festgelegten Protokoll oder Ritus ablaufender förmlich-feierlicher Akt. In einer Zeremonie finden in der Regel bestimmte Rituale oder vorgegebene Handlungen statt, die oft Symbolcharakter besitzen. Zeremonien können ebenso wie Symbole und Zeichen die inneren Werte der Tradition nicht ersetzen, wohl aber auf sie verweisen sowie ihre zeitgemäße Bewahrung sichern.

Ethos


Ethos ist eine vom Bewusstsein sittlicher Werte geprägte Gesinnung oder Haltung im Sinne der Gesamtheit sittlicher Normen und Maximen, die einer verantwortungsbewussten Einstellung zugrunde liegen. Durch das Ethos wird die Einheit einer bestimmten sozialen Gemeinschaft kon-
stituiert, stabilisiert sowie von anderen Gemeinschaften abgegrenzt.

Geschichte


Unter dem Begriff Geschichte versteht man das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Menschen von den Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart. Geschichte wird bewusst wahrgenommen und unterliegt im Gegensatz zur bloßen Vergangenheit bereits der Bewertung sowie Einordnung. Mit Geschichte ist stets das tatsächliche Geschehen gemeint.

Die Militärgeschichte stellt innerhalb der allgemeinen Geschichtswissenschaft eine Spezialdisziplin dar, die sich den militärischen Gegebenheiten in der ganzen Breite und Abhängigkeit zuwendet. Die Auswahl, Darstellung und Erläuterung militärgeschichtlicher Ereignisse ist stets so objektiv sowie im Sinnzusammenhang so vollständig wie möglich vorzunehmen.

Identität


Der  Begriff Identität beschreibt einerseits die Gleichartigkeit verglichener Objekte sowie andererseits die Einzigartigkeit jeder Persönlichkeit als das, was einen Menschen ausmacht. Als soziale Identität können zwei sich vielfältig gegenseitig beeinflussende Bewegungen verstanden werden. Zum einen die Identifikation mit einer sozialen Gruppe wie der Familie, dem Freundeskreis oder den Kollegen und zum anderen die Definition durch eine Gruppe vermittelt über Werte, Normen, Regeln und Vorschriften.

Korpsgeist


Korpsgeist bezeichnet ursprünglich eine Gemeinschaft von Personen des gleichen Stands. Von Korpsgeist spricht man nach heutiger Definition, wenn eine emotionale Gemeinschaft innerhalb einer objektiv abgrenzbaren Gesellschaftsgruppe entsteht, die nach außen hin einheitlich auftritt und untereinander solidarisch handelt sowie dadurch persönliche Bindungen über das rein gesellschaftliche Maß hinaus fördert.

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