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Luftwaffe unterstützt mit MedEvac. Foto: Bundeswehr/Kevin Schrief
Fieber, Übelkeit und Erbrechen: Mehrere deutsche Polizeiausbilder und ein Bundeswehrsoldat sind in Afghanistan an Covid-19 erkrankt. Die Luftwaffe holt sie zurück. Kollegen werden mit einer Chartermaschine ausgeflogen.
Berlin - Nach einem Corona-Ausbruch unter deutschen Polizeiausbildern in Afghanistan hat das Bundesinnenministerium insgesamt neun Polizisten nach Deutschland zurückgeholt. Mit einem speziell ausgestatteten Airbus A400 MedEvac flog die Luftwaffe am Sonntag (31. Mai 2020) drei erkrankte Ausbilder in die Heimat. Mit an Bord war auch ein infizierter Bundeswehrsoldat, der im Camp Marmal im nordafghanischen Masar-i-Scharif stationiert war, wie die Luftwaffe mitteilte.
Der Airbus landete am späten Sonntagabend in Köln. Parallel dazu wurden mit einer gecharterten Maschine sechs weitere Polizisten nach Deutschland zurückgebracht. Sie hätten bei der Ausbildungsmission mit den infizierten Kollegen zusammengearbeitet und gälten daher als Erstkontakte, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
Weil es wegen der Corona-Krise keine geeigneten zivilen Flüge gebe, seien sie von einem privaten Anbieter für medizinische Flüge ausgeflogen worden. Auch diese Maschine sei inzwischen in Deutschland eingetroffen, sagte der Sprecher am Montag. Zwei der erkrankten Polizisten stammen den Angaben zufolge aus Nordrhein-Westfalen. Zuvor hatte der «Spiegel» über die Evakuierungsflüge berichtet.
Die neun Beamten gehören zu der Einheit, die im Rahmen des «German Police Project Teams» in Kabul und Masar-e-Scharif lokale Polizisten ausbildet. Drei von ihnen hatten laut Bundesinnenministerium am 26. Mai Symptome wie leichtes Fieber, Übelkeit und Erbrechen gezeigt. Bei zwei von ihnen sei der Corona-Test positiv ausgefallen, sagte der Sprecher. Da der dritte ebenfalls Symptome zeige, sei auch bei ihm von einer Infektion auszugehen.
Zurückgebracht wurde außerdem ein positiv auf das Coronavirus getesteter Bundeswehrsoldat aus dem Camp Marmal in Masar-i-Scharif. Die Männer wurden auf dem Rückflug zur Sicherheit von einem Arzt und einem Notfallsanitäter begleitet, wie ein Sprecher des Sanitätsdienst der Bundeswehr sagte.
Die Ausbildungsmission in Afghanistan gerät damit ins Stocken. Weil jetzt neun Polizisten fehlen, könne die gesicherte Unterkunft des Teams vorübergehend nicht genutzt werden, erklärte der Ministeriumssprecher. Für den Betrieb sei eine Mindestanzahl an deutschen Einsatzkräften notwendig.
Neben zwei Polizisten, die dauerhaft am militärischen Teil des Flughafens Kabul im Nato-Camp stationiert seien, würden der Leiter des Projekts und drei weitere Kräfte nun an der deutschen Botschaft Kabul untergebracht. Sie hätten keinen Kontakt zu den Erkrankten gehabt. Eine Präsenz vor Ort sei damit weiterhin sichergestellt, die Wahrnehmung der Aufgaben werde jedoch weiter eingeschränkt.
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