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Generalstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der EAS, und der Evangelische Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg (r.) Foto: DBwV/Strittmatter
Berlin. „Lassen Sie uns Gott dafür danken, dass wir nun unter einem gemeinsamen Dach gemeinsam wirken werden“, sagte der Evangelische Militärbischof Dr. Bernhard Felmberg am 13. September im „Weißen Saal“ im Haus der Evangelischen Militärseelsorge am Bahnhof Zoo. Mit einer Andacht und anschließendem Festakt wurde der Einzug der Hauptgeschäftsstelle der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) in das Haus an der Jebensstraße 3 zelebriert.
Besondere Freude äußerte der Vorstandsvorsitzende der EAS, Generalstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, über die künftige Nähe zum Bischof und seinen Mitarbeitern. „Es fühlt sich gut, angekommen zu sein“, so Hoffmann. „Im Prinzip endet heute eine Odyssee, könnte man biblisch sagen, nach langem Wandel durch Wüste und durch Meere sind wir im gelobten Land angekommen.“
Schon 2008, so rekapitulierte er, habe es den Versuch gegeben, die EAS „in dieser schönen Heimstatt des evangelischen Glaubens“ einziehen zu lassen, das aber scheiterte seinerzeit noch infrastrukturellen Gegebenheiten. „Jetzt haben wir schöne Büros bekommen und wir können Hand in Hand arbeiten“, so Hoffmann freudig. Während es immer so schön hieße frei nach Marlene Dietrich „Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin“, könne er jetzt von sich sagen: „Ich hab‘ jetzt ein Büro in der Jebensstraße.“
Natürlich habe es im Einzugsprozess auch Stimmen gegeben, die Bedenken geäußert hätten, weil unter einem Dach zu arbeiten auch Druck erzeugen könne: „Aber eigentlich kann uns das alle nur voranbringen“, meinte der der EAS-Vorstandsvorsitzende. Absprachen wären schneller möglich, Synergien könnten entstehen. Hoffman endete mit einem Bibelspruch, Psalm 133, 1: „Seht wie wunderbar schön es ist, wenn Brüder in Frieden zusammenstehen.“
Bischof Felmberg hatte in seiner vorangegangenen Andacht, die um das Leben, dessen Sinn und um Nächstenliebe kreiste, auch den Blick nach Düsseldorf gelenkt: „Wir sind alle in diesen Tagen im Geiste bei den Teilnehmern der Invictus Games. Bei Menschen, die Dinge durchgemacht haben, die keiner von uns durchmachen möchte.“ Die, so denn sie keine äußeren Verletzungen davongetragen hätten, oft erst nach Jahren spüren würden, was ihnen geschehen sei im Einsatz. Und die sich fragten: Wie komme ich aus dem Teufelskreis meiner psychischen Beeinträchtigung wieder heraus? Wie kann ich trotz physischer Versehrtheit ein gutes Leben führen?
Die Militärseelsorge, so Felmbach, sei quasi per eigener DNA für diese Menschen da. „Denn in dem Moment, wo ich seelisch oder körperlich unter die Räder komme, bin ich dankbar, wenn mir ein anderer seine Hand reicht. Und mir zu verstehen gibt: Wir zusammen schaffen das! Genau das seien die Herausforderungen der Militärseelsorge: Nicht vorbeigehen, wo es andere tun, hinschauen, wo es andere nicht tun. Gerade mit Hinblick auf den Standort des Hauses am Zoo und dem täglichen Blick auf ein anwachsendes Heer von Obdachlosen, sei man jeden Tag mit den eigenen Leitsätzen konfrontiert.
Trotz großer Ernsthaftigkeit bei allen Ansprachen an diesem Tag, kam aber auch die Freude über die neu gewonnene Nähe von Militärseelsorge und EAS nicht zu kurz – bei einem Glas Sekt und anderen Kaltgetränken beantworten alle Festredner noch Fragen der Teilnehmer und zeigten ihnen anschließend die neuen Büros.
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