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Dellschau war von 2014 bis 2020 Kommandeur des Gebirgspanzerbataillons 8. Er war am Aufbau des Heimatschutzregiments 1 beteiligt. Foto: Dellschau
Modern, leistungsstark und ein Bindeglied zwischen Bundeswehr und Gesellschaft: Das ist die Idee hinter den Heimatschutzregimentern. Oberst d.R. Oliver Dellschau war am Aufbau des Heimatschutzregiments 1 beteiligt. Ein zweites wird derzeit in NRW aufgestellt – und vier weitere sind schon geplant.
Naturkatastrophen, Coronapandemie, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine: Der Heimatschutz ist zuletzt wieder stärker in den Fokus gerückt. Eine Reaktion der Politik auf diese Bedrohungen sind Heimatschutzregimenter. Sie gehören zur territorialen Reserve und bestehen aus den regionalen Heimatschutzkompanien, in denen fast ausschließlich Reservistinnen und Reservisten beordert sind. Ein Heimatschutzregiment untersteht dem Kommandeur des jeweils zuständigen Landeskommandos.
Das erste Heimatschutzregiment Deutschlands ist das in Bayern. Es ging aus dem Pilotprojekt „Landesregiment Bayern“ hervor, das 2019 gestartet war und 2021 mit einer Herbstausbildung geendet hatte. Im April vergangenen Jahres wurde das Landesregiment Bayern dann in Heimatschutzregiment 1 umbenannt. Es besteht aus den neun Kompanien der Heimatschutzkräfte in Bayern mit rund 700 Soldatinnen und Soldatinnen sowie Soldaten der Reserve.
Bürokratie als Hürde
Einer der Macher hinter dem Projekt „Landesregiment Bayern“: Oliver Dellschau, Oberst der Reserve im Stab des Landeskommandos Bayern. Er hat unter anderem das Ausbildungskonzept für die Herbstausbildung mit erarbeitet und ist immer noch dabei, die Komplettierung der Aufstellung des Heimatschutzregiments 1 voranzutreiben. „Wie bilden wir Reservisten in den verschiedenen Ebenen aus? Dafür braucht es Konzepte, Standards und auch eine Idee, wie es in der Praxis läuft“, erklärt Oberst Dellschau.
Das erfolgreiche Pilotprojekt lieferte zahlreiche Erkenntnisse, was zum Beispiel Struktur und Personalmodelle angeht. „Alles ist machbar, aber man muss dicke Bretter bohren“, sagt Dellschau und nennt die Bürokratie als Beispiel. „Aus dem Zivilleben ins Soldatendasein wechseln ist immer noch viel zu kompliziert. Als Heimatschützer muss man alle sechs Wochen mal für ein paar Tage in Uniform sein, sonst geht das nicht.“ Ein weiteres Beispiel: „Wir haben zivile Baggerfahrer, die bei ,Wetten dass..?‘ mit einer tonnenschweren Baggerschaufel ein Feuerzeug anzünden könnten. Aber die Bundeswehr schafft es nicht in angemessener Zeit, ihnen einen Schein zu geben, damit sie ein Erdarbeitsgerät führen dürfen.“
Was macht ein Heimatschutzregiment?
Zu den Aufgaben eines Heimatschutzregiments gehören Wach- und Sicherheitsaufgaben (beispielsweise das Einrichten und Betreiben eines Checkpoints). Im Katastrophenfall - wie zum Beispiel eines Hochwassers - können sie zivile Organisationen unterstützen. Bei einem flächendeckenden Blackout oder im Verteidigungsfall sichern sie kritische Infrastruktur.
Genau in solchen Fällen sollen die Heimatschutzregimente schnell und unkompliziert eingebunden werden können. Das in Bayern erfolgreich erprobte Modell wird auch auf weitere Standorte übertragen: Das Heimatschutzregiment 2 wird in Nordrhein-Westfalen sitzen, bis 2027 sollen weitere in Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen dazukommen.
Das geht nicht ohne Reservistinnen und Reservisten. Oberst d.R. Dellschau, der auch Mitglied im DBwV ist, über seine Tätigkeit als Reservist: „Das ist ähnlich wie bei der Freiwilligen Feuerwehr mit der Verfügbarkeit und der Frequenz der Einsätze: Es ist eine tolle Aufgabe, die ich zwar nicht hauptamtlich machen kann, aber dabeibleiben will. Bei mir ist das auch der Wunsch, für die Gemeinschaft etwas zu tun und für unser Land da zu sein. Da steckt ein gewisser Stolz dahinter. Die Bundeswehr ist da wirklich ein toller Arbeitgeber.“
Einen ausführlichen Podcast mit Oberst d.R. Oliver Dellschau gibt es hier.
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