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Rückverlegung und Ende der Mission Resolute Support: Bundeswehrsoldaten treten in Masar-e-Sharif den Heimflug an. Foto: Bundeswehr/Kraatz
Als Stefan Weyer am 9. Dezember 2020 in Masar-e-Sharif ankam, war dem Einsatz bereits ein längeres Hin und Her vorausgegangen. Würde seine Einheit als Redeployment-Kompanie nach Afghanistan gehen und sich um Rückbau und Rückverlegung kümmern? Schließlich kam es so und die Redeployment-Kräfte waren voller Elan und Motivation, den Auftrag umzusetzen. Als Abzugstermin stand zu diesem Zeitpunkt noch der 30. April 2021 im Raum.
Mitte Dezember kamen mit der Wahl des neuen US-Präsidenten Joe Biden erste Unsicherheiten im Hinblick auf den Abzugstermin auf. „Das Warten auf Entscheidungen hat den gesamten Einsatz geprägt. Die ewige Unklarheit darüber, wann wir nun endgültig abziehen, wurde von Monat zu Monat schlimmer und drückte auf die Stimmung der Truppe“, erinnert sich Weyer. Nach und nach wurden bereits die Verkaufsstellen und Marketender der verbündeten Streitkräfte geschlossen.
„Als dann die US-Amerikaner Mitte April den Abzugstermin auf den 11. September festlegten, war schon die Masse der Redeployment-Kräfte zu Hause. Für alle anderen begann wieder eine ungewisse Zeit voller Fragen: Kommt noch ein Nachfolgekontingent oder bleiben wir bis zum Schluss? Wann geht es für uns nach Hause?“ Schließlich wieder eine Lageänderung: Die US-Regierung brachte den 4. Juli ins Spiel.
Ab diesem Moment konnten die bereits im Vorjahr geplanten Maßnahmen zum Rückbau endlich in vollem Maße in Angriff genommen werden. Stefan Weyer berichtet, dass dies mit viel Elan und überaus professionell geschah: „Alle zogen am gleichen Strang.“ Die einzige Unbekannte sei nur noch gewesen, wann jeder einzelne Soldat nach Hause fliegen würde. Rund vier Wochen vor Einsatzende stellte die Firma ECO Log ihren Betrieb ein, um sich auf die eigene Rückverlegung von Material und Personal zu konzentrieren. Durch die OASE wurden noch eine Zeitlang ein Frühstücksbrunch und täglich wechselnde Abendgerichte ermöglicht, ansonsten gab es nur noch EPa-Essen.
Oberstabsfeldwebel Weyer war aber nicht nur als Redeployment-Kraft in Masar-e-Sharif, er stand auch als Hauptansprechpartner des DBwV im Einsatz für seine Kameraden zur Verfügung. Die freiwilligen Ansprechpartner stellen die Verbindung aus dem Einsatzgebiet zu den Dienst- und Geschäftsstellen in Deutschland sicher und gewährleisten, dass der Service des Verbands auch in den Einsatzländern ankommt. Oberstabsfeldwebel Weyer war es wichtig, insbesondere in der Schlussphase des Einsatzes immer ansprechbar zu sein. „Um die Verpflegungssituation aufzufangen, haben wir von Verbandsseite aus mit Grillkohle unterstützt. Diese wurde auch bis zum Schluss genutzt. Auch haben mein Nachfolger Stabsfeldwebel Heiko Löhner-Hoffmann und ich die restlichen Gegenstände aus den Starterpaketen an die Mitglieder verteilt, diese waren schnell vergriffen.“
Dann wurde das Einsatzende mehr als greifbar: „Das Zusammenrücken in der Burg war für die Kräfte der letzten Stunde mit Sicherheit nicht schön, wurde aber aufgrund der Lage und des Auftrags von allen Soldaten mitgetragen. Selbst das Wäschewaschen mit der Hand wurde klaglos hingenommen. Für mich persönlich waren der Abbau des Ehrenhains und der Kirche Sankt Benedikt sehr emotionale Momente.“
Zurück in Deutschland blickt Stefan Weyer mit Sorge auf das Land, das die Bundeswehr nun endgültig verlassen hat: „Nach zwei Einsätzen in Masar-e-Sharif mit zuerst knapp fünf Monaten und jetzt knapp sieben Monaten Einsatzdauer wünsche ich mir für Afghanistan, das sich die Taliban mit der Regierung über Friedensverhandlungen einig werden und dass der sinnlose Krieg, der nur Leid für die Bevölkerung bringt, endlich aufhört.“
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