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Hebt die Vorbildfunktion Witzlebens hervor: Vizeadmiral Joachim Rühle, stellvertretender Generalinspekteur, spricht auf der Gedenkveranstaltung für den Widerstandskämpfer Erwin von Witzleben. Foto: DBwV/Schmidt
Berlin. Mit dem Beginn des NS-Regimes keimte bereits der Widerstand. Eine Schlüsselfigur: Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben. 1937 fasste er bereits den Plan, den Diktator zu stürzen und die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten zu beenden. Bis zu seiner Hinrichtung am 8. August 1944 verfolgte er dieses Vorhaben. Er ist ein Widerstandskämpfer der ersten Stunde, der seiner Sache immer treu war. Auch unter schlimmster Folter verriet er keine weiteren Namen. Jetzt, zu seinem 75. Todestag, erhielt er einen Grabstein auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Zur Einweihung veranstalteten die Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und der Offizierschule des Heeres ein Gedenken auf dem Friedhof, für das das Kommando Territoriale Aufgaben für die Organisation verantwortlich zeichnete. Rund 200 geladene Gäste, darunter Nachfahren von Witzlebens und hochrangige Militärs, erwiesen dem Widerstandskämpfer die letzte Ehre.
Als eine der herausragendsten Personen des deutschen Widerstands würdigte Dr. Georg von Witzleben seinen Vorfahren. Er ist der stellvertretende Vorsitzende der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft und sein Biograf. „Seine Haltung und sein Verdienst sind nie ausreichend gewürdigt worden“, betonte er. Dieses jahrzehntelange Versäumnis ist nun beendet: Mit der Gedenkplatte auf dem Invalidenfriedhof wird dem Widerstandskämpfer die Anerkennung zuteil, die sein Handeln und Denken dem NS-Regime zum Trotz verdienen. „Seine Taten bleiben nicht unvergessen und sein Vermächtnis hat längst zu wirken begonnen“, führt Georg von Witzleben in seiner bewegenden Ansprache aus. Dazu gehöre unter anderem auch das Zusammenwirken der Erwin-von-Witzleben-Gesellschaft mit der Offizierschule des Heeres.
Dank sprach von Witzleben dem Vorsitzenden des Fördervereins Invalidenfriedhof, Klaus Francke (MdB a.D.), Vizeadmiral Joachim Rühle, stellvertretender Generalinspekteur, und weiteren Militärs vor Ort aus. Die Verbundenheit zum Militär drückte Witzleben dabei nicht nur in Worten aus: Im Sonnenlicht blitzte die Gelbe Schleife der Verbundenheit an seinem Anzug auf.
Und diese Verbundenheit beruht auf Gegenseitigkeit, wie Rühle in seiner Rede herausstellte und betonte, dass das geistige Erbe von Witzlebens nicht ausgelöscht werden konnte. Das Selbstverständnis des heutigen Soldaten beruhe auf den Menschen des Widerstands, den Menschen des 20. Juli 1944. Und somit auch auf den Moralvorstellungen und den Beweggründen von Witzlebens. „Er besitzt als Soldat seiner Zeit, als Mensch und als Bürger eine überragende Vorbildfunktion“, betonte Rühle abschließend.
Während Musiker des Stabsmusikkorps „Ich hatt´ einen Kameraden“ erklingen ließen, erhoben sich die Gäste, die Soldatinnen und Soldaten salutierten und taten es damit Vizeadmiral Rühle gleich, der anerkennend vor der Grabplatte der bedeutenden Persönlichkeit von Witzleben salutierte.
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