Ein Abend im Zeichen des Jubiläums
Klartext in spannenden Zeiten
Zielgruppentagung des Unterstützungsbereichs
Stellungnahme des DBwV zum Bundesalimentationsgesetz
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Auf einmal ist Grönland wieder Thema
Kabinett beschließt Haushaltsentwurf – „Keine Verteidigung mit der schwarzen Null“
Zwischen Weltpolizei und innerer Zerrissenheit: Wie 250 Jahre Sicherheitsstreben die USA prägten
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
SaZ-Onlinetreff: Rentenansprüche sichern – Nachversicherung, Aufstockung und Übergangsleistungen richtig nutzen
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Bundestag berät über die Bundeswehrbeteiligung an KFOR und EUFOR ALTHEA
Erinnerung an Andreas Heine und Christian Schlotterhose
Erinnerung an Alexander Schleiernick, Oleg Meiling und Martin Brunn
Berlin feiert die Veteranen
Sichtbares Zeichen des Gedenkens und der Wertschätzung
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Der Bundesvorsitzende, Oberst André Wüstner, begrüßte Verteidigungsminister Boris Pistorius zum Parlamentarischen Abend des Verbandes. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Der DBwV begrüßte mehr als 640 Gäste zum Parlamentarischen Abend.
Im Gespräch bleiben, mit denen, die Verantwortung tragen und entscheiden. Denen danken, mit denen man jahrein, jahraus vertrauensvoll zusammenarbeitet – das ist in dieser Zeit wichtiger denn je. Ein Ereignis sticht dazu im Kalender heraus: Der Parlamentarische Abend des Deutschen BundeswehrVerbandes. Deswegen ist es eine lange und gute Tradition: Wenn der Verband einlädt, kommt die gesamte sicherheitspolitische Community. Doch am Donnerstagabend ging es um mehr – es gab etwas zu feiern: Vor 70 Jahren, im Juli 1956, gründeten entschlossene und weitblickende Soldaten den DBwV. Sie legten den Grundstein für die einzigartige Erfolgsgeschichte des Berufsverbands, der sich um die Interessen der Menschen der Bundeswehr kümmert. Und so war gestern tatsächlich jeder Gast auch ein Gratulant!
„Gerade, weil momentan eine Vielzahl von Herausforderungen gleichzeitig zu meistern ist, weil wir alle aktuell so stark gefordert sind wie lange nicht, bin ich dankbar, dass Sie dennoch alle da sind. Dass Sie sich Zeit nehmen für unser Jubiläum und einen Abend, der dem Austausch gewidmet sein soll. Denn Gespräche sind in dieser Zeit von besonderer Bedeutung“, begrüßte der Bundesvorsitzende Oberst André Wüstner die Gäste aus Bundesregierung, Bundestag, Bundeswehr, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Gewerkschaften, darunter auch einsatzversehrte Kameraden und frühere Weggefährten.
Er dankte allen Anwesenden für die Glückwünsche zum 70. Verbandsjubiläum und unterstrich dessen Bedeutung: „Ohne Herkunft keine Zukunft!“
Wüstner beschrieb, wie bei allen richtigen Weichenstellungen der letzten Jahre die Belastung der Truppe trotzdem enorm hoch sei und sprach von einer Art „Schwerfläche“ anstatt eines Schwerpunktes. Während die Aufträge seit 2022 stark zugenommen hätten, käme man bei Personal, Material und Infrastruktur noch nicht schnell genug hinterher. Es gelte daher, die Innere Lage im Auge zu behalten, denn gerade jetzt brauchte es motivierte Menschen, die die vielen Herausforderungen meistern.
Dazu unterstrich der Bundesvorsitzende: „1956, im Gründungsjahr, waren die Dinge nicht einfach, aber vermutlich einfacher als heute, wo sich unsere überregulierte Bundeswehr in ihrer bisher größten Transformationsaufgabe befindet. Auf dem Weg zu einer Ausbildungs- und Mobilmachungsarmee steht sie vor einem fundamentalen Wandel.“ Das „Warum“ sei klar. Man wisse: „Die Welt passt sich nicht an uns an – wir müssen uns an die Welt anpassen und somit auf die Bedrohungslage reagieren, wollen wir weiter in Frieden und Freiheit leben“. Trotz manch einer „Unwucht“ zeigte sich der Bundesvorsitzende zuversichtlich: „Wir werden einen Weg finden – weil wir es müssen!“
Gut 640 Teilnehmer waren ins Berliner JW Marriott Hotel gekommen, unter ihnen der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, seine Stellvertreterin Generaloberstabsarzt Dr. Nicole Schilling sowie weitere Spitzenmilitärs aus dem In- und Ausland, der Wehrbeauftragte Henning Otte, die Verteidigungsstaatssekretäre Stöß, Plötner, Hartmann und Schmid und Regierungsvertreter anderer Ressorts. Erneut kamen zudem viele Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Auch Botschafter und Attachés unserer Verbündeten ließen sich diesen besonderen Abend nicht entgehen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius, tags zuvor noch Teilnehmer beim NATO-Gipfel in Ankara, gratulierte zunächst dem Verband: „70 Jahre DBwV – das sind sieben Jahrzehnte Engagement für diejenigen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen für die Sicherheut dieses Landes!“ Der Verband sei ein echter Partner, nicht immer bequem, aber kritisch und mit Haltung. „Danke für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung bei unserem gemeinsamen Ziel, die Bundeswehr noch besser zu machen!“
Kurz ging der Minister auf den NATO-Gipfel ein und betonte, es sei „überdeutlich geworden, dass alle Partner bereit sind, einen großen Beitrag zu leisten.“ Das Bündnis sei heute so stark wie lange nicht. Sehr froh zeigte sich Pistorius darüber, dass Deutschland bei der Beschaffung von amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern einen großen Schritt weitergekommen sei. Wichtig sei: „Die NATO wird europäisch, damit sie transatlantisch bleiben kann.“
Pistorius berichtete von seinem jüngsten Besuch in Litauen und erklärte, der Aufbau der Panzerbrigade 45 gehe mit „Riesenschritten“ voran. Auch hier dankte er dem DBwV für seine Unterstützung – unter anderem für seine Initiative zur Erarbeitung eines „Artikelgesetzes Zeitenwende“. Mit Blick auf das Personal unterstrich der Minister, dass die Einsatzbereitschaft im Zweifel wichtiger sei als die Freiwilligkeit, verpflichtende Maßnahmen seien im Zweifel möglich. Überhaupt sei die Rekrutierung von Personal für die Streitkräfte die zentrale Aufgabe der Zukunft. Unterm Strich stellte Pistorius fest: „Wir haben tolle Frauen und Männer in der Bundeswehr. Sie sind der Garant unserer Sicherheit, auf sie können wir stolz sein. Ich freu mich, gemeinsam mit dem DBwV für diese Menschen zu arbeiten!“
Die ernste Weltlage, sie sorgte an diesem Abend nicht für Trübsinn. Da sprachen ehemalige Verteidigungsminister oder Wehrbeauftragte mit aktuellen Abgeordneten, Journalisten mit Botschafter, Abteilungsleiter aus dem BMVg mit Einsatzversehrten, Außenpolitiker mit Innenexperten. Und mittendrin die Spitzenmandatsträger des DBwV. Alles in entspannter, vertrauensvoller Atmosphäre, getragen von dem Bewusstsein, dass Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit eine Aufgabe ist, die nur gesamtgesellschaftlich gelöst werden kann.
Für etliche unter den Gästen war es die Fortsetzung des Tages – bei der Tagung des DBwV mit militärischem und zivilen Spitzenpersonal der Bundeswehr war es im reinen Expertenkreis um die drängenden Herausforderungen der Gegenwart gegangen.
Der Ort – ein Hotel in der Stauffenbergstraße, ein paar Schritte vom historischen Bendlerblock, dicht am Berliner Dienstsitz des BMVg, hätte für beides weder praktischer noch bedeutsamer sein können.
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