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Ein Tornado steht im Shelter auf der Al-Asrak-Airbase in Jordanien. Der Einsatz soll jetzt bis Ende März 2020 verlängert werden. Foto: DBwV/Hepner
Die neue Verteidigungsministerin hat eine Sorge weniger. Das Kabinett gibt grünes Licht für den weiteren Einsatz der Bundeswehr im Irak und über Syrien. Problem: Sie soll bis zum Frühjahr eine andere Nation als Ersatz für deutsche Tornado-Aufklärer gewinnen.
Berlin. Der Einsatz deutscher Soldaten im Bündnis gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) soll nach dem Willen der Bundesregierung um ein weiteres Jahr verlängert werden. Zugleich solle die Stationierung deutscher Tornado-Aufklärer in Jordanien und der Einsatz von Tankflugzeugen für die Anti-IS-Koalition zum 31. März 2020 beendet werden. Das sieht das am Mittwoch (18. September) vom Kabinett in Berlin beschlossene neue Mandat vor. Dagegen soll die Ausbildungshilfe für Sicherheitskräfte im Irak bis zum 31. Oktober kommenden Jahres laufen. Das Mandat sieht eine Obergrenze von 700 eingesetzten Soldaten vor.
Gegen ein neues Mandat hatten sich in den vergangenen Wochen wichtige Politiker der SPD gesträubt und auf einen früheren Beschluss des Bundestages zum Abzug der Tornados Ende Oktober verwiesen. Die deutschen Flugzeuge liefern mit Flügen über Syrien fast 100 Prozent der taktischen Luftaufklärung, um Verstecke und Rückzugsgebiete der militärisch geschlagenen IS-Terroristen zu finden. Die Verlängerung der Tornado-Stationierung um nur weitere fünf Monate ist ein Kompromiss zwischen den Koalitionspartnern Union und SPD.
Bisherige Erfolge müssten gesichert und ein Wiederstarken des IS müsse verhindert werden, heißt es in dem Mandatstext, der der Deutschen Presse-Agentur vorlag. «Andernfalls droht ein erneutes Abgleiten in unsichere und volatile Verhältnisse mit negativen Auswirkungen auf die gesamte Region.» Die Herausforderungen seien weiterhin «zahlreich». «Große Teile der seinerzeit umkämpften Städte liegen in Trümmern, zivile Infrastruktur ist zerstört, Schulen geschlossen und Gesundheitseinrichtungen marode.»
Verteidigungsministerin Annegret Kram-Karrenbauer (CDU) hat mit der Einigung auf das neue Mandat ihren ersten Streit vorerst abgeräumt. Als Großbaustelle bleibt vor allem die Reform des Beschaffungswesens, um fehlende Ausrüstung zu besorgen und Großgerät einsatzfähig zu bekommen. Kramp-Karrenbauer will dazu Reformen im Beschaffungsamt (BAAINBw) voranbringen, die unter ihrer Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) angestoßen wurden.
Sie sei es leid, dass Soldaten und Mitarbeiter der Behörde «jeden Tag zum Gespött Deutschlands werden», sagte die Ministerin dazu am Dienstag vor Mitarbeitern der Koblenzer Behörde. «Weil in der Bundeswehr fliegt nichts, fährt nichts, geht nicht zur See», sagte sie laut Redemanuskript. Die Ausrüstung müsse schneller, einfacher und zielgenauer an Frau und Mann kommen. Kramp-Karrenbauer nannte die Einführung von «Kompetenzpools», um Mitarbeiter flexibler einzusetzen und auch ein weniger arbeitsintensives Berichtswesen. Zu Befürchtungen der Mitarbeiter, es könne auch eine Änderung der Rechtsform der Behörde geben, sagte sie: «Es wird keine Privatisierung geben, es wird keine GmbH geben».
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