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Hartmut Bagger war der elfte Generalinspekteur der Bundeswehr. Foto: picture-alliance/dpa/Torsten Silz
Der Deutsche BundeswehrVerband trauert um General a.D. Hartmut Bagger: Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr ist im Alter von 85 Jahren gestorben.
„Wenn Bagger einen Handel für Gebrauchtwagen hätte, stünde am Eingang eine Warteschlange“ – von dieser eher außergewöhnlichen Charakterisierung Baggers durch den damaligen SPD-Wehrexperten Manfred Opel berichtete im Februar 1996 die „taz“, als der damals 57-jährige Bagger von Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU) zum Generalinspekteur der Bundeswehr berufen wurde. Der „taz“ zufolge schätzte Rühe andere Eigenschaften an Hartmut Bagger: „Lernfähig“ sei er. Immer noch der „taz“ zufolge gab Rühe seinem neuen GI einige Dinge mit auf den Weg: Er solle sich „aus dem politischen Geschäft heraushalten“ und sich aufs „Handwerkliche“ konzentrieren. Baggers Vorgänger, General a.D. Klaus Naumann, war dem Unionspolitiker wohl ein zu politischer Generalinspekteur.
Politisch agierte Bagger als Generalinspekteur vielleicht zurückhaltender als sein Vorgänger, sicher war sein Ruf als Macher. Am 17. Juli 1938 im ostpreußischen Braunsberg geboren, trat Hartmut Bagger 1958 als Offizieranwärter in die noch junge Bundeswehr ein. Kurz darauf wurde er Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband. Den Generalsrang erreichte er 1988, am 1. April 1992 wurde er Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, damals Helge Hansen, und auf diesem Dienstposten zum Generalleutnant befördert. Als Hansen 1994 auf einen NATO-Posten wechselte, wurde Bagger sein Nachfolger.
Zeiten des Umbruchs
Die Bundeswehr befand sich in jener Zeit im Umbruch, Mitte der 1990er Jahre zeichneten sich immer mehr Aufgaben der Krisenintervention im Ausland ab, die Landes- und Bündnisverteidigung geriet zunehmend in den Hintergrund. Bagger war einer der Architekten der Heeresstruktur V, mit der große Teile des Heeres zu Krisenreaktionskräften wurden. Diese Zeit war für Bagger auch mit Enttäuschungen verbunden: Als Verfechter der Wehrpflicht leistete er vergeblichen Widerstand gegen die Verkürzung des Grundwehrdienstes auf zehn Monate, die Minister Rühe durchsetzte.
Mit einem Generalinspekteurbrief zur damaligen Novellierung des Soldatenbeteiligungsgesetzes machte Bagger im Februar 1997 mit klaren Worten deutlich, welche Bedeutung er den Beteiligungsrechten in der Bundeswehr beimisst: „Denjenigen, die noch Vorbehalte gegenüber der Beteiligung von Soldaten an Entscheidungsprozessen ihrer Vorgesetzten verspüren, sage ich in aller Deutlichkeit, dass Streitkräfte in einer modernen demokratisch geprägten Gesellschaft allein nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam nicht mehr funktionsfähig wären.“
Mit der Pensionierung am 31. März 1999 endete Baggers Dienstzeit als elfter Generalinspekteur der Bundeswehr. Sein Nachfolger wurde der „Held der Oderflut“, General Hans-Peter von Kirchbach.
Hartmut Bagger starb am 26. Januar in Meckenheim.
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