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Die F127-Klasse befindet sich derzeit in der Planungsphase. Die Anforderungen an die Fregatten sind hoch. Grafik: Bundeswehr
Flexibel, modular, voll automatisiert, weltweit einsetzbar, effektiv gegen Angriffe über und unter Wasser – was sich anhört wie Zukunftsmusik, befindet sich bereits in der Planungsphase.
Wenn Mitte der 2030er-Jahre die drei Luftverteidigungsschiffe der „Sachsen“-Klasse ausgemustert werden, benötigt die Marine einen Ersatz für die maritime Luftverteidigung. Diese Lücke soll durch sechs Fregatten der Klasse 127 geschlossen werden, die ab 2032 ausgeliefert werden sollen. Die F127 soll dann nicht nur ein Gebiet oder einen Einsatzverband gegen sämtliche Bedrohungen aus der Luft schützen, sondern voraussichtlich auch zur territorialen Flugkörperabwehr im Rahmen der Landesverteidigung und zur Abwehr ballistischer Flugkörper im Rahmen der Bündnisverteidigung beitragen. Damit ist sie für die Erfüllung von Anforderungen der Nato an Deutschland von größter Bedeutung.
Fregattenkapitän Andreas Uhl, bevollmächtigter Vertreter F127 im Marinekommando Rostock in der Abteilung Planung, beschrieb die bisherigen Planungen in der Zeitschrift „MarineForum“, Ausgabe Januar 2020. Ausgestattet mit umfangreichen taktischen Sensoren und Senkrechtstartanlagen für Abwehrflugkörper für Bedrohungen aus der Luft kann die F127 demnach bis zu zwei Bordhubschrauber, kleine und mittlere unbemannte Drohnen, Einsatzboote sowie unbemannte Über- und Unterwasserfahrzeuge aufnehmen. Der Schiffsraum soll dafür entsprechend flexibel und modular gestaltet werden. Aus technischer Sicht wird ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die Fregatte ihre Aufgaben der Lagebilderstellung, Bedrohungsanalyse und Einsatzplanung auf multinationaler Verbandsebene voll automatisiert durchführen kann, zugleich aber auch bei einem Ausfall sämtlicher Satelliten- und Internetverbindungen zum effektiven Waffeneinsatz in der Lage ist.
Damit die Wartezeit auf diese neue Generation von Seekriegsmitteln nicht zu lang wird, werden Fähigkeiten und Komplexität der Fregatten sukzessive mit ihrer Auslieferung erhöht. So ständen frühzeitig einsatzbereite Schiffe zu Verfügung, beschreibt Fregattenkapitän Uhl den Ansatz. Während Schiff 1 als reines Flugabwehrschiff in Dienst gehe, erfolgten auf Schiff 2 Abnahme und Einsatzprüfung dieser initialen Fähigkeitsstufe. Auf Schiff 3 werde eine Anfangsbefähigung zur Abwehr ballistischer Flugkörper implementiert, weitere Fähigkeiten wie Laser und Einsatzmodule würden über die Schiffe 4 und 5 integriert. „Um die Entscheidung zur Einrüstung der besonders aufwändigen (kosten- und risikobezogen) letzten Fähigkeitsstufe ,BMD Upper Layer‘, einer exo-atmosphärischen Raketenabwehrfähigkeit, möglichst spät treffen zu können, wurde diese Fähigkeitsstufe bewusst auf das sechste Schiff gelegt“, so der Fregattenkapitän.
Die Nachrüstungen der ersten Einheiten auf die höheren Fähigkeitsstufen sollen während der routinemäßigen Instandsetzung erfolgen.
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