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In Erinnerung an Hauptmann Markus Matthes, gefallen am 25. Mai 2011 bei einem Anschlag in Afghanistan, wurde in der Julius-Leber-Kaserne ein Weg nach dem Offizier der DSO bennant. Foto: DBwV/Christine Hepner
Berlin. „Es wird uns unseren Sohn nicht zurückgeben, aber wir sind sehr stolz auf ihn.“ Sichtlich bewegt und dankbar wohnten die Eltern von Markus Matthes der Einweihung eines Wegs mit dem Namen ihres Sohnes bei. In der Julius-Leber-Kaserne in Berlin fand dazu am 28. Mai im Kreis von Angehörigen und früheren Kameraden eine Gedenkveranstaltung statt. An diesem Tag wäre Markus Matthes 43 Jahre alt geworden, doch er konnte diesen Geburtstag nicht begehen. Er hat als Soldat im Einsatz den höchsten Preis in Erfüllung seiner soldatischen Pflichten bezahlt – er hat sein Leben gegeben. Brigadegeneral Andreas Henne, General für Standortaufgaben und Standortältester für Berlin, würdigte den Gefallenen in seiner Rede. „Liebe Familie Matthes, Sie haben vor vielen Jahren das Schwerste erlebt, das einem Menschen zugemutet werden kann: den Verlust Ihres Sohnes. Aber vielleicht bringt Ihnen der Anlass unseres heutigen Zusammentreffens etwas Trost. Ihr Sohn Markus ist in Ausübung seines Dienstes gefallen. Er trägt die höchste Auszeichnung, die unser Land für Tapferkeit vergeben kann. Und er ist durch seine Auffassung und Pflichterfüllung uns allen zu einem Vorbild geworden. Er ist für uns Soldaten traditionsstiftend im besten Sinne des Wortes.“ Es sei nun Aufgabe der Bundeswehr und der Kameraden, die Erinnerung an Markus Matthes wachzuhalten und sein Opfer nicht zu vergessen. „Wir geben dieser Erinnerung heute einen Ort, mitten im Soldatenleben der Hauptstadt“, so Henne.
An der zentralen Einfahrt der Julius-Leber-Kaserne ziert nun ein neues Straßenschild den Weg zum Stabsgebäude des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr. Der Hauptmann-Matthes-Weg befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte für den Namenspatron der Kaserne, Julius Leber. Nach einer Umgestaltung des Platzes, die noch für dieses Jahr vorgesehen ist, sollen hier zwei Traditionslinien der Bundeswehr zusammenkommen: der Widerstand, für den Julius Leber steht, und der Einsatz der Bundeswehr, für den Markus Matthes steht. Hauptmann Markus Matthes wurde am Morgen des 25. Mai 2011 im Rahmen des Afghanistan-Einsatzes Opfer eines Sprengstoffanschlags. Während einer Patrouillenfahrt im Distrikt Chahar Darreh nahe Kundus explodierte unter seinem Transportpanzer „Fuchs“ ein Sprengsatz und riss den Heeresoffizier drei Tage vor seinem Geburtstag in den Tod. Matthes war Angehöriger der Division Spezielle Operationen und stationiert in Stadtallendorf. Er gilt als Sinnbild für den pflichtbewussten, loyalen und tapferen Bundeswehroffizier. So hatte er nur knapp drei Wochen vor seinem Tod einen schweren Anschlag leicht verletzt überlebt und verblieb auf eigenen Wunsch in Afghanistan. Posthum wurde Matthes das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit verliehen. Beigesetzt wurde er mit militärischen Ehren in einem Ehrengrab in seiner Geburtsstadt Berlin.
Der mit ihm eng befreundete Diskuswerfer und Sportsoldat Robert Harting widmete seine 2011 in Südkorea erkämpfte Goldmedaille dem Kameraden. Die Stadt Stadtallendorf in Hessen und der dort stationierte Stab der Division Schnelle Kräfte ehrten den gefallenen Soldaten im Mai 2018 mit der Umbenennung einer Straße in die „Hauptmann-Matthes-Straße“. Dass damals zum ersten Mal in Deutschland eine öffentliche Straße nach einem im Auslandseinsatz gefallenen Bundeswehrsoldaten benannt wurde, bedeute ihnen noch immer viel, sagen die Eltern von Markus Matthes, die 2011 ihr einziges Kind verloren. Und auch die Gedenkveranstaltung in Berlin, zu der Freunde und Kameraden von weither in Andenken an ihren Sohn angereist waren, habe sie sehr bewegt.
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