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DBwV fordert Impfschutz für Soldaten in der Amtshilfe und im Auslandseinsatz

Ein Fliegerarzt führt mit einer zu impfenden Person ein Vorgespräch im Corona-Impfzentrum am Flughafen BER in Schönefeld im Rahmen der Amtshilfe während der Corona-Pandemie. Die Soldatinnen und Soldaten sind in der Amtshilfe einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt und müssen entsprechend geschützt werden. Foto: Bundeswehr/Tom Twardy

Ein Fliegerarzt führt mit einer zu impfenden Person ein Vorgespräch im Corona-Impfzentrum am Flughafen BER in Schönefeld im Rahmen der Amtshilfe während der Corona-Pandemie. Die Soldatinnen und Soldaten sind in der Amtshilfe einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt und müssen entsprechend geschützt werden. Foto: Bundeswehr/Tom Twardy

02.02.2021
Yann Bombeke

DBwV fordert Impfschutz für Soldaten in der Amtshilfe und im Auslandseinsatz

Soldatinnen und Soldaten, die im Rahmen der Amtshilfe oder in einem Auslandseinsatz einem erhöhten Covid-19-Infektionsrisiko ausgesetzt sind, sollen durch eine Impfung geschützt werden. Das forderte jetzt der stellvertretende DBwV-Bundesvorsitzende, Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Görlich.

„Jeder, der auf dem Wege der Amtshilfe Soldaten anfordert, muss sicherstellen, dass sie rechtzeitig vorher geimpft werden können“, sagte Görlich in Richtung Bundesländer und Kommunen, welche die Hilfe der Bundeswehr anfordern, etwa zur Unterstützung bei Schnelltests vor Alten- und Pflegeeinrichtungen oder in den Impfzentren. Das gelte auch für Angehörige der Bundeswehr, die in einen Auslandseinsatz geschickt werden.

„Soldatinnen und Soldaten, die in der Corona-Hilfe oder einem Einsatz einem gesteigerten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, brauchen zwingend den bestmöglichen Schutz“, sagte der Verbands-Vize. Die Forderung nach einer vorrangigen Impfung für Soldaten im Einsatz gelte so lange, bis genügend Impfstoff für alle da sei, so Görlich.

Im Interview mit dem DBwV hatte der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Generaloberstabsarzt Dr. Ulrich Baumgärtner, ähnlich argumentiert. Die knappe Verfügbarkeit von Impfstoff mache es notwendig, zunächst Menschen zu impfen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf einer Infektion haben, und jene, die beruflich besonders exponiert sind und einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. „Das bedeutet, dass auch innerhalb der Bundeswehr jetzt zunächst Hochrisikopatienten und vor allem das an vorderster Front eingesetzte und gefährdete medizinische Personal zur Impfung anstehen“, sagte Baumgärtner. Und weiter: „Dies betrifft in erster Linie meine Krankenhäuser, die truppenärztlichen Einrichtungen, das Personal, das in der Amtshilfe in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeeinrichtungen eingesetzt ist.“

Der Inspekteur des Sanitätsdienstes fügte hinzu, dass er es ebenso für zwingend notwendig halte, dass Soldaten, die in den kommenden Wochen und Monaten in Auslandseinsätze verlegt werden, vorher geimpft werden. Durch die besonderen Lebens- und Arbeitsumstände im Einsatz könne der Infektionsschutz dort nicht so umgesetzt werden wie in Deutschland.

Damit die truppenärztlichen Einrichtungen anfangen können, die Angehörigen der Bundeswehr zu impfen, braucht es aber die Zuteilung eines Impfkontingents. Doch das ist noch nicht in Sicht – auch nicht nach dem gestrigen Impfgipfel. Bund, Länder, Vertreter der Pharmaindustrie und Experten hatten sich zu Beratungen getroffen, die jedoch nur wenige konkrete Ergebnisse brachten. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte das Ziel, bis „zum Ende des Sommers“ allen Bürgern ein Impfangebot zu machen. Vor allem sollen die organisatorischen Probleme im Zusammenwirken von Bund, Ländern und Impfstoffherstellern durch eine engere Abstimmung behoben werden. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte allerdings in den ARD-Tagesthemen, dass er noch bis in den April hinein mit „harten Wochen der Knappheit“ rechnet.

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