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Kabul. Ein UN-Bericht über angebliche Beziehungen zwischen den islamistischen Taliban und der Terrorgruppe Al-Kaida hat für politische Diskussionen gesorgt. In einem auf den 27. Mai datierten Bericht des UN-Sicherheitsrats heißt es, dass die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan immer noch Beziehungen zu Al-Kaida unterhielten. Die Taliban bezeichneten die Vorwürfe am Dienstag (2. juni) als «haltlos».
Laut Experten haben die Vorwürfe politische Bedeutung, da die Taliban damit ein Ende Februar unterzeichnetes Abkommen mit den USA verletzt haben könnten. Der am 29. Februar im Golfemirat Katar geschlossene Deal sieht einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen aus Afghanistan vor. Im Gegenzug hatten die Taliban unterschrieben, dass aus Afghanistan keine weiteren Terrorgruppen wie Al-Kaida die Sicherheit der USA bedrohen würden.
Laut dem 28-seitigen UN-Bericht blieben die Beziehungen beider Gruppen eng, «basierend auf Freundschaft, einer Geschichte des gemeinsamen Kampfes, ideologischer Sympathie und Hochzeiten untereinander». Zwischen 400 bis 600 Kämpfer von Al-Kaida sollen sich demnach in Afghanistan aufhalten. Die Taliban dementierten den Bericht. Die Gruppe verpflichte sich zur «Einhaltung und Umsetzung» des Abkommens.
Der USA-Taliban-Deal soll den seit fast zwei Jahrzehnten bestehenden Konflikt in Afghanistan beenden. Neben dem Truppenabzug sieht er einen Gefangenentausch mit der Regierung in Kabul vor und soll den Weg für Friedensgespräche ebnen. Die afghanische Regierung war nicht am Deal beteiligt, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten.
Die Taliban hatten Afghanistan zwischen 1996 und 2001 regiert. Eine von den USA angeführte internationale Militärintervention nach den Al-Kaida-Anschlägen vom 11. September 2001 setzte ihrer Herrschaft ein Ende. Seit 2006 sind sie wieder verstärkt aktiv und kontrollieren jetzt Teile des Landes.
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