Albrecht Kiesner (r.) rief zu gegenseitigen Verständnis auf Foto: DBwV/Bombeke

Albrecht Kiesner (r.) rief zu gegenseitigen Verständnis auf Foto: DBwV/Bombeke

10.11.2016
mkl

ERH fordern für Beihilfe Chipkarte und Abschlagszahlungen

Berlin. Das System der Beihilfe beibehalten, die Leistungen aber einfacher abrechnen: Das sind die Kernforderungen der Zielgruppentagung des Bereichs Ehemalige, Reservisten und Hinterbliebene (ERH) in Berlin. Zwei Tage lang diskutierten Mandatsträger aus allen Landesverbänden unter Moderation des Vorsitzenden ERH, Hauptmann a.D./Stabshauptmann d.R. Albrecht Kiesner, über Ideen zur Reform der Beihilfe.

Gleich zu Beginn lobte der Bundesvorsitzende, Oberstleutnant André Wüstner, das Engagement der Teilnehmer: „Danke, dass es Menschen gibt, die nicht nur Probleme beschreiben, sondern sie auch lösen wollen.“ Der Deutsche BundeswehrVerband fände in der Politik noch immer viel Gehör, „weil wir gute Vorschläge machen“, sagte Wüstner. So entstand am Ende ein Entwurf für einen Leitantrag für die 20. Hauptversammlung im kommenden Jahr, der nun in den Kameradschaften besprochen werden soll.

Abschlagszahlung nach 15 Tagen

Demnach muss die Beihilfe erhalten bleiben und nicht - wie von einigen Parteien gefordert - durch eine Bürgerversicherung abgelöst werden. Das Abrechnungssystem aber soll deutlich vereinfacht werden: Vertragspartner bliebe demnach zwar der Beihilfeberechtigte selbst. Doch mittels elektronischer Verfahren wie einer Chipkarte könnte eine direkte Abrechnung zwischen Ärzten oder Krankenhäusern und der Beihilfestelle ermöglicht werden. Insbesondere für ältere Menschen, die an den teils komplizierten Formularen scheitern, wäre dies eine enorme Erleichterung.

Eine weitere Kernforderung lautet: Wird die zugesicherte Bearbeitungsfrist von 15 Arbeitstagen nicht eingehalten, wird eine Abschlagszahlung von 90 Prozent fällig. Weitere Ideen, die sich in dem Entwurf finden, sind ein Ausbau des Sozialdienstes, vereinfachte Antragsstellung bei Dauermedikation und eine Dauergenehmigung für Fahrtkosten bei chronisch Kranken.

Beihilfe-Leiter wirbt um Verständnis

Dass dies alles nicht so einfach ist, machte Thomas Vogelsang deutlich, der den Bereich Beihilfe beim Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) leitet. Auf ihn prasselten gleich eine Menge unangenehmer Fachfragen ein. Trotzdem warb er um Verständnis: „Unsere Festsetzer haben ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein. Sie wissen, dass es um die Fürsorge von kranken Menschen geht“, sagte er.

Dennoch sitze er ständig zwischen „den Stühlen“: Zwischen dem Bundesrechnungshof, der eine möglichst genaue Prüfung der Rechnungen verlangt; den Ärzten und Krankenhäusern, die auf eine schnelle Bezahlung dringen. Und schließlich den Berechtigten, die eine zügige Bearbeitung fordern.

Kein Wunder, dass der ERH-Vorsitzende Kiesner den Teilnehmern am Ende zurief: „Ich hoffe, es ist deutlich geworden: Das sind die Guten!“ Dem wollte trotz des andauernden Ärgers über die Beihilfe niemand widersprechen.

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