70 Jahre DBwV – Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Besoldung, Versorgung, Laufbahnrecht, Unterkünfte, materielle Ausstattung – alles Probleme der modernen Bundeswehr? Weit gefehlt: Dies waren Fragen, die schon die ersten Soldaten der jungen Bundeswehr beschäftigten – und damit mutige Männer auf den Plan gerufen haben, die Lösungen für die großen Herausforderungen der neuen deutschen Streitkräfte erreichen wollten. Diese mutigen Männer trafen sich am 14. Juli 1956 – es war ein Samstag – in einem eher schmucklosen Wirtschaftsgebäude in der Liegenschaft Munster-Lager. Den Männern rund um den Oberstleutnant Karl-Theodor Molinari, es waren 23 Offiziere, 25 Unteroffiziere und 7 Mannschaften, war vermutlich nicht bewusst, dass sie mit ihrem Treffen den Grundstein für eine einmalige Erfolgsgeschichte legten: Es war die Geburtsstunde des Deutschen BundeswehrVerbandes.
Blickt man auf die eingangs geschilderten Probleme und dann wieder in die Gegenwart, wird klar: Damals brauchte es einen starken Verband mit engagierten Menschen, die ihre Rechte nutzen und eine bessere Bundeswehr schaffen wollten. Und genauso ist es auch heute noch: Die Bundeswehr steht 2026 vor riesigen Herausforderungen, die sich durchaus mit den Herausforderungen der ersten Jahre vergleichen lassen.
Im Gründungsjahr der Bundeswehr 1955 lag der Koreakrieg, der erste heiße Konflikt des Kalten Krieges, nur drei Jahre zurück. Die Angst vor einem starken und aggressiv agierenden Gegner im Osten war groß. Die neuen deutschen Streitkräfte mussten nach dem Untergang des Nazi-Reiches und der vollständigen Vernichtung der Wehrmacht 1945 von Grund auf neu aufgebaut werden. Es gab in Deutschland kein Militär mehr: keine Soldaten, keine Uniformen, keine Ausrüstung, keine Unterkünfte. Die „neue Wehrmacht“, wie die Streitkräfte genannt wurden, bevor sie ihren Namen „Bundeswehr“ erhielten, mussten unter Zeitdruck vollkommen bei null anfangen.
Vor einigen Jahren beschrieb das Gründungsmitglied Arno Taulien (†1989), im Mai 1956 als Hauptmann zum Panzerlehrbataillon nach Munsterlager einberufen, die Herausforderungen der Anfangsjahre: „Der Bundeswehr wurde jedoch nicht ein fertiges Haus geboten, sondern lediglich eine große Halle.“ Diese Halle habe zwar ein Fundament, tragende Säulen und ein festes Dach gehabt, doch in Bezug auf die weitere Ausgestaltung und Ergänzung sei man auch auf Initiative ihrer Bewohner angewiesen gewesen. Taulien zählte auf: Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung, Besoldung – das alles fehlte oder war „mehr als unvollkommen“. Erstaunt stellten die Soldaten fest, dass „die Möglichkeiten der Vorgesetzten zur Behebung dieser Schwierigkeiten oft nicht ausreichten“. Vielen, auch in anderen Dienststellen, sei zu diesem Zeitpunkt in Gesprächen klar geworden, dass die vielen Probleme sich kaum ohne eine Berufsvertretung auch für den Berufsstand der Soldaten würden beheben lassen.
Am 14. Juli 1956 wurde dieser Berufsverband dann gegründet, am Datum des Sturms auf die Bastille im Jahre 1789, wie Taulien anmerkt und damit den revolutionären Charakter dieses Vorgangs beschreibt. Skeptisch reagierte der Kommandeur der Panzertruppenschule. Brigadegeneral Oskar Munzel machte eine dienstliche Meldung, in der er von einem „besonderen Vorkommnis auf dem Gebiet des Inneren Gefüges“ berichtete. Unbemerkt von der Öffentlichkeit geschah all dies nicht: Die Presse berichtete über den Vorfall, auch der „Bild“ waren die Ereignisse im bis dahin kaum bekannten Munster eine Meldung wert.
Zu ihrem ersten Vorsitzenden wählten die 55 „Männer der ersten Stunde“ Karl-Theodor Molinari, zu diesem Zeitpunkt Oberstleutnant. Als 2. und 3. Vorsitzende im zunächst geschäftsführenden Vorstand standen ihm Oberfeldwebel Robert Bathke und Obergefreiter Erhard Schrimi zur Seite – womit klar war, dass der gerade gegründete Berufsverband Soldaten aller Dienstgradgruppen eine Heimat bieten sollte.
Da die politische Musik in Bonn spielte, verlagerte der DBwV im Oktober 1956 zunächst einen Teil seiner Geschäftsstelle von Munster in die Hauptstadt am Rhein, wo Räumlichkeiten angemietet wurden. Bereits im Dezember 1956 erschien die erste Ausgabe des Verbandsmagazins „Die Bundeswehr“, das Ihnen als Mitglied auch noch heute aktuelle Informationen von den Aktivitäten des Deutschen BundeswehrVerbandes direkt an den Standort bzw. nach Hause liefert.
Nachdem auf der ersten Hauptversammlung des Verbandes im Mai 1957 Oberstleutnant Molinari als Vorsitzender bestätigt wurde, war bereits auf der zweiten Hauptversammlung nur ein Jahr später der Verteidigungsminister zu Gast. Franz-Josef Strauß (CSU) versprach, „den persönlichen Problemen der Soldaten energisch zu Leibe zu rücken“.
Einen weiteren Schritt in die Professionalisierung machte der Verband Anfang 1959, als in der Bonner Schumannstraße 73 die erste eigene Immobilie erworben wurde und die Bundesgeschäftsstelle dort einzog. Ende des Jahres zählte der Verband bereits 50.000 Mitglieder. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Bundeswehr 218.000 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Zahlen, die verdeutlichen, wie hoch der Organisationsgrad des DBwV damals schon war. Die Motivation war klar, sie lag in den vielen Mängeln, welche die Truppe damals plagten. Ein Beispiel: Ende 1957 verfügte die Bundeswehr über sieben Lazarette mit gerade einmal 500 Betten, was nicht einmal 20 Prozent der erforderlichen Betten entsprach. Auch das Personal war knapp: Es fehlten 500 Sanitätsoffiziere.
1963 war ein Jahr der personellen Veränderungen: Im BMVg löste Kai-Uwe von Hassel (CDU) Franz-Josef Strauß als Verteidigungsminister ab. An die Spitze des Verbandes wählten die Delegierten der 5. Hauptversammlung Oberst i.G Friedrich Wolfgang Keilig. Molinari, mittlerweile Brigadegeneral, hatte kurz zuvor darum gebeten, aus dienstlichen Gründen von seinen Aufgaben als Bundesvorsitzender entbunden zu werden. Keilig beschrieb später einen Missstand, der auch Jahrzehnte später noch von Aktualität war: Das Desinteresse der Bevölkerung an der Bundeswehr. Nur bei „Affären“ werde diese zur Kenntnis genommen.
Auf politischer Ebene wurde der Verband inzwischen längst ernst genommen und fand dort Gehör. So empfing im Juni 1965 Ludwig Erhard (CDU) Mitglieder des Bundesvorstands, die dem Bundeskanzler die aktuellen Probleme der Soldaten vortrugen. Wie anerkannt der Verband war, zeigte sich nur ein Jahr später bei seinem zehnten Geburtstag: Die Deutsche Bundespost brachte aus diesem Anlass einen Sonderstempel heraus. Aus den 55 Gründern in Munster waren mittlerweile 110.000 Mitglieder in der ganzen Bundesrepublik geworden.
In eine neue Ära trat der Verband im Juni 1967, als die 7. Hauptversammlung Oberstleutnant Heinz Volland zum neuen Bundesvorsitzenden wählte. Ende des Jahrzehnts konnte der Verband einen bemerkenswerten Erfolg im Laufbahnrecht feiern: Die Laufbahn des militärfachlichen Dienstes in der Laufbahngruppe der Offiziere wurde 1969 eingeführt. An diesem Beispiel wird deutlich: Viele Dinge, die in der heutigen Bundeswehr als völlig selbstverständlich gelten, als seien sie schon immer da gewesen, mussten in den vergangenen Jahrzehnten hart erarbeitet werden. Und der DBwV hatte gehörigen Anteil daran.
Ob die Verteidigungsminister Strauß, von Hassel, Schmidt oder Struck hießen, die Bundeskanzler Kiesinger, Brandt oder Kohl – der Deutsche BundeswehrVerband hat über die Jahrzehnte immer den direkten Draht zu den Entscheidungsträgern gesucht und gefunden, um Probleme und Missstände anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu erreichen. Die Entwicklung der Streitkräfte wurde stets „konstruktiv und kritisch“ begleitet. Doch wenn der Dialog zu keinen Lösungen führte, zeigte der Verband auch sein kämpferisches Gesicht. Etwa im November 1970, als mehr als 20 Prozent Besoldungsrückstand zur übrigen Bevölkerung den DBwV veranlassten, erstmals offene Protestveranstaltungen zu organisieren. Das Medieninteresse war so groß, dass sich das BMVg veranlasst sah, das Versammlungsrecht der Soldaten zu bestätigen. Die Bundesregierung versprach schließlich, die Einkommen von Besoldungsempfängern des Bundes neu zu regeln. Der DBwV wirkt.
1972 – mit inzwischen mehr als 140.000 Mitgliedern – wurde der Verband auch auf europäische Ebene aktiv. Es war die Geburtsstunde von EUROMIL. Der Zusammenschluss der europäischen Militärverbände aus Belgien, Dänemark, Italien und den Niederlanden repräsentierte schon zu diesem Zeitpunkt über eine Million Militärangehörige auf dem Kontinent.
Für die stetig wachsende Mitgliedschaft wurden in den 1970er Jahren neue Service-Angebote ins Verbands-Portfolio aufgenommen: Die Förderungsgesellschaft (FöG) wurde 1977 ins Leben gerufen, zeitgleich wurde der Rechtsschutz angepasst und erweitert. Auch politisch gewann der Verband in jenen Jahren an Bedeutung: Die Rechtsposition des DBwV als Spitzenorganisation der Soldaten wurde erheblich ausgebaut, was auch die Einwirkungsmöglichkeiten des Verbandes in den Bundestag hinein erweiterte: Die Auffassung des BundeswehrVerbandes wird seither in jeder Bundestagsdrucksache, die zu einem wehrrechtlichen Gesetzesvorhaben publiziert wird, aufgenommen. Auch ressortübergreifend wurde aus dem Verband ein Player, denn für die Besoldung im Bund ist das Bundesinnenministerium federführend. Auch dort wird der Verband bei den Beratungen zu den Bundesbesoldungsgesetzen als Spitzenorganisation regelmäßig gehört.
In diesen ersten Jahrzehnten seines Bestehens gestaltete der Deutsche BundeswehrVerband den Aufbau und Aufwuchs der Streitkräfte aktiv mit, jene Jahrzehnte, die vom Kalten Krieg und der Konfrontation zwischen Ost und West gekennzeichnet waren. In dieser Zeit konnte der DBwV schon bedeutende Verbesserungen für seine Mitglieder erreichen, sei es in der Besoldung, im Laufbahnrecht oder in den sozialen Rahmenbedingungen des Soldatenberufs. Wie etwa im Jahr 1988, inzwischen ist Oberstleutnant Rolf Wenzel Bundesvorsitzender, als der Bundestag ein „Gesetz zur Neuregelung der Vergütung für Spitzendienstzeiten der Soldaten“ verabschiedete. Damit wurde der Weg frei für geregelte Dienstzeiten, planbare Freizeit und angemessene Ausgleichsansprüche.
Das Ende des Jahrzehnts bedeutete auch das Ende für die kommunistischen Regime in den Staaten hinter dem Eisernen Vorhang. Die Bevölkerungen, auch jene in der Deutschen Demokratischen Republik, schafften die friedliche Wende. Auch hier erwies sich der DBwV nicht nur als Begleiter, sondern als Gestalter der Geschichte. Schon früh machten sich Vertreter des Verbandes auf den Weg zu den ehemaligen Gegnern der Nationalen Volksarmee der DDR. Mit dem Ergebnis, dass im Oktober 1990 mit der Wiedervereinigung nicht nur eine Armee der Einheit, sondern auch ein Verband der Einheit entstand. Die Kameraden im Osten der Republik erhielten so auch ihren eigenen Landesverband im DBwV, der im April 1991 in Magdeburg ins Leben gerufen wurde. Fünf Jahre später sollte sich der Verband straffen und mit der Gründung der Landesverbände Süddeutschland, West und Nord seine bis heute bestehende Struktur erhalten. Bis dahin zählte der DBwV sieben Landesverbände.
Von der Last der Teilung befreit, übernahm Deutschland in den 1990er Jahren wieder Verantwortung in der Welt: Der erste Auslandseinsatz unter UN-Flagge in Kambodscha sollte nur der Auftakt zu einer Ära der Auslandseinsätze mit deutscher Beteiligung werden. Eine Ära, die der Verband ebenso souverän und kritisch-konstruktiv begleitete wie die langen Jahre des Kalten Kriegs zuvor. Mit den Einsätzen „out of area“, wie man sie damals nannte, traten neue Herausforderungen hervor. Es folgten zahlreiche Gesetzesvorhaben, vom Verband mit angestoßen und erarbeitet, die der neuen Lage für die Soldaten gerecht werden sollten: Auslandsverwendungsgesetz, Einsatzversorgungsgesetz oder Einsatzweiterverwendungsgesetz waren notwendig in einer Zeit, als man im Zusammenhang mit deutschen Streitkräften wieder von Tod und Verwundung sprechen musste.
Besonders schmerzhaft deutlich wurde dies im 20 Jahre andauernden Einsatz in Afghanistan. So meldete sich unter dem Bundesvorsitzenden Oberst Bernhard Gertz der Verband zu Wort, als zu Beginn des Einsatzes am Hindukusch deutsche Soldaten in ungepanzerten Fahrzeugen unterwegs waren und die Leichtfertigkeit der Politik, die viele Jahre nicht von „Krieg“ sprechen wollte, mit ihrer Gesundheit und im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlen mussten.
Immer erreichbar und immer ansprechbar war der Deutsche BundeswehrVerband für seine Mitglieder auch Tausende Kilometer entfernt von der Heimat. Über seine Ansprechpartner im Einsatz war der direkte Draht zum Verband immer gegeben. Apropos Erreichbarkeit und Ansprechbarkeit: Die einzigartige Struktur des Verbandes mit seinen Truppen-, Standort- und ERH-Kameradschaften ermöglicht bis heute eine unmittelbare Nähe zu den Mitgliedern, die wohl einmalig ist. Die Kameradschaft ist somit fest in der DNA des Verbandes verankert.
Das neue Jahrtausend begann mit einem Paukenschlag: Vom DBwV juristisch begleitet, hatte die Anlagen-Elektronikerin Tanja Kreil für ihre Einstellung in eine Laufbahn des Truppendienstes geklagt. Der Europäische Gerichtshof gab der jungen Frau im Januar 2000 recht. So können seit dem 1. Januar 2001 Frauen für alle Verwendungen der Bundeswehr eingestellt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie nur im Sanitätsdienst oder in der Militärmusik der Bundeswehr zugelassen.
Auf Bernhard Gertz folgte 2009 Ulrich Kirsch an der Spitze des Verbandes. Ein besonderes Highlight der Amtszeit von Oberst a.D. Kirsch war die „Postkartenaktion“ 2010. In jener Zeit war der Sparkurs der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel besonders schmerzhaft. Unter anderem beschloss die schwarz-gelbe Regierung, die zugesagte Wiedergewährung der Sonderzahlung, umgangssprachlich auch Weihnachtsgeld genannt, weiterhin auszusetzen. „Stinksauer“ sei man über diese Maßnahme gewesen, berichtete später Oberst a.D. Kirsch. Der Verband rief als Reaktion zu einer Protestaktion mit Postkarten auf. Auf den Karten zu sehen: Eine Karikatur von Merkel, die einem Soldaten das Geld aus der Tasche zieht und dabei sagt: „Alle Soldaten, die in Afghanistan Dienst tun, verdienen unsere uneingeschränkte Solidarität.“ Rund 140.000 Mitglieder beteiligten sich an der Aktion – kartonweise wurden die Postkarten zum Kanzleramt gefahren und dort abgeliefert. Die Bundeskanzlerin zeigte sich wenig erfreut, doch das Weihnachtsgeld wurde schließlich wiedergewährt.
Der Verband erwies sich über alle Jahrzehnte seines Bestehens als anpassungsfähig und immer auf Höhe der Zeit: So hatten die Wehrpflichtigen bis zur Aussetzung der Wehrpflicht 2011 über die Beisitzer ihre Stimme im Bundesvorstand. Auch die Zivilbeschäftigten der Bundeswehr haben im DBwV längst eine Heimat gefunden.
So ist der Deutsche BundeswehrVerband heute mit seinen mehr als 209.000 Mitgliedern stärker denn je. An der Spitze steht seit seiner Wahl bei der 19. Hauptversammlung mit André Wüstner erstmals ein einsatzerfahrener Soldat; mit seiner 2018 im Herzen Berlins neu bezogenen Bundesgeschäftsstelle ist der Verband weiterhin genau da, wo der politische Puls schlägt.
Und das ist auch gut so: Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 sind auch für die Bundeswehr neue Zeiten angebrochen. Viele meinen, dass diese neue Phase für die Bundeswehr nicht minder herausfordernd ist als die schwierigen und entbehrungsvollen Gründungsjahre. Die notwendige Refokussierung der Streitkräfte auf die Landes- und Bündnisverteidigung wird vom Verband ebenso gestalterisch begleitet wie die anderen Phasen, welche die Bundeswehr in den sieben Jahrzehnten ihres Bestehens durchlaufen hat.
Die Herausforderungen sind in der Tat riesig: Auch wenn nun Geld fließt für notwendige Beschaffungsmaßnahmen, ist es das Personal, das Kopfzerbrechen bereitet. Die Streitkräfte müssen einen gewaltigen personellen Aufwuchs stemmen. Bis Mitte der 2030er Jahre soll der Personalbestand von aktuell rund 186.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten auf 260.000 steigen. Hinzu kommen 200.000 Reservistinnen und Reservisten. Trotz des neuen Wehrdienstgesetzes bleiben Zweifel, ob das mit Freiwilligkeit allein ausreichen wird. Auch die Aufstellung einer vollständigen Brigade in Litauen, der Panzerbrigade 45, bringt Herausforderungen mit sich. Der Deutsche BundeswehrVerband ist darauf vorbereitet – im Baltischen Staat an der NATO-Nordostflanke hat der Verband bereits eine Truppenkameradschaft gegründet.
Volatil bleibt auch die weltpolitische Lage. Eine Entspannung an der Ostflanke ist nicht in Sicht, denn Russland rüstet weiter massiv auf und will seine Streitkräfte auf 1,5 Millionen Soldaten aufstocken. Beobachter rechnen damit, dass Russland bereits 2029 in der Lage sein könnte, ein NATO-Land anzugreifen. Zudem bleibt die US-Administration unter Donald Trump nur schwer berechenbar – klar ist, dass sich Europa gewaltig anstrengen muss, um möglichst schnell in der Lage zu sein, notfalls auch ohne die Vereinigten Staaten für die eigene Sicherheit sorgen zu können.
Mit der 22. Hauptversammlung im November vergangenen Jahres, bei der Oberst André Wüstner als Bundesvorsitzender bestätigt wurde, hat sich der Deutsche BundeswehrVerband für die Herausforderungen der kommenden Jahre aufgestellt. Mit einer Satzungsänderung und einem neu aufgestellten Bundesvorstand hat sich der Verband auch auf die neue Struktur der Bundeswehr eingestellt, die Verteidigungsminister Boris Pistorius den Streitkräften verordnet hat.
Dass er anpassungsfähig ist und sich immer auf neue Lagen und Herausforderungen einstellen kann, hat der Deutsche BundeswehrVerband in seiner 70-jährigen Geschichte immer wieder bewiesen. Klar ist: Die Mitglieder werden sich auch künftig auf ihre starke und durchsetzungsfähige Interessenvertretung verlassen können.
Die einzigartige Erfolgesgeschichte des Deutschen BundeswehrVerbandes geht weiter. Auf die nächsten 70 Jahre!
Der runde Geburtstag des Verbandes wurde auch schon beim Parlamentarischen Abend des Verbandes gefeiert – in unserem Video sehen Sie einige Impressionen.
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