Blick durchs Fenster: Runder Tisch zum Thema Cyber-Sicherheit am ersten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz Foto: MSC / Kuhlmann

Blick durchs Fenster: Runder Tisch zum Thema Cyber-Sicherheit am ersten Tag der Münchner Sicherheitskonferenz Foto: MSC / Kuhlmann

16.02.2018
jm/dpa

Auftakt der MSC: Der DBwV ist dabei

München. Der Bayerische Hof brummt seit dem frühen Morgen: Stunden, bevor Botschafter Wolfgang Ischinger die Münchner Sicherheitskonferenz eröffnete, startete der erste Konferenztag mit vielen Side-Events und zahllosen bilateralen Gesprächen.

Wie jedes Jahr ist praktisch die "ganze Welt" zu Gast: Viele Staatsoberhäupter und Regierungschefs, darunter der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, die britische Premierministerin Theresa May, der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, der türkische Ministerpräsident Binali Y?ld?r?m und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben sich angesagt, dazu mehr als 80 Außen- und Verteidigungsminister. Aus den USA sind Verteidigungsminister James Mattis und der Nationale Sicherheitsberater H.R.McMaster gekommen, 

Die geschäftsführende Bundesregierung wird durch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller vertreten.

Seit vielen Jahren ist auch der DBwV dabei, der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner ist als Teilnehmer in München, erhält und gibt Hintergrundinformationen. 

Höhepunkte am Freitag sind die Eröffnungsstatements von Verteidigungsministerin von der Leyen und ihre französischen Kollegin Florence Parly sowie von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

 Hier können Sie die MSC im Livestream verfolgen.

Zum Auftakt der Konferenz warnte Ischinger vor dem Risiko einer militärischen Konfrontation zwischen den USA und Russland. Die Gefahr eines Konflikts sei so hoch wie seit dem Ende der Sowjetunion nicht mehr, sagte der frühere Spitzendiplomat am Freitag im Deutschlandfunk. Das Misstrauen zwischen der Militärführung in Washington und der in Moskau sei „abgrundtief“.

Als einen Grund für die „unglückselige Entwicklung“ nannte Ischinger die neue Rolle der USA unter Präsident Donald Trump. „Immer häufiger, so ist mein Eindruck, wird versucht, nicht nur mit Waffen zu drohen, sondern den Waffeneinsatz tatsächlich zu praktizieren, um eigene Interessen durchzusetzen“, sagte er.

„Es liegt daran, dass eine große Ordnungsmacht, ein Weltpolizist, um es salopp auszudrücken, in der Form, wie wir ihn längere Jahre, vielleicht Jahrzehnte hatten, nicht mehr existiert“, erläuterte Ischinger. „Die USA haben sich doch in sichtbarer Weise von dieser früheren Rolle zurückgezogen, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten.“

Gabriel forderte die Europäer zu einem selbstbewussteren Umgang mit militärischer Macht auf. „In einer Welt voller Fleischfresser haben es Vegetarier schwer“, schrieb er in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Militäreinsätze dürften deswegen für Europa aber kein absolutes Tabu sein.