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Französische Soldaten demonstrieren auf einer Luftwaffenbasis in Jordanien die Abwehr von Kleindrohnen. Foto: État-major des armées
Sieht so moderne Luftabwehr aus? Die Bilder, die von den französischen Streitkräften in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, muten etwas skurril an: Eine Soldatin richtet ein Gerät, das aussieht wie ein Sturmgewehr, aber statt des Laufs mit Antennen versehen ist, auf eine kleine Drohne. Daneben steht ein Soldat, der das gleiche Ziel mit einer Schrotflinte anvisiert. Das ganze ist kein Scherz: Mit diesen neuen mobilen Luftabwehreinheiten schützt die französische Luftwaffe ihre Basis in Jordanien, von der Rafale-Kampfjets zu Einsätzen gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS) starten, vor möglichen Angriffen mit Kleindrohnen. Die Gefahr ist durchaus real: Drohnen sind längst nicht mehr nur eine Hightech-Waffe hochgerüsteter Armeen. Das haben die französischen Streitkräfte schon vor knapp zwei Jahren auf bittere Weise erfahren müssen. Damals wurden zwei Soldaten der Spezialkräfte im Nordirak bei der Explosion einer vom IS präparierten Drohne schwer verwundet. Zwei Peschmerga-Kämpfer starben, weitere französische Soldaten erlitten leichte Verwundungen. Es war nicht der erste Einsatz selbstgebauter Drohnen durch die Islamisten. Schon in den beiden vorangegangenen Jahren waren kurdische Kämpfer und irakische Sicherheitskräfte von IS-Drohnen nicht nur ausgespäht, sondern auch angegriffen worden. Im vom IS befreiten Mossul wurden zahlreiche Werkstätten mit Bauteilen für einfache Drohnen gefunden.
Größer angelegt war ein mysteriöser Angriff in Syrien auf zwei russische Militärbasen im vergangenen Januar: Insgesamt 13 mit Sprengstoff beladene Drohnen Marke Eigenbau wurden nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums abgeschossen oder kontrolliert zur Landung gebracht. Unklarheit herrscht über den Urheber dieser Attacke. Noch aktueller ist ein Vorfall auf einem ganz anderen Kontinent: In Venezuela kam es Anfang August während einer Rede von Staatschef Nicolàs Maduro zu zwei Explosionen, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden. Beim Attentat im südamerikanischen Krisenstaat sollen ebenfalls kleine Drohnen zum Einsatz gekommen sein.Einfache Drohnen lassen sich preiswert übers Internet beziehen. Mit etwas handwerklichem Geschick können diese leicht zu einfachen, aber effektiven Waffen umgebaut werden. Beim Schutz ihrer Basis in Jordanien, aber auch bei Großveranstaltungen im Inland, setzen die Franzosen nun auf ihre kleinen mobilen Luftabwehreinheiten. Zunächst werden die Signale einer identifizierten Drohne gestört. Mit der mit Spezialmunition geladenen Pumpgun soll die Bedrohung dann ausgeschaltet werden. Weitaus abenteuerlicher muten andere Abwehrmethoden an, mit denen Sicherheitskräfte in aller Welt experimentieren: In den Niederlanden, in Saudi-Arabien und in Frankreich wurden abgerichtete Adler eingesetzt, um Drohnen abzufangen, die sich einer Sicherheitszone nähern. Zumindest in den Niederlanden wurden diese Versuche jedoch wieder aufgegeben. Die US-Armee hat den Rüstungskonzern Lockheed Martin beauftragt, eine Mikrowellen-Waffe zur Abwehr von Drohnen zu entwickeln. In der Schweiz setzen die Sicherheitsbehörden nach Angaben der „Aargauer Zeitung“ auf eine Pistole, die ein zwei mal zwei Meter großes Netz verschießt und damit das Flugobjekt zum Absturz bringt. Die Reichweite des Geräts betrage zwischen 30 und 50 Meter.
Die Bundeswehr, die ebenfalls im Irak und in Jordanien präsent ist, lässt sich hingegen in Bezug auf ihre Abwehrmaßnahmen gegen Kleindrohnen nicht näher in die Karten schauen. Auf Anfrage teilte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos unserer Redaktion mit: „Die mögliche Bedrohung durch Drohnen in den Einsatzgebieten der Bundeswehr ist bekannt und es werden geeignete Detektions- und Abwehrmaßnahmen ergriffen. Zu den Details können aus Gründen der militärischen Sicherheit keine weiteren Angaben gemacht werden.“
Die Bundeswehr betonte, dass man die technologischen Entwicklungen im Bereich der sogenannten small Unmanned Aircraft Systems (sUAS, Klein- und Kleinstdrohnen) und bei Schutzmaßnahmen genau beobachte. „Unterschiedliche Detektions- und Abwehrsysteme werden praktisch auf mögliche Eignung getestet“, so der Sprecher des EFüKdo. Auch finde ein fachlicher Austausch mit anderen in diesem Bereich tätigen Behörden statt. Wie in jedem Bereich der Rüstung wird es auch hier in Zukunft einen Wettlauf geben: Neue Entwicklungen erfordern neue Gegenmaßnahmen. Für die Sicherheitsbehörden wird es einmal mehr darauf ankommen, nicht den einen entscheidenden Schritt zu spät zu sein.
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