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Das KSK steht im Fokus der Medien. In der insgesamt sehr ausgewogenen Berichterstattung wird das Vorgehen des BMVg begrüßt, aber auch auf die fehlende gesellschaftliche Anerkennung der Soldaten hingewiesen. Foto: Bundeswehr/Jana Neumann
Berlin. Das Thema ist heikel, das Vorgehen des Verteidigungsministeriums drastisch. Beim Blick in die Medien fällt aber auf: Die Berichterstattung über die Vorfälle im KSK und die Maßnahmen, die jetzt die Spezialkräfte treffen, ist sachlich und ausgewogen wie selten zuvor, wenn es um das Thema Extremismus in der Bundeswehr geht.
Insgesamt werden die vom BMVg verkündeten Maßnahmen – eine Kommandokompanie wird aufgelöst, zudem werden große Bereiche wie Führung und Ausbildung des KSK reformiert – als richtig und wichtig bewertet. Die „Welt“ attestiert Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine „notwendige Geschlossenheit“. Zuletzt habe nur Verteidigungsminister Georg Leber 1976 derart durchgegriffen, als er Luftwaffengeneräle feuerte, die einen rechtsextremen Weltkriegspiloten entgegen seiner Weisung zu einem Veteranentreffen eingeladen hatten.
Der Berliner „Tagesspiegel“ hofft, dass die verkündeten Maßnahmen greifen, denn „im Grundsatz braucht die deutsche Armee eine solche Einheit. Bei den Briten heißt sie Special Air Service, SAS, bei Amerikanern US Special Operations Forces; das sind die Vorbilder. Und die GSG9 der Bundespolizei.“
In der Online-Ausgabe der „FAZ“ äußert sich der frühere Militärseelsorger und jetzige Bundestagsabgeordnete Pascal Kober (FDP) mit einem Gastbeitrag. Kober schreibt über die Kommandosoldaten: „Sie sind soldatische Elite, aber vor allem auch Menschen, die es verdient haben, als solche wahr- und ernst genommen zu werden. Anders als Spitzensportlern fehlt ihnen allerdings nahezu jede Anerkennung, nahezu jede Wertschätzung von außen.“ Es sei an der Zeit, dass „wir uns als gesellschaftliche Mitte selbst einmal fragen müssen, welchen Stellenwert der Dienst dieser Menschen für uns, für unsere Freiheit, für unsere Art zu leben eigentlich hat“.
Eine ähnliche Richtung schlägt der Kommentator der „Süddeutschen Zeitung“ ein. „Der Umbau des KSK sollte deshalb im besten Sinne auch ein Einschnitt im Umgang des ganzen Landes mit seiner Armee sein. Was das bedeutet? Sicher mehr Austausch, mehr Reden und Zuhören und mehr Geld für die Soldaten. Vor allem heißt es aber: mehr öffentliche Anerkennung.“ Natürlich müsse Deutschland mit seiner Vergangenheit besonders verantwortungsvoll mit dem Instrument einer Armee umgehen. Aber das dürfe nicht „zu einem Desinteresse führen, wie es sich in diesem Land breitgemacht hat“. Die Soldaten hätten schon lange das Gefühl, dass sie in immer gefährlichere Kriseneinsätze geschickt werden, aber immer weniger ehrliche Rückendeckung erhalten.
Leidenschaftlich, aber zum allergrößten Teil mit dem gebotenen gegenseitigen Respekt, wird in den sozialen Medien über die Causa KSK diskutiert. Ein Blick auf die Facebook-Auftritt des DBwV zeigt: Die meisten Nutzer erkennen, dass die jetzt vom BMVg in Gang gesetzten Maßnahmen eben nicht die Truppe unter Generalverdacht stellen, sondern ein gezieltes und sachorientiertes Vorgehen darstellen. Ein Nutzer schreibt: „Viele Meinungen und viele haben Recht. Kameraden, die sich nicht mehr dem Grundgesetz verpflichtet fühlen, sind am falschen Platz und gehören entfernt.“ Die Vorgesetzten, die dies nicht bemerken, seien ebenfalls am falschen Platz, ergänzt der Nutzer.
Ein anderer User schreibt: „Die Warnschüsse der letzten Monate wurden nicht erkannt, nicht gehandelt. Schade, dass es so weit gekommen ist. Die Blamage dieser weltweit geehrten Truppe hätte man sich ersparen können. […] Ja, es ist einiges aus dem Ruder gelaufen und dafür gibt es keine Entschuldigung. Dennoch habe ich einen riesigen Respekt vor der Leistung und den privaten Entbehrungen dieser Truppe.“
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