Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit der Truppenfahne für das neue Kommando Cyber- und Informationsraum. Dem Organisationsbereich sollen etwa 13.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter angehören (Foto: Ina Fassbender/dpa)

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit der Truppenfahne für das neue Kommando Cyber- und Informationsraum. Dem Organisationsbereich sollen etwa 13.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter angehören (Foto: Ina Fassbender/dpa)

05.04.2017
dpa

Pixel statt Panzer: Cyber-Armee der Bundeswehr nimmt Arbeit auf

Eine Armee zu Lande, zu Wasser, in der Luft - und nun auch im Internet. Die Bundeswehr hat ihre neue Cyber-Armee in den Dienst gestellt. Die IT-Soldaten sollen nicht nur Hackerangriffe abwehren.

Berlin/Bonn. Deutschland hat neben Heer, Marine, Luftwaffe, Sanitätsdienst und Streitkräftebasis einen völlig neuen Organisationsbereich: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Cyber- und Informationsraum (CIR) am Mittwoch mit einem feierlichen Appell in Bonn offiziell in den Dienst gestellt. Die IT-Truppe soll nach Ansicht der Ministerin auf dem Schlachtfeld Internet nicht nur Hackerangriffe abwehren, sondern auch zurückschlagen dürfen. „Wenn die Netze der Bundeswehr angegriffen werden, dann dürfen wir uns auch wehren“, sagte die CDU-Politikerin. „Sobald ein Angriff die Funktions- und Einsatzfähigkeit der Streitkräfte gefährdet, dürfen wir uns auch offensiv verteidigen.“

In den Auslandseinsätzen sei die rechtliche Lage da klar. „Hier bestimmen die Bundestagsmandate die Möglichkeiten und auch Grenzen – das gilt selbstverständlich auch für den Cyberraum.“

Ab Sommer sollen rund 13.500 Soldaten und zivile Mitarbeiter der Cyber-Armee angehören. Die neue Einheit steht auf einer Ebene mit Heer, Marine und Luftwaffe. Die Bundeswehr bündelt dabei bereits vorhandene IT-Strukturen. Bis 2021 soll die Cyber-Truppe voll einsatzbereit sein. Generalleutnant Ludwig Leinhos wurde zum ersten Inspekteur der Cyber-Streitkraft ernannt. Er gilt als Experte für elektronische Kampfführung.

Täglich würden die Netze und Waffensysteme der Bundeswehr tausendfach angegriffen, sagte von der Leyen. „Es geht von der einfachen Spionage, Datenklau über Zerstören bis zum Manipulieren und Beeinflussen.“ Cyber-Angriffe auf Staaten und deren kritische Infrastrukturen seien längst keine Fiktion mehr. „Sie sind bittere Realität.“ Die Bundeswehr stelle sich mit der neuen IT-Truppe damit international im Spitzenfeld auf. Nur wenige Staaten wie die USA und Israel hätten ihre Kräfte vergleichbar gebündelt.

Die Cyber-Soldaten sollen die Netze und Waffensysteme der Bundeswehr schützen, aber auch zu Angriffen in der Lage sein. Die Bundeswehr übt bereits seit vielen Jahren Cyber-Attacken in einer kleinen, geheim agierenden Einheit in Rheinbach bei Bonn. Diese Einheit soll jetzt aufgestockt werden. Der offensive Cyberkrieg wirft laut Opposition einige Fragen auf. Denn das Eindringen ins Datennetz eines Gegners müsste – wie Einsätze mit Jets, Schiffen und Panzern auch – vom Bundestag genehmigt werden.

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