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Von 1946 bis 1958 führten die USA Atomwaffentests im Bikini-Atoll im Pazifik durch (hier am 25. Juli 1946). Das dritte Strategische Konzept der NATO von 1957, „Massive Vergeltung“, sah den Einsatz von Nuklearwaffen standardmäßig vor. Foto: picture alliance/AP Images/U.S. Air Force
Jedes der sieben Strategischen Konzepte bis 2010 war ein (relativ) zügig erarbeitetes politisch-militärisches Grundlagenpapier als zeitgemäße Reaktion auf eine neue geostrategische Lage. Bei dem achten Konzept, das beim NATO-Gipfel in Madrid vorgelegt wird, ist dies anders.
Zwischen grundlegend veränderter Sicherheitslage und der Reaktion darauf liegen nunmehr sieben bis 13 Jahre – je nachdem, welches Zäsurjahr man wählt: den russischen Georgienkrieg 2008 oder die Annexion der Krim 2014. Erst Mitte 2021 beauftragten die Staats- und Regierungschefs der 30 NATO-Staaten die Aktualisierung des 2010er-Konzepts. Es ging davon aus, „dass die Sicherheit der NATO und Russlands eng verflochten ist und dass eine starke und konstruktive Partnerschaft, die auf gegenseitigem Vertrauen, Transparenz und Vorhersehbarkeit beruht“, bestehe.
Warum reagiert die NATO derart verzögert? Lag es an der Vision einer atomwaffenfreien Welt des 2009 gewählten und bis 2017 amtierenden US-Präsidenten Barack Obama? Lag es an der zunehmenden strategischen Fokussierung der USA auf den indopazifischen Raum während dieser Zeit, in der Obama im März 2014 während der russischen Annexion der Krim Russland sogar als „Regionalmacht“ bezeichnete? Dass Russlands aggressive Außenpolitik – flankiert von Wahlfälschung als Fundamentalangriff auf demokratische Entwicklungen im Innern – die Sicherheitsarchitektur Europas grundlegend verändert hatte, war unverkennbar. Spätestens der Angriff auf die Ukraine 2014 wurde im Westen als geostrategischer Weckruf wahrgenommen.
Bereits das Weißbuch 2016 beschrieb die Rolle, welche Russland übernehmen wollte, präzise. Russland sei erkennbar bereit, „die eigenen Interessen auch gewaltsam durchzusetzen und völkerrechtlich garantierte Grenzen einseitig zu verschieben“. Dadurch stelle Russland „die europäische Friedensordnung offen infrage“. Russland strebe langfristig und in „betont strategischer Rivalität“ danach, ein „eigenständiges Gravitationszentrum mit globalem Anspruch“ zu werden. Dies habe „tiefgreifende Folgen für die Sicherheit in Europa und damit auch für die Sicherheit Deutschlands“, so das Weißbuch. Das „Strategische Konzept zur Verteidigung des Nordatlantikraums“ von 1949/50 war – kurz nach Gründung der NATO im April 1949 – eine Reaktion nicht nur auf die massive Aufrüstung der sowjetischen konventionellen Streitkräfte. Die in dem ersten Strategischen Konzept der NATO vorgesehene Errichtung einer permanent einsatzbereiten Strategischen Bomberflotte ist auch vor dem Hintergrund der Zündung einer ersten sowjetischen Kernwaffe am 29. August 1949 zu betrachten.
„Forward Strategy“ als Reaktion auf den Koreakrieg
Das zweite NATO-Strategiekonzept 1952 wurde während des Koreakriegs (1950-1953, vier Millionen Tote) entwickelt. Der Angriff des kommunistischen Nordkoreas auf Südkorea verfolgte das Ziel einer militärisch erzwungenen Vereinigung des Landes. Die Parallele zum geteilten Deutschland war evident. Das Strategische NATO-Konzept der Vorverteidigung („Forward Strategy“) sollte in einem Krieg auf europäischem Boden das Schlachtfeld möglichst weit ostwärts verlagern.
Angesichts der mächtigen Aufrüstung des 1955 gegründeten Warschauer Pakts wurde es zunehmend unwahrscheinlich, von Osten angreifende Truppen an der innerdeutschen Grenze aufhalten zu können. Dementsprechend sah das dritte Strategische Konzept der „Massiven Vergeltung“ 1957 im Sinne maximaler Abschreckung vor, auf jeden Angriff auf das Bündnisgebiet, ob konventionell oder atomar geführt, mit einem vernichtenden nuklearen Gegenschlag zu reagieren.
Am 12. April 1961 umrundete Yuri Gagarin zum ersten Mal die Erde. Die Vorstellung einer technologischen Dominanz des Westens zerplatzte – und damit die Prämisse für das Konzept der „Massiven Vergeltung“. Die Antwort hieß „Flexible Response“. US-Präsident Kennedy verfolgte das Konzept bereits 1961. Zum vierten Strategischen Konzept der NATO wurde „Flexible Response“ 1967. Es galt bis zum Ende des Kalten Krieges. Die nachfolgenden Strategischen Konzepte 1991, 1999 und 2010 entsprangen der Vorstellung einer Kooperation mit Russland.
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