03.06.2015

Hartmut Waßmer – ein Leben als und für den Staatsbürger in Uniform

Am 22. Mai verstarb kurz nach Vollendung seines 71. Lebensjahres unser Ehrenmitglied Oberstlt a.D. Hartmut Waßmer. Wir trauern um einen Kameraden, der sich durch Charakter, Leistung und Haltung weit über den Deutschen BundeswehrVerband hinaus Respekt und Vertrauen erworben hat.

Hartmut Waßmer gehörte 49 Jahre dem Verband an, davon 28 Jahre in herausragenden Mandaten auf Bundesebene. Seine verbandliche Karriere begann er 1985 als stellvertretender Vorsitzender Heer im Bundesvorstand und übernahm 1991 die Aufgabe des (damals noch) „Verbandsbeauftragten Beteiligungsrechte“.

Die nächsten zehn Jahre bis 2001 machte er zu seiner eigenen Ära in der soldatischen Personalvertretung. Sein unermüdlicher Einsatz für die Beteiligungsrechte war wesentlich mitverantwortlich für die „SBG-Novelle“ 1997, die die soldatische Mitbestimmung auf ein zuvor ungeahntes Niveau hob. Allein in seiner „aktiven“ Amtszeit im HPR bewirkte er, dass sich unsere Stärke in den Gremien mehr als verdoppelte. Dabei erwarb er sich das Vertrauen auch der zivilen Kollegen, so dass er – über 40 Jahre nach Gründung des HPR – 1998 als erster Soldat überhaupt zum HPR-Vorsitzenden gewählt.

Als politisch denkender Staatsbürger in Uniform gründete er 1989 die Arbeitsgemeinschaft DBwV in der CDA, die er 12 Jahre führte und nutzte, um unablässig für die Belange der Menschen in der Bundeswehr zu werben.

Bei seiner Pensionierung übergab er sein ebenso umfangreiches wie ansehnliches politisches Erbe an die von ihm geformte nächste Generation und übernahm im Verband die Aufgabe des Geschäftsführenden Revisors. Gelassen, kameradschaftlich, mit jeder Menge Lebenserfahrung, trockenem Humor und Selbstironie wachte er darüber, dass mit dem Geld der Mitglieder vernünftig gewirtschaftet wurde. Dieses Amt versah er 12 Jahre lang bis zur Hauptversammlung 2013.

Der Verband würdigte seine jahrzehntelange herausragende Arbeit mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. Dabei waren ihm pompöse Ehrungen zuwider; gerade deshalb hat (oder ist) er ein Denkmal – in unseren Herzen und Erinnerungen wird er bleiben.