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Mit Gedenkveranstaltungen und Kranzniederlegungen, wie hier am Berliner Platz des Volksaufstandes des 17. Juni im vergangenen Jahr, wird heute an die Opfer des Volksaufstandes in der DDR vor 68 Jahren erinnert. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Berlin. Mit einem zentralen Gedenken in Berlin wird am heutigen Donnerstag (11.00 Uhr) an die Opfer des DDR-Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 erinnert. Auf dem Friedhof an der Seestraße werden Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für die Bundesregierung sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet. Sie wollen Kränze am Mahnmal für die Opfer des Aufstands niederlegen und Ansprachen halten. Auch die Vereinigung 17. Juni 1953 wird vertreten sein. Geplant ist zudem eine Gedenkminute.
Wegen der noch geltenden Corona-Beschränkungen sind wie im Vorjahr keine Besucher zugelassen. Das Gedenken wird als Livestream im Internet zu sehen sein. Das Berliner Abgeordnetenhaus (9.15 Uhr) erinnert an den Aufstand mit einer Gedenkstunde. Der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello, hält eine Rede.
Rund eine Million Menschen waren in der DDR vor 68 Jahren in rund 700 Orten gegen die politisch und wirtschaftlich angespannte Lage auf die Straße gegangen. Aus spontanen Streiks entwickelte sich ein Aufstand mit Rufen nach Freiheit und Einheit.
Panzer der Sowjetarmee schlugen den Protest blutig nieder. Rund 10.000 Demonstranten wurden laut Bundesstiftung Aufarbeitung festgenommen, mehr als 1500 von ihnen zu Haftstrafen und einige sogar zum Tode verurteilt. Laut Stasi-Unterlagen-Behörde traf der Aufstand die SED-Führung sowie die Staatssicherheit überraschend. Sie sprachen von einem „faschistischen Putsch“ – gesteuert vom Westen.
Der scheidende Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat vorgeschlagen, künftig an Tischen der Demokratie an die Proteste zu erinnern. Bei Diskussionen an langen Tafeln unter freiem Himmel könnten landesweit die Sinne geschärft werden für Freiheit und Menschenrechte, sagte der frühere DDR-Oppositionelle der Deutschen Presse-Agentur. Der 17. Juni 1953 sollte als besonderer Tag deutscher Diktatur- und Demokratiegeschichte mehr beachtet werden.
Nach Ansicht der Aufarbeitungs-Stiftung sollte der 17. Juni insgesamt ein Gedenktag für die Opfer der SED-Diktatur sein. Viele Schicksale hätten noch immer nicht die gebührende öffentliche Aufmerksamkeit, so Stiftungs-Direktorin Anna Kaminsky.
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