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Nach mehr als einem Jahrzehnt der Bundeswehr-Präsenz im Irak ist das letzte Kontingent jetzt wieder in Deutschland. Das Verteidigungsministerium arbeitet bereits an einer neuen Zusammenarbeit.
Wunstorf. 28 Soldatinnen und Soldaten sind als letztes Bundeswehr-Kontingent aus dem nordirakischen Erbil nach Deutschland zurückgekehrt. «Mit Ihrer Rückkehr endet nach mehr als einem Jahrzehnt die aktuelle deutsche Präsenz in der Region Kurdistan-Irak», sagte Generalleutnant Günter Katz bei einem feierlichen Appell am Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover.
Zu Beginn des deutschen Engagements in Erbil im Jahr 2015 habe der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Mittelpunkt gestanden, sagte Katz. In den Jahren danach hätten viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zur Stabilisierung der Region beigetragen, etwa mit der Beratung der Peschmerga, den Streitkräften der autonomen Region Kurdistan im Irak.
Gerade die letzten Monate waren dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Nils Hilmer, zufolge, geprägt von einer angespannten Sicherheitslage: Seit März sei es verstärkt zu Angriffen in der gesamten Region gekommen, auch auf die Airbase, auf der die deutschen Soldatinnen und Soldaten weitestgehend untergebracht waren. Der Abzug sei deshalb immer wieder von Planänderungen gekennzeichnet gewesen.
Ministerium: Schaffen Grundlage für weitere Zusammenarbeit«Die irakische Regierung hat beschlossen, die Sicherheit ihres Landes wieder ganz in die eigenen Hände zu nehmen», sagte Hilmer. Das respektiere die Bundesregierung. «Wir sind jedoch bereits dabei, die Grundlagen für unsere zukünftige Zusammenarbeit mit den irakischen Streit- und Sicherheitskräften zu schaffen, selbstverständlich und vor allem auch mit den Peschmerga.»
Außenminister Johann Wadephul hatte bereits im Juli gesagt, Deutschland wolle grundsätzlich mit der Bundeswehr in Erbil engagiert bleiben. Er halte das «auch außenpolitisch für richtig und für geboten», sagte der CDU-Politiker.
Feldlager in Erbil wurde irakischen Kräften übergebenSeit 2015 beteiligt sich die Bundeswehr am internationalen Einsatz gegen die Terrormiliz IS im Irak und in Syrien. Das deutsche Engagement umfasst Beiträge zur US-geführten Anti-IS-Koalition Operation Inherent Resolve (OIR) sowie die Stärkung des irakischen Sicherheitssektors, letzteres vor allem im Rahmen der 2018 begonnenen Nato-Mission Irak (NMI).
Inzwischen hat sich der Fokus der Operation OIR nach Angaben der Bundeswehr vom Irak nach Syrien verlagert. In Absprache mit der irakischen Regierung endete das deutsche Engagement im Nordirak deshalb zum 30. September. Die Strukturen in Erbil wurden zurückgebaut und das multinationale Feldlager an irakische Sicherheitsorgane übergeben.
Am Mittwoch war auch das US-Militär vollständig aus dem Irak abgezogen. Damit endete eine Zeit von teils heftig umstrittenen US-Militäreinsätzen in dem Land im Nahen Osten, mit denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz IS bekämpft wurden.
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