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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade in Litauen. Foto: picture alliance/dpa/Soeren Stache
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war zu Besuch in Litauen. Bestimmendes Thema war der Ukraine-Krieg. Litauens Präsident hat klare Erwartungen: Er möchte, dass deutsche Soldaten dauerhaft in seinem Land stationiert werden.
Vilnius. Litauen dringt angesichts des Ukraine-Kriegs auf eine stärkere NATO-Präsenz an der Ostflanke des Bündnisses. „Das ist eine Frontlinie, die sehr stark sein muss“, sagte Präsident Gitanas Nauseda am Dienstag nach einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Vilnius. „Wir brauchen eine Flug- und Raketenabwehr und eine größere Präsenz der verbündeten Streitkräfte in der Region.“ Große Erwartungen setzt der Staatschef des Baltenstaats auf Deutschland.
„Das langfristige Engagement Deutschlands für die Sicherheit Litauens ist für die gesamte Ostflanke der NATO unabdingbar“, sagte Nauseda. „Litauen ist seinerseits bereit, alles zu tun, damit sich die deutschen Truppen bei uns zu Hause fühlen.“ Die Bundeswehr hält seit Herbst die Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ in Deutschland zu Litauens Verteidigung bereit. Im Land selbst gibt es einen Gefechtsstand, der mit etwa 20 Soldaten besetzt ist. Weitere 760 deutsche Soldaten gehören einem von der Bundeswehr geführten NATO-Kampfverband in Litauen an.
"Jeden Quadratzentimeter des Bündnisgebietes verteidigen"
Litauen will, dass Deutschland mit vielen Soldaten und auf Dauer präsent ist – es soll möglichst die gesamte Brigade sein. Dafür investiere das Land in die militärische Infrastruktur, sagte Nauseda in Vilnius, wo auch der nächste NATO-Gipfel stattfinden wird. „Wir bauen keine Infrastruktur nur dafür, dass die Kasernen dann leer stehen.“ Steinmeier betonte, es gebe keinen Streit. „Beide Seiten wissen, dass noch Hausaufgaben zu erfüllen sind, sowohl auf der litauischen Seite wie auf unserer Seite.“
Deutschland stehe zu seiner Verantwortung in der NATO und in Europa, versicherte Steinmeier. „Gemeinsam werden wir jeden Quadratzentimeter des NATO-Bündnisgebietes verteidigen. Darauf können sich unsere Verbündeten, darauf kann sich auch Litauen verlassen.“
Steinmeiers Besuch in Litauen war auch mit einer Familienzusammenführung der besonderen Art verbunden. Mit dem Bundespräsidenten waren die Angehörigen von zwölf in Litauen stationierten Soldaten ins Baltikum gereist – entsprechend freudige Szenen spielten sich auf dem Flughafen der Stadt Vilnius ab. Für viele Familien war es das erste Wiedersehen seit mehreren Monaten.
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