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Tallinn. Estland wartet weiterhin noch auf eine Rückmeldung der Bundesregierung auf seine Anfrage nach einer Genehmigung für die Lieferung von Artilleriegeschützen an die Ukraine. «Wir haben noch keine offizielle Antwort aus Deutschland bezüglich der Haubitzen», sagte Regierungschefin Kajas Kallas der Deutschen Presse-Agentur in Tallinn vor ihrem Deutschland-Besuch.
Estland will neun Haubitzen aus DDR-Altbeständen an die Ukraine geben - das EU- und Nato-Mitglied hat sich aber verpflichtet, vor einer Weitergabe an Dritte die Zustimmung Deutschlands einzuholen. Diese ist erforderlich, weil die Waffen mit Auflagen zunächst an Finnland verkauft und dann später von dort an Estland gegeben worden waren.
«Es ist jedem Land selbst überlassen, welche Art von Hilfe es der Ukraine anbieten möchte. Wir halten es für sehr wichtig, der Ukraine in jeder erdenklichen Weise zu helfen», sagte Kallas. «Estland ist bereit, Waffen und Munition bereitzustellen, um der Ukraine in Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten zu helfen, sich gegen eine russische Aggression zu verteidigen.»
Estland und Deutschland haben der Ukraine zuletzt ein in gemeinsamer Initiative gefertigtes Feldlazarett übergeben.
Kallas lobte die Bundesrepublik als «engen und wichtigen Partner und Verbündeten Estlands». «Wir sind dankbar für Deutschlands Beitrag zur estnischen und allgemein zur europäischen Sicherheit», sagte die Regierungschefin. Kallas verwies dabei auf den deutschen Beitrag zur Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum und die Führungsrolle der Bundeswehr beim Nato-Bataillon in Litauen.
Kallas wird am Donnerstag gemeinsam mit ihrem lettischen Kollegen Krisjanis Karins und dem litauischen Staatspräsidenten Gitanas Nauseda in Berlin zu Gesprächen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet. Darin soll es besonders um die Ukraine-Krise und die Sicherheitslage in Osteuropa gehen.
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