Beförderungsstopp: Einen Schritt weiter, aber noch lange nicht am Ziel
70 Jahre DBwV – Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Ein Abend im Zeichen des Jubiläums
Klartext in spannenden Zeiten
Bundeskanzler Merz: Regierungserklärung zum Europäischen Rat
Die ultimative Abschreckung
Starke Stimme für Vielfalt: Nariman Hammouti erhält den Verdienstorden
70 Jahre Zentrum Innere Führung – 70 Jahre Führungskultur
Neues Magazin mit Beilage „Qualifikation und Ausbildung“
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
Bundeswehrbeteiligung bei UNMISS-Mission und EUNAVFOR Aspides soll fortgeführt werden
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Gedenken: Erinnerung an Feldwebel Alexander Arndt
Gedenken an Oberstabsarzt Dr. Dieter Eißing
Erinnerung an Oberfeldwebel Florian Pauli
Erinnerung an den Stabsgefreiten Patric Sauer
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Im Mai schuf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die neue Stabsstelle „Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion“. Dieses moderne Unternehmensprinzip versucht, die Vielfalt seiner Mitarbeiter stärker für die Ziele der Organisation zu nutzen.
Für Menschen mit Migrationshintergrund, mit Handicaps und für Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung ist dieser Ansatz ein „Sprungbrett“ – auch für den „Arbeitskreis Homosexueller Angehöriger der Bundeswehr“, kurz AHsAB e.V..1979 war die homosexuelle Neigung bei Wehrpflichtigen noch Ausmusterungsgrund – diese Zeiten sind längst vorbei: 2016 ist jede Benachteiligung homosexueller Soldaten untersagt, Vorurteile gibt es aber trotzdem noch. Dass Schwule als „unmännlich“ und „erpressbar“ gelten, ist in der Bundeswehr weit verbreitet.
Ein „Coming Out“ in der Bundeswehr ist deshalb nach wie vor von existentiellen Ängsten begleitet. In einigen Fällen kann es ein Karrierekiller sein: Es gibt Menschen in der Bundeswehr, die wurden „vor dem Outing gut beurteilt, aber auf dem gleichen Posten danach gab es eine schlechte Beurteilung“, weiß Marcus Otto, Vorsitzender des Arbeitskreises. Die Konsequenz aus der Angst: Es gibt viele Betroffene, aber wenig Beschwerden. Otto: „Es gibt ja das Beschwerderecht, aber man braucht auch Mut diesen Weg zu gehen. Und das trauen sich die meisten nicht, sondern sagen sich: ‚Ich werde es lieber so hinnehmen‘.“ Diesen Kreislauf versucht der Verein zu durchbrechen: 2002 gegründet, hilft er homo-, bi-, trans- und intersexuellen Angehörigen der deutschen Streitkräfte, versteckte Diskriminierung abzubauen, für ihre Themen in der gesamten Bundeswehr zu sensibilisieren und aktiv in der Phase des Outings zu unterstützen. Dazu trägt der Verein in Seminaren und Workshops vor, klärt über Verwaltungsbestimmungen, Vorschriftenänderungen oder Statuswechsel auf und berät Vorgesetzte. Der Hauptmann ist seit 2009 Mitglied bei AHsAB e.V. und wurde 2016 sein Vorsitzender. In diesem Jahr bearbeitet er zehn spezielle Anfragen zum Thema Transsexualität und berät gleich in fünf Diskriminierungsfällen.
In weiten Teilen muss er noch immer grundsätzliche Aufklärungsarbeit leisten: „Die neue Generation geht schon besser mit dem Thema um, da sie ja heutzutage öfter in Schulen und im Alltag damit konfrontiert werden. Aber es gibt immer noch Scheuklappen, gerade in den Kampftruppen. Viele Soldaten können sich dort einen Homosexuellen nicht als Vorgesetzten vorstellen. Von den Frauen wird auch immer noch Ähnliches berichtet. Mit der neuen Stabsstelle „Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion“ hat AHsAB e.V., ein privat organisierter Verein mit rund 100 Mitgliedern, einen enormen Schub bekommen. „Die Bundeswehr hat endlich verstanden, dass wir ein Diversity-Management brauchen. Nun werden wir viel mehr wahrgenommen und zu diversen Veranstaltungen eingeladen“, sagt Otto.
Auf dem Parlamentarischen Abend des Deutschen BundeswehrVerbands im Sommer unterstrich die Verteidigungsministerin wiederholt, wie wichtig ihr die gesellschaftliche Vielfalt in der Bundeswehr ist:
Trotz des Medienrummels hat die Idee aber noch nicht überall die Basis erreicht – guter Wille ist nicht genug, so Otto: „In der Führungsebene ist es ganz nett, Diversity-Management zu behandeln, aber es muss in der Truppe ankommen und bis in die Grundausbildung getragen werden! Pfarrer und Truppenpsychologen stellen sich dort vor, nicht aber unser Verein oder andere Personen, die für dieses Thema sensibilisieren können. Das muss sich ändern.“
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