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Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Heiko Tadge bat Christian Dürr um einen Eintrag ins Gästebuch. Foto: DBwV
Celle. Christian Dürr war Ehrengast bei einem Jahresempfang in der Celler Immelmann-Kaserne. Der Bundesvorsitzende der Freien Demokratischen Partei (FDP) sprach auf Einladung der Veranstalter zu rund 160 Teilnehmern. Der schon traditionelle Empfang wird seit vielen Jahren gemeinsam von der Standortkameradschaft (StOKa) des DBwV und der örtlichen Kreisgruppe im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) organisiert.
Für die Standortkameradschaft begrüßte deren Vorsitzender Oberstleutnant Heiko Tadge politische Mandatsträger, aktive und ehemalige Angehörige der Bundeswehr sowie Vertreter der Wirtschaft, von Behörden und Hilfsorganisationen. Tadge ging in seinen Ausführungen kurz auf den angekündigten Beförderungsstopp für Hauptfeldwebel und Hauptbootsmänner ein: „Das ist ein No-Go“, machte er dazu die Einstellung des DBwV deutlich und bezeichnete die Umsetzung als „falsches Signal“.
Heiko Wolff hieß als stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe die Gäste im Namen des VdRBw willkommen. Der Korvettenkapitän und stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe Celle ging kurz auf die sicherheitspolitische Lage ein und bezeichnete Russland dabei als gegenwärtig größte Bedrohung für Deutschland und Europa.
Als Hausherr trat in Vertretung des Kommandeurs des Ausbildungs- und Übungszentrums Luftbeweglichkeit und Standortältesten Oberst Jens Homberg ans Rednerpult. Der Stabsoffizier dankte den Organisatoren des Jahresempfangs und ging dann auf das 400-jährige Jubiläum der Garnison ein. Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge bedauerte in seinem Grußwort, „dass so wenig Bundeswehr, so wenige Uniformen im Stadtbild zu sehen sind“, obwohl in Celle so viele Soldaten stationiert sind. Abschließend dankte er den Soldatinnen und Soldaten für ihren Dienst, für ihren Einsatz für Freiheit und Demokratie.
Der Gastredner Christian Dürr sprach vor allem über wirtschaftspolitische Themen, auch in Bezug auf die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik: „Wenn wir langfristig ökonomisch nicht wieder erfolgreich werden, dann wird unsere Stimme geopolitisch immer leiser.“
Der scheidende Bundesvorsitzende der Freien Demokraten stellte fest, dass die Jahre der End-90er und 2000er von der Vernachlässigung der Bundeswehr gekennzeichnet waren. Dürr wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich das Verhältnis von Parteien und vielen Politikern zu den Streitkräften aber inzwischen geändert habe.
Durch seine Ausführungen wurde eindrücklich deutlich, dass die Verteidigungsbereitschaft von vielen Faktoren abhängig ist, insbesondere von wirtschaftlichen, haushaltspolitischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Zumindest auf die ersten beiden davon hat die Politik großen Einfluss. Dieser muss sich auch positiv im Aufbau, bei der Erlangung der Kriegstüchtigkeit der Streitkräfte sowie die Verteidigungsbereitschaft des ganzen Landes auswirken. Als eine der größten Herausforderungen dabei nannte der Politiker die demografische Entwicklung und damit die zunehmende Überalterung der deutschen Gesellschaft.
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