Für den Vorstand Luftwaffe mit Oberstabsfelwebel Heiko Stotz und Hauptmann Maria Holz ist die ILA ein Pflichttermin. Im Hintergrund: Die Zukunft der Luftwaffe, der Kampfjet F-35A. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Für den Vorstand Luftwaffe mit Oberstabsfelwebel Heiko Stotz und Hauptmann Maria Holz ist die ILA ein Pflichttermin. Im Hintergrund: Die Zukunft der Luftwaffe, der Kampfjet F-35A. Foto: DBwV/Yann Bombeke

11.06.2026
Von Yann Bombeke

ILA ist in Berlin gestartet – Regierung präsentiert neue Luftfahrtstrategie

In Berlin ist die ILA, die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung, gestartet. Der Vorstand Luftwaffe ist vor Ort. Und pünktlich zum Start hat das Bundeskabinett eine Luftfahrtstrategie beschlossen.

Berlin. Nicht ganz so pünktlich schafften es hingegen viele der frühen Besucherinnen und Besuchern am Mittwochmorgen auf das ILA-Gelände, denn Klimaaktivisten hatten mit einer Aktion eine wichtige Zufahrtsstraße blockiert. Die Folge: Lange Staus in allen Richtungen. Davon war Bundeskanzler Friedrich Merz nicht betroffen, der um die Mittagszeit seinen Messerundgang absolvierte und die Bedeutung der Luftfahrtindustrie für Deutschland betonte. Passenderweise hatte die Bundesregierung am Morgen eine neue Luftfahrtstrategie beschlossen. Damit soll die Branche entlastet werden und wettbewerbsfähig bleiben.

Die neue Strategie, mit der Deutschland als führende Luftfahrtnation positioniert werden soll, wirkt sich auch aufs Militär aus. „Die militärische Luftfahrt spielt eine Schlüsselrolle für die Verteidigung Deutschlands und des Bündnisgebietes. Dafür sind wir auf eine leistungsfähige und innovative nationale Luftfahrtindustrie angewiesen, auch um allzu große Abhängigkeiten zu vermeiden“, heißt es in einem Statement von Verteidigungsminister Boris Pistorius. Die neue ressortübergreifende Strategie berücksichtige nun erstmals sowohl zivile als auch militärische Aspekte, so der SPD-Politiker. Und abschließend: „All dies dient der Einsatzbereitschaft und Fähigkeitsentwicklung unserer Bundeswehr.“

Auch mit einem in den vergangenen Jahren deutlich abgespeckten Flugprogramm bleibt die ILA ein Fixpunkt für die gesamte Branche. Ein Trend, der sich vor zwei Jahren bereits abzeichnete, ist nunmehr nicht mehr zu übersehen: Unbemannte Systeme nehmen immer breiteren Raum unter den Exponaten ein. Viele kleine Start-ups zeigen ihre Entwicklungen im Bereich der Drohnentechnologie und der Drohnen-Abwehr. Auch die großen Rüstungskonzerne wie Rheinmetall oder Diehl sind vor Ort und führen ihre Produkte vor, die den Anforderungen moderner Kriege gerecht werden sollen.

Bundeswehr ist größter Einzelaussteller

Doch größter Aussteller bleibt die Bundeswehr. Im Static Display ist fast alles zu sehen, was die Luftwaffe zu bieten hat, aber auch Heeres- und Marineflieger sind in diesen Tagen in Berlin. Insgesamt sind rund 800 Angehörige der Bundeswehr vor Ort. Allein aus diesem Grund ist die ILA ein Pflichttermin für Vorstand Luftwaffe im BundeswehrVerband. Oberstabsfeldwebel Heiko Stotz und seine Stellvertreterin Hauptmann Maria Holz zeigen an allen Tagen Präsenz auf der ILA, denn dort kommen sie mit allen ins Gespräch: Natürlich mit den vielen Verbandsmitgliedern, die vom 10. bis 14. Juni auf der Messe aktiv sind, aber auch mit Vertretern der Industrie und der vielen anderen Verbände und Organisationen. „Es ist wichtig, immer mit allen relevanten Akteuren in Verbindung zu bleiben, und dafür bietet die ILA eine ideale Plattform“, sagt Oberstabsfeldwebel Stotz.

Eine wichtige Entscheidung, die sich aber schon lange zuvor abgezeichnet hatte, wurde wenige Tage vor Beginn der ILA getroffen: Das Ende von FCAS, zumindest in seiner Form als großes deutsch-französisches Rüstungsprojekt zur Entwicklung eines Kampfjet-Systems der Zukunft. Wie das Projekt nun aussehen soll, ist unklar. Spekuliert wird aber über eine Zusammenarbeit mit Schweden, das mit dem Saab über einen leistungsfähigen und bewährten Hersteller von Kampfflugzeugen verfügt. Schon jetzt arbeiten Deutschland und Schweden in vielen militärischen Projekten eng zusammen, und das nicht erst seit dem NATO-Beitritt der Skandinavier 2024. Auf der ILA hoben der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, und der schwedische Luftwaffenchef Generalmajor Jonas Wikman diese Zusammenarbeit hervor. „Schweden verfügt über eine der fähigsten Streitkräfte in Europa“, sagte Generalleutnant Neumann. Die bekannte schwedische Resilienz brachte Generalmajor Wikman auf den Punkt: „Wir setzen auf Abschreckung. Aber wenn das nicht funktioniert, sind wir bereit zu kämpfen.“

Die ILA läuft noch bis Sonntag, 14. Juni. Bis Freitag ist der Besuch der Messe dem Fachpublikum vorbehalten.

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