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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Ein Eurofighter der Mission VAPB 2020/21 startet von der Ämari Air Base in Estland. Foto: Bundeswehr/Sebastian Spindler
170 Soldatinnen und Soldaten, acht Monate, 35 Alarmstarts: Die Bilanz der deutschen Luftwaffe bei der Nato-Mission „Verstärkung Air Policing Baltikum 2020/21“ (VAPB). Auf der estnischen Ämari Air Base übergab die Bundeswehr im Beisein von Estlands Verteidigungsminister Kalle Laanet am Montag symbolisch die Verantwortung für den baltischen Luftraum an die italienische Luftwaffe.
Für den Einsatz waren seit September 2020 bis zu sechs „Eurofighter“ und wechselnde Kontingente deutscher Soldaten auf dem Stützpunkt in Estland stationiert - zunächst ein Geschwader des taktischen Luftwaffengeschwaders 71 "Richthofen" aus Wittmund, danach das taktische Luftwaffengeschwader 74 aus Neuburg an der Donau. Zusätzlich hatte die Luftwaffe einen verlegefähigen Luftverteidigungsgefechtsstand in die Mission integriert. Deutschland zählt seit Beginn der Luftraumüberwachung zu den wichtigsten Truppenstellern. Bereits zwölf Mal übernahm die Luftwaffe die Aufgabe.
Die an Russland grenzenden Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen haben keine eigenen Kampfjets. Deshalb sichern die Verbündeten im Zuge des «Nato Air Policing Baltikum» im regelmäßigen Wechsel schon seit 2004 den baltischen Luftraum. Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde die Mission erweitert, um unbekannte Flugzeuge nicht nur über dem Baltikum sondern auch im internationalen Luftraum über der Ostsee zu identifizieren.
Der Verteidigungsminister Estlands, Kalle Laanet, bedankte sich bei der Handover-Takeover-Zeremonie beim deutschen Kontingent für die vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit mit der deutschen Luftwaffe: „Deutschland ist für uns ein wichtiger Verbündeter, der regelmäßig am Baltic Air Policing teilnimmt. Wir sind für die vergangenen acht Monate sehr dankbar und hoffen, Sie bald wieder hier in Estland begrüßen zu dürfen“, fasst die Bundeswehr in einem aktuellen Artikel zusammen.
Italien bringt nun eine fliegende Premiere auf die Ämari Air Base – den F-35-Kampfjet. Der Flugzeug-Typ „F-35A Lightning II“ war zuvor zwar schon im Rahmen des Air Policing über Island im Einsatz, nun wird der US-Kampfjet allerdings zum ersten Mal im Baltikum und somit an der Grenze zu Russland eingesetzt. Die Tarnkappenjets werden spanische Eurofighter verstärken, welche zur Luftraumsicherung über Estland, Lettland und Litauen im litauischen Siauliai stationiert sind.
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