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Das Thema liegt dem Wehrbeauftragten des Bundestags am Herzen: Hans-Peter Bartels hat wieder zum Workshop zur Vereinbarkeit von Familie und Dienst eingeladen. Foto: DBwV/Mika Schmidt
Berlin. „Am wichtigsten für Soldatenfamilien ist die Verlässlichkeit“ – mit diesen Worten leitete Monsignore Wolfgang Schilk nach der Einführung des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages Dr. Hans-Peter Bartels in die Veranstaltung „Die Vereinbarkeit des Dienstes in der Bundeswehr mit dem Familien- und Privatleben“ ein. Die Bundeswehr sei eine „familiensensible Institution“, in der es wichtig sei, dass die Familien der Soldaten gestärkt werden. Denn mit einer starken Familie werden auch die Soldaten den schwierigen Belastungen des Dienstes eher standhalten können.
Zwar wurden auch schon in den vergangenen Jahren auf den Veranstaltungen zur Vereinbarkeit von Familie und Dienst unterschiedliche Gesichtspunkte dieses vielschichtigen Themas beleuchtet. Es hat sich aber gezeigt, dass es auch in diesem Jahr wieder Gesprächsbedarf zu weiteren Aspekten gab.
Schwerpunkte waren die Bedürfnisse und Probleme von Soldatenkindern, die Dauer der Stehzeiten in Auslandseinsätzen oder einsatzgleichen Verpflichtungen und die Situation der Reservisten. Zu den jeweiligen Schwerpunkten wurden nach der Einführung in die Veranstaltung Arbeitsgruppen mit Vertretern und Vertreterinnen u.a. aus dem Bundesministerium der Verteidigung, des Deutschen BundeswehrVerbands und der Beteiligungsgremien durchgeführt.
So wurde in der Arbeitsgruppe „Der Beruf meines Vaters/meiner Mutter ist Teil meines Lebens – Was brauchen Soldatenkinder?“ der Aspekt hervorgehoben, dass Soldatenkinder in verschiedenen Kontexten immer wieder unter Rechtfertigungsdruck geraten, weil ihre Eltern Angehörige der Bundeswehr sind. Als Lösungsansatz sahen die Teilnehmer die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kindern zu überlegen, wie man auf solche Fragen reagieren könnte.
Ein anderer Punkt, der einem Teilnehmer unter den Fingernägeln brannte, waren die verschiedenen Schulsysteme in den Bundesländern, welche zu erheblichen Problemen bei Umzügen führen können. Im Hinblick auf die Hoheit der Länder wurde jedoch erkannt, dass im Rahmen dieser Veranstaltung lediglich ein Wunsch an die Politik ausgesprochen werden könne.
Da Soldatenkinder gerade bei Auslandseinsätzen und Wochenendbeziehungen unter der Abwesenheit ihrer Eltern leiden, ist es für die Soldatenfamilien von enormer Bedeutung, über Kommunikationsmöglichkeiten wie Skype oder Facetime Kontakt zu halten. Doch gibt es insbesondere im Bereich der Marine erhebliche Schwierigkeiten, was gerade der Bindung von kleineren Kindern zum abwesenden Elternteil außerordentlich abträglich ist. Und schließlich fiel auch das Stichwort Versetzung. Hier waren sich die Teilnehmer einig, dass die Planbarkeit weiter verbessert werden müsste.
Im Workshop „Dauer von Stehzeiten in Auslandseinsätzen/einsatzgleichen Verpflichtungen“ wurde es besonders emotional. So besteht aus Sicht eines Teilnehmers insbesondere der Widerspruch zwischen dem dienstlichen Bedarf von sechs Monaten und der persönlich zumutbaren Höchstdauer von vier Monaten - was insbesondere Vorgesetzte in eine unlösbare Situation bringt.
Im Abschlussplenum resümierten Experten wie Sabine Bastek, Beauftragte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst, Oberleutnant Sebastian Habicht, Sprecher des GVPA und Hauptmann Andreas Steinmetz, stellvertretender Bundesvorsitzender des DBwV, die Ergebnisse der Veranstaltung. So kritisierte Habicht, dass bei der Vorgabe von sechs Monaten Einsatz und 30 Monaten Karenzzeit das Augenmerk primär auf die sechs Monate Einsatz, und nicht auf die Dauer der Karenzzeit gelegt wird. Er forderte diesbezüglich Ehrlichkeit und Transparenz durch den Dienstherrn. Diese Einschätzung deckte sich mit dem Statement von Bastek, die forderte, dass den Vorgesetzten der Rücken gestärkt werden müsse, damit diese ihrer Verantwortung nachkommen könnten, wenn aus Sicht des Vorgesetzten ein Veto gegen die Einberufung in den Einsatz erforderlich sei.
Auch Steinmetz betonte die enorme Bedeutung von Kommunikation und Information und verwies hier auf die neuen Möglichkeiten durch die Informationstechnik. Insgesamt habe man aber in den letzten Jahren viel geschafft.
Abschließend sagte der DBwV-Vize: „Wichtig bei all unseren Möglichkeiten zur Unterstützung ist die Betrachtung des Einzelfalls. Ein Aufteilen in Gruppen wie Frauen oder Männer, Eltern oder Kinder, Alte oder Junge – das bringt uns nicht weiter. Entscheidend ist die durchhaltefähige Schlagkraft, die Betroffenheit und der Bedarf. Um diese Punkte zu identifizieren und die Resilienz zu steigern, benötigen wir ein individuelles Belastungsmanagement – analog zum Missionsmodell.“
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