Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches zum Gedenken auf der Berliner Straße des 17. Juni.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches zum Gedenken auf der Berliner Straße des 17. Juni. Foto: DBwV/Yann Bombeke

31.07.2026
Von Yann Bombeke

Marsch zum Gedenken endet in der Gluthitze Berlins

Der Marsch zum Gedenken 2026 ist am Ziel angekommen: Die Gruppe hat am Donnerstag Berlin erreicht, das an diesem Tag an einen Glutofen erinnerte.

Die Strapazen waren den 155 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Marsches zum Gedenken anzusehen, als sie am Donnerstagmittag die Hauptstadt erreichten. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie schon mehr als 100 Kilometer in dieser Woche hinter sich gebracht. Und da waren auch noch diese Temperaturen in Berlin: Mehr als 37 Grad Celsius zeigte das Thermometer an.

Am Donnerstagmorgen waren sie zu ihrer letzten Etappe gestartet, die sie von der General-Steinhoff-Kaserne in Berlin-Gatow, Sitz des Luftwaffenkommandos, über den Berliner Ortsteil Halensee ins Regierungsviertel der Hauptstadt führte. Zur Marschpause im Berliner Westen hatte der DBwV Getränke spendiert, ein Angebot, das bei diesen Witterungsbedingungen gerne angenommen wurde.

Über den Kurfürstendamm ging es dann weiter zum Reichstagsgebäude. Zu sehen waren wieder die starken Bilder, die aus den Vorjahren bekannt sind: Wenn Soldatinnen und Soldaten mit Deutschland-Flaggen durch Berlin marschieren, ist das eben nicht alltäglich und zieht immer noch viele neugierige Blicke auf sich. Passanten zückten ihre Mobiltelefone, filmten den ungewohnten Aufmarsch in der Stadt. Manche klatschten Beifall, die Soldatinnen und Soldaten applaudierten zurück und es schallte ein lautes „Danke!“ aus ihren Kehlen. Dankbar zeigte sich die Marschgruppe auch für eine willkommene Abkühlung zwischendurch: An zwei Stellen kam aus eigens bereitgestellten Feuerwehrschläuchen eine erfrischende Wasser-Dusche von oben.

Insgesamt haben die Teilnehmer des Gedenkmarsches 120 Kilometer hinter sich gebracht. 120 Kilometer, die von 120 Marschierern in Erinnerung an jene 120, die nicht mehr lebend aus dem Auslandseinsatz zurückgekehrt sind, zurückgelegt wurden. Ein zusätzlicher Weg von 3447 Metern wurde zurückgelegt in Gedenken an die insgesamt 3447 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbeschäftigten, die seit der Gründung der Bundeswehr im Dienst verstorben sind.  Für sie nahmen weitere 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Marsch teil. Ihr eigenes Namensband an der Brust haben die Marschteilnehmer gegen das eines verstorbenen Kameraden eingetauscht.

Vor dem Reichstagsgebäude trafen sie wie schon in den Vorjahren auf ihre Angehörigen und auf Hinterbliebene. Am Brandenburger vorbei ging es schließlich zum Ziel am Ehrenmal der Bundeswehr im Bendlerblock. Auf dem Weg dorthin wurden noch zwei Stopps eingelegt: Wie in den Vorjahren wurde am Holocaust-Mahnmal kurz zu einer Gedenkminute innegehalten. In diesem Jahr stoppte die Gruppe nur wenige Meter weiter in der Lennéstraße, um auch dort eine Schweigeminute in Gedenken an die Opfer des islamistischen Terroranschlags auf den CSD wenige Tage zuvor einzulegen.

Schließlich war am frühen Nachmittag das Ziel erreicht: Den Abschluss des Marsches zum Gedenken 2026 bildete eine Gedenkveranstaltung auf dem Paradeplatz im Bendlerblock. Dort war auch der Stellvertreter des Bundesvorsitzenden, Oberstabsgefreiter Marcus Meissner, um am Ehrenmal einen Kranz des Deutschen BundeswehrVerbandes niederzulegen. Oberstabsgefreiter Meissner hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Marsches bereits am vergangenen Sonntag bei einer Auftaktveranstaltung begrüßt. Der DBwV unterstützt seit Jahren den vom Reservistenverband organisierten Marsch zum Gedenken.

Eine weitere Gedenkveranstaltung hatte bereits am Dienstag stattgefunden, als die Gruppe am Wald der Erinnerung in Schwielowsee bei Potsdam Station machte. Dort pflanzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstmals einen Baum, dekoriert mit Patches und Namensbändern. Bei der dortigen Kranzniederlegung wurde der DBwV durch den Vorsitzenden ERH im Landesverband Ost, Stabsfeldwebel a.D. und Oberstabsfeldwebel d.R. Frank Udo Reiche, vertreten. 

Nach der Gedenkveranstaltung im Bendlerblock sagte Oberstabsgefreiter Marcus Meissner: „Erinnerung ist mehr als ein Blick zurück. Sie ist ein Versprechen, die Opfer unserer Kameradinnen und Kameraden niemals zu vergessen und die Erinnerung für die Zukunft gemeinsam zu tragen.“

Für den Stellvertreter des Bundesvorsitzenden ist klar: Der Marsch zum Gedenken steht jedes Jahr für Zusammenhalt, Respekt und die bleibende Verpflichtung gegenüber denjenigen, die im Dienst für unser Land ihr Leben verloren haben. Er macht deutlich, dass Erinnerung nicht nur Teil unserer Tradition ist, sondern gelebte Kameradschaft und Verantwortung.

Meissner weiter: „Im kommenden Jahr begehen wir das 10-jährige Jubiläum des Marsches zum Gedenken, ein besonderer Meilenstein, der uns Anlass gibt, sowohl zurückzublicken als auch den Blick nach vorn zu richten. Der Deutsche BundeswehrVerband wird diese Gelegenheit nutzen, um sich noch stärker für die Belange unserer Kameradinnen und Kameraden einzubringen. Gemeinsam wollen wir das Gedenken weiter stärken, den Zusammenhalt fördern und den Marsch zum Gedenken noch sichtbarer machen.“

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