Den Veteranen gehörte bei der Zentralveranstaltung die große Bühne in Berlin - und der Applaus von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Rockstar Bryan Adams. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Den Veteranen gehörte bei der Zentralveranstaltung die große Bühne in Berlin - und der Applaus von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Rockstar Bryan Adams. Foto: DBwV/Yann Bombeke

21.06.2026
EK/YB

Berlin feiert die Veteranen

Veteranentag? Es war eher eine Veteranenwoche – nach vielen Events in ganz Deutschland wurde jetzt im Herzen Berlins die große Zentralveranstaltung gefeiert.

Es hatte etwas von einem Volksfest rund um das Reichstagsgebäude in Berlin: Tausende Menschen kamen am heutigen Sonntag ins Regierungsviertel, um ihre Veteraninnen und Veteranen zu feiern. Da lässt sich durchaus festhalten: Bereits im zweiten Durchgang nach 2025 ist der 15. Juni, der Veteranentag, in Deutschland fest etabliert. Da der 15. in diesem Jahr auf einen Montag fiel, wurde die Zentralveranstaltung in Berlin auf den darauffolgenden Sonntag gelegt.

Wie im Vorjahr wurde für ein buntes Programm gesorgt, bei dem sie stets im Mittelpunkt standen: Die Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr, für die es von allen Seiten Respekt und Anerkennung gab – das haben sie sich wirklich verdient. „Veterans, Family and Friends“ war das Motto des diesjährigen Veteranentages – nicht nur die Veteraninnen und Veteranen sollten im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Familien und Angehörigen.

Im „Veteranendorf“ informierten die vielen Verbände und Organisationen, die der Bundeswehr nah stehen. Klar, dass auch der Deutsche BundeswehrVerband dabei war: Prominent zwischen Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt platziert, war am Stand des DBwV den ganzen Tag über reger Betrieb. Um die vielen Besucher kümmerten sich der Bezirksvorsitzende Berlin-Brandenburg im Landesverband Ost, Hauptmann Christian Weber, und sein Team.

Autorenpreis Veteranenliteratur übergeben

Weitere Mandatsträger des Verbandes nutzten den Tag, um ins Gespräch zu kommen: mit den Veteranen, mit den Besuchern, mit der politischen und militärischen Prominenz und natürlich mit den Verbandsmitgliedern.

Zu Beginn des Veteranentages übergab Hauptmann a.D. Ingo Zergiebel, Erster Vorsitzender ERH im Bundesvorstand und Vorsitzender der Soldaten- und Veteranen-Stiftung, den Autorenpreis Veteranenliteratur. Gewinner in diesem Jahr ist Hauptmann Marc Hinzmann, Autor des Buches „Leben und sterben lassen – Die letzten Tage in Afghanistan“. In seinem Buch beschreibt Hinzmann seine Erlebnisse während der Evakuierungsmission am Flughafen in Kabul im August 2021. Im vergangenen Jahr wurde der Preis, gestiftet durch den DBwV und die SVS, erstmals im Rahmen der Zentralveranstaltung des Nationalen Veteranentages übergeben.
 

Auf der Hauptbühne wurde wieder ein vielfältiges Bühnenprogramm geboten. Zu Beginn hielt Generaloberstabsarzt Dr. Nicole Schilling, die Stellvertreterin des Generalinspekteurs, ein Grußwort und ging auf das Motto „Veterans, Family and Friends“ ein: „Ich bin Veteranin, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern. Unser Dienst als Soldatin oder Soldat ist geprägt von Auslandseinsätzen. Ein starkes Netzwerk der Familie und Freunde trägt durch diese Zeit.“  

Bundeswehr in der Mitte der Hauptstadt

Auch der Regierende Bürgermeister der Stadt Berlin, Kai Wegner, hielt eine kurze Rede: „Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Hauptstadt und die Mitte der Gesellschaft“, sagte Wegner. „Die Veteraninnen und Veteranen haben es verdient, dass wir hinschauen und Respekt zollen.“

Neben dem DBwV waren auch zahlreiche nationale und internationale Verbände und Vereine vertreten. Darunter unter anderem die Royal British Legion,das United Kingdom Office for Veterans Affairs aus Großbritannien und der Veterans Center aus Italien. Mit dem Verein UA Veterans Germany Bund ukrainischer Familien waren einige ukrainische Soldaten vor Ort. Auch der Bund Deutscher Einsatzveteranen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Deutsche Marinebund waren vertreten.

Eröffnung von Schirmfrau Julia Klöckner

Am Mittag eröffnete die Bundestagspräsidentin und die Schirmfrau des Nationalen Veteranentages, Julia Klöckner (CDU), die Veranstaltung offiziell. „Eine Veteranin oder einen Veteranen erkennt man oft auf den ersten Blick nicht. Deshalb ist dieser Veteranentag so wichtig - um die Veteraninnen und Veteranen sichtbar zu machen“, sagte Klöckner. „Das Parlament trägt die Verantwortung für die Bundeswehr“, so Klöckner. Der Auftrag der Bundeswehr sei klar: „die Verteidigung der Demokratie“, sagte die Bundestagspräsidentin. „Wir müssen uns verteidigen können, um uns nicht verteidigen zu müssen“.

Kurz vorher hatte Julia Klöckner gemeinsam mit dem Fotografen und Musiker Bryan Adams die Fotoausstellung „Verwundet“ eröffnet. Adams, der bereits mehrfach verwundete britische Soldaten fotografiert hat, porträtierte nun auch verwundete deutsche Soldaten. In Zukunft wird die Ausstellung im militärhistorischen Museum in Dresden zu sehen sein. „Es ist wichtig, dass die Konsequenzen des Krieges zu sehen sind“, erklärte Adams.

In einer Podiumsdiskussion sprachen die Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge (CDU/CSU), Jan R. Nolte (AfD), Esra Limbacher (SPD) und Sara Nanni (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) über die Frage: „Veteranen und Gesellschaft - Was können wir voneinander lernen?“.

Kameradschaft ist Herzstück

Am Nachmittag begrüßte der Wehrbeauftragte Henning Otte (CDU) die Besucherinnen und Besucher. „Der Veteranentag wurde mit großer Mehrheit des Parlaments beschlossen. Als Wehrbeauftragter unterstütze ich den Nationalen Veteranentag mit ganzer Kraft.“ Der zweite Nationale Veteranentag mit zahlreichen Veranstaltungen in den Ländern und Kommunen zeige, dass das Veteranenthema in der Gesellschaft angekommen ist.

Merz: höchste Wertschätzung

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung: das Grußwort von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). „Dieser Tag ist den Veteraninnen und Veteranen gewidmet. Sie verdienen Anerkennung, Respekt und höchste Wertschätzung“, sagte Merz. Ein Leben in Freiheit und Sicherheit sei nicht selbstverständlich. „Freiheit ist nicht umsonst und deshalb muss sie verteidigt werden“, so der Bundeskanzler. „Hinter jeder Soldatin und hinter jedem Soldaten steht eine Familie und Angehörige, die das mittragen. Auch ihnen müssen wir danken und auch sie gehörten in die Mitte der Gesellschaft.“ Im Anschluss verliehen Generalinspekteur Carsten Breuer und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Friedrich Merz das Veteranenabzeichen.

„Dieser Tag, im Herzen der Demokratie am Deutschen Bundestag, ist von großer Bedeutung für uns alle, aber vor allem für die aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten“, sagte Verteidigungsminister Pistorius in seiner Rede. Aber auch für die Familien und Angehörigen sei dieser Tag von Bedeutung: „Die Familie und die Angehörigen bilden das Netzwerk. Der Dienst, mit Einsätzen und Versetzungen verlangt viel. Das geht nur, wenn man sich zu Hause auf seine Liebsten verlassen kann.“ Inzwischen habe das Interesse an der Bundeswehr und an dem Thema Veteranen enorm zugenommen. „Es ist gelungen, die Veteraninnen und Veteranen in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, so der Minister. Dafür brauche es aber auch starke Botschafter, wie die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und Bundeskanzler Friedrich Merz. „Wir gemeinsam sehen ihren Einsatz und würdigen ihre Leistung. Wir stehen sichtbar und solidarisch an ihrer Seite“, sagte Pistorius abschließend.

Auch viele Mandatsträger des DBwV waren vor Ort. Hauptmann Maria Holz, stellvertretende Vorsitzende Luftwaffe im Bundesvorstand, nutzte die Gelegenheit, um Generalinspekteur Carsten Breuer persönlich das Buch „Kameradschaft und Kampfgeist – Frauen in der Bundeswehr“ zu überreichen.

Bereits in den Tagen zuvor waren die Veteraninnen und Veteranen deutschlandweit bei den vielfältigsten Veranstaltungen gefeiert worden. Überall wurde deutlich: Deutschland steht zu seiner Bundeswehr, zu seinen aktiven wie ehemaligen Soldatinnen und Soldaten.

Nach der hartnäckigen Vorarbeit des DBwV und der Veteranenverbände war der Veteranentag im April 2024 durch den Bundestag beschlossen worden. Er findet jedes Jahr am 15. Juni statt. Offiziell wurde der Veteranentag erstmals 2025 gefeiert.

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