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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Die Bedrohungslage bleibt hoch in Afghanistan. Da der Luftweg immer noch am sichersten ist, müssen die CH-53-Transporthubschrauber entsprechend viel leisten. Foto: DBwV
Masar-e-Sharif/Berlin. Viel verändert sich nicht in Afghanistan – gerade deshalb muss man sich immer wieder mit der Lage vor Ort auseinandersetzen. Auch wenn die Bedrohungslage flächendeckend wieder zunimmt, scheute sich der Bundesvorsitzende nicht, sich auf den Weg nach Afghanistan zu machen. Mit Beginn des Wochenendes ging es los und am Dienstagmorgen will Oberstleutnant André Wüstner schon wieder zurück im Berliner Büro sein.
Für den Verbandschef steht fest: Wer über die Einsatzrealität reden will, muss diese am besten vor Ort am eigenen Leibe spüren. Auch wenn der DBwV über seine Ansprechpartner im Einsatz hervorragend vernetzt ist, ersetzt nichts das persönliche Gespräch vor Ort. So gab es bisher eine Reihe Briefings und Gesprächsrunden in Masar-e-Sharif, Kundus und Kabul.
Den Bundesvorsitzenden interessiert die Lageeinschätzung vor Ort, die Kameradinnen und Kameraden wiederum möchten erfahren, wie die Situation in der Heimat ist. Das Interesse gilt auch dem kürzlich beschlossenen Besoldungsstrukturenmodernisierungsgesetz. Dabei nimmt Wüstner die Problemlage vor Ort auf, gibt aber auch Antworten auf vielerlei Fragen.
„Immer wieder gut, dass unser Bundesvorsitzender in die Einsätze fliegt und sich auch unseren Fragen stellt. Das nenne ich einsatznahe Verbandsarbeit, die ihresgleichen sucht“, so ein Oberstabsfeldwebel in Masar-e-Sharif. „Er spricht nicht nur mit dem einen oder anderen General, sondern nimmt sich auch Zeit für uns“, lobte ein Oberstabsgefreiter. Und ein DBwV-Ansprechpartner in Kundus zeigte sich ebenso froh: „Schön, dass du auch hierher kommst, wo es von Zeit zu Zeit Raketen vom Himmel regnet.“ Und so war neben guten Gesprächen bei einer Tasse Kaffee auch der Einblick in die Arbeit vor Ort möglich – oder schlicht ein Blick in die Schutzräume.
„Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement sich die Truppe nach wie vor dem schwierigen Auftrag vor Ort stellt. Die Bedrohungslage ist enorm und auch wenn der deutsche Einsatz im Schwerpunkt auf die Beratung der afghanischen Armee abzielt, bleibt gerade die kinetische Unterstützung der USA unersetzbar. Hier wird mehr als deutlich: Stellen die USA diese Unterstützung ein, wird für uns ein Einklappen der Speiche Nord unausweichlich“, sagte Wüstner in Kundus.
Die Afghanen selbst kämpfen tapfer, haben aber immer wieder herbe Verluste gegen professionell agierende gegnerische Kräfte. Wie es hier weiter geht, bleibt offen. Alle warten auf die Veröffentlichung des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl Ende November, dann erst ergibt sich ein besserer Blick in die Glaskugel. Ob die USA in Kürze erneut offiziell die Friedensverhandlungen mit den Taliban aufnehmen, bleibt offen. Dass dies den endgültigen Truppenabzug nach sich ziehen würde, bewertet man vor Ort als abwegig. Strategisch zu bedeutsam sei die Region mit Blick auf seine Nachbarstaaten, weshalb ein mittlerer Fußabdruck der internationalen Gemeinschaft sicher noch einige Zeit sichtbar bleiben wird.
Die afghanische Armee wird die Wintersaison operativ weiter nutzen und die Taliban aus ihren Nestern drücken, heißt es vor Ort. Das bedeutet auch für die deutschen Kräfte, dass die Beratung anspruchsvoll bleibt. Mögen sie, wie zuletzt bei einem Raketenangriff auf die Liegenschaft in Kundus, weiterhin das nötige Soldatenglück haben. Damals schlugen die Raketen nur wenige Meter neben unseren Kameraden ein, lange Zeit saß man im Bunker, bis sich die Lage entschärfte.
Hieß ein früherer Antikriegsfilm aus dem Jahre 1979 mit Bezug zur festgefahrenen Lage im Ersten Weltkrieg „Im Westen nichts Neues“, so heißt es heute mit Bezug zu den Kämpfen vor Ort: „In Afghanistan nichts Neues“. Ob und wann sich die Politik entschließt, weitere Weichenstellungen vorzunehmen, bleibt offen. Im kommenden Jahr geht es um die Frage der Verlängerung oder Anpassung des Mandats. Für unsere Gefallenen oder Verwundeten gilt vor Ort in Afghanistan wie auch zu Hause: Ihr seid nicht vergessen!
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