24.07.2020
dpa

Westafrikanische Vermittlungsrunde in Mali endet ohne Ergebnisse

Bamako. Eine Vermittlungsrunde fünf westafrikanischer Staatschefs im Krisenstaat Mali ist in der Nacht zu Freitag ohne erkennbare Erfolge zu Ende gegangen. «Wir wollen einen detaillierten Bericht zu unserer Mission kommenden Montag beim Ecowas-Sondergipfel vorlegen», erklärte Nigers Präsident Mahamadou Issoufou, der dem regionalen Ecowas-Staatenbund vorsitzt. Er erklärte aber, die Rücktrittsforderungen gegen Malis Präsidenten Ibrahim Boubacar Keïta stellten rote Linie dar, die es nicht zu überschreitende gelte.

Die Opposition im Lande fordert den Rücktritt Keïtas, dessen Mandat in drei Jahren endet. Seine Popularität war angesichts von Vorwürfen rund um Korruption und Wahlmanipulationen stark gesunken. Nach gewalttätigen Protesten mit Toten und Verletzten hatten die Staatschefs eine Kompromisslösung auszuloten versucht und dabei auch das Gespräch mit Keïta und dem Anführer der Protestbewegung, Imam Mahmoud Dicko, gesucht. Er führt eine politisch-religiöse Oppositionsgruppierung an und meinte nach dem Treffen, nichts habe sich bewegt. Er wolle lieber als Märtyrer denn als Verräter sterben.

Eine Lösung des Konflikts gilt auch als wichtig für den Kampf gegen islamistische Terrorgruppen im Norden des Landes. In Mali - sowie anderen Ländern der Sahelzone - sind etliche bewaffnete Gruppen aktiv, einige haben den Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida die Treue geschworen. In dem Land sind auch deutsche Soldaten als Teil der UN-Stabilisierungsmission Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali im Einsatz, wegen der Pandemie ruht EUTM Mali aber praktisch. US-Präsident Donald Trump stufte Mali weiterhin als Risikogebiet ein, was der US-Regierung im Bedarfsfall zusätzlichen Handlungsspielraum verschafft. Die Lage stelle nach wie vor außergewöhnliche Gefährdungen für die Sicherheit der USA dar.