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Spitzengespräch unter Corona-Bedingungen: Generalleutnant Alfons Mais (r.) und Oberstleutnant Thomas Behr. Foto: DBwV/Frank Jungbluth
Berlin. Vieles ist auch in den Zeiten der Corona-Pandemie digital möglich. Aber dieses Mal entschieden sich die Teilnehmer nach vielen Sitzungen in Videokonferenzen an diesem entscheidenden Punkt der Krise für das persönliche Gespräch – selbstverständlich auch mit strengen Hygienemaßnahmen und im ganz kleinen Kreis, wie jetzt beim Spitzengespräch beim DBwV mit dem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais. Dazu kamen nur die Vorsitzenden der Beteiligungsgremien und der Vorstand Heer mit dem Inspekteur zusammen. Denn zu viele Themen und Entscheidungen müssen auch unter schwierigen Bedingungen schnell erörtert und abgestimmt werden. Ein wichtiger Punkt: Wie geht es mit dem Impfen der Soldaten des Heeres weiter?
Bei diesem Spitzengespräch hat Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Heeres, am Mittwoch in Berlin deutlich gemacht, dass das Heer bereit ist. Das Gespräch stand vor allem im Zeichen von Corona und den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass Impfen langfristig das entscheidende Mittel zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie ist und ein Schlüsselelement zum Erhalt der Einsatzbereitschaft des Heeres. Dabei werden wir uns in der nationalen Impfschlange nicht vordrängeln, sondern uns nach den vorgegebenen Priorisierungen richten. Wenn wir allerdings an der Reihe sind, sollten wir alle unser Vorbildfunktion für die Gesellschaft und unserer Verantwortung für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte gerecht werden und mit gutem Beispiel vorangehen. Mein Impfbuch liegt bereit.“
Immer lauter werden die Hilferufe nach mehr Soldatinnen und Soldaten im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Nach Meinung von Brigadegeneral a.D. Erich Vad, der Bundeskanzlerin Angela Merkel viele Jahre in Sicherheitsfragen beraten hat, könne die Bundeswehr die Bereitstellung von viel mehr Kräften, zum Beispiel für Schnelltests vor Altenheimen „wuppen“.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist überzeugt, dass die Bundeswehr schnell mit weiteren 10.000 Soldaten in den Altenheimen unterstützen könne. Sie bleibt aber bisher dabei, dass erst Amtshilfeersuchen der Kommunen vorliegen müssten. Bisher sind knapp 10.000 Soldaten im Corona-Einsatz, davon 5.335 Soldatinnen und Soldaten des Heeres, das sind mehr als 62 Prozent aller Eingesetzten.
„Das Heer und die Bundeswehr stehen bereit, wenn es um weitergehende Amtshilfe im Kampf gegen Corona geht. Und wir sehen, dass ohne die Truppe dieser Kampf kaum zu gewinnen sein wird. Wir brauchen aber auch schnelle und unbürokratische Lösungen und Anforderungen, damit uns die Pandemie nicht weiter entgleitet. Und eines ist klar: Jede Soldatin, jeder Soldat, der gegen Corona kämpft – vor Altenheimen und andernorts – muss auch geimpft sein. Das gebietet die Vorsicht, die Sicherheit und auch der gesunde Menschenverstand“, betont Oberstleutnant Thomas Behr.
„Die Truppe wartet dringend auf den Start der Impfung. Viele Soldaten haben die Impfzentren vor den Feiertagen aufgebaut und wundern sich jetzt über den verschleppten Start. Jeder Heeressoldat sollte sich auch zum Wohl seiner Mitmenschen impfen lassen“, erklärt Stabsfeldwebel Michael Marholz, Sprecher des Vertrauenspersonenausschusses Heer.
Oberstleutnant Robert Thiele, Vorsitzender Bezirkspersonalrat beim Kommando Heer, fordert deshalb Tempo beim Impfen: „Noch Ende des Jahres hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir hinter anderen Ländern und Streitkräften beim Impfen so hinterher hängen. Gerade bei uns im Heer ist es so, dass die meisten Soldaten sich nicht im Homeoffice befinden können. Für mich steht fest, ich lasse mich impfen.“
Impfen sei Kameradschaftspflicht, bilanziert der Vorsitzende Heer im DBwV, Oberstleutnant Thomas Behr, nach dem Corona-Spitzengespräch im kleinen Kreis in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen BundeswehrVerbandes.
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