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Oberstabsgefreiter Marcel Sommer. Foto: privat
Oberstabsgefreiter Marcel Sommer (29) ist seit Jahren überzeugtes Verbandsmitglied. Unsere Redaktion hat mit ihm darüber gesprochen, wie der DBwV in Sachen Medienarbeit besser werden könnte, was sich Mannschafter in Corona-Zeiten am meisten wünschen und wie der Verband für Jüngere noch attraktiver werden könnte.
Sie sind seit knapp zehn Jahren Soldat und fast genauso lange Mitglied im DBwV. Was hat Sie damals vom Deutschen BundeswehrVerband überzeugt?
Marcel Sommer: Jeder kennt ja diese Unterrichtseinheit in der Grundausbildung. Da informiert dann ein Altgedienter über die Vorteile einer Mitgliedschaft im DBwV – doch für mich klang das damals fast zu schön. Anfangs war ich deshalb sogar etwas skeptisch. Doch später in meiner Stammeinheit hat mir mein damaliger Abteilungsfeldwebel noch einmal genau erklärt, wofür der Verband steht und was er wirklich alles für seine Mitglieder leistet. Das, und die guten Erfahrungen meiner Kameraden, haben mich dann endgültig vom DBwV überzeugt.
Sehen Sie das heute noch immer so?
Ja, auf jeden Fall und ohne jede Einschränkung.
Apropos Oberstabsgefreiter: Was, würden Sie sagen, beschäftigt die Mannschaftsdienstgrade momentan meisten? Viele Mannschafter würden sich schon etwas mehr gegenseitigen Respekt wünschen. Die meisten von ihnen gehören nach zehn oder mehr Jahren für mich schon zu den Altgedienten. Da möchte man auch als erfahrener Soldat wahrgenommen werden. Ein weiterer großer Punkt während der aktuellen Corona-Pandemie ist die Rückkehr zum normalen Dienstalltag. Das wünschen sich viele. Der strukturierte Ablauf, mal wieder ein anspruchsvolles Dienstvorhaben auf dem Übungsplatz oder eine Rüstzeit – all das fehlt einfach.
Was könnte der DBwV für die jüngeren Menschen in der Bundeswehr tun?
Für die jüngeren Kameraden, dazu zähle ich in etwa alle unter 30, ist das Digitale ganz normal. Warum gibt es also bislang noch keine App des Verbands? Die Jüngeren holen sich ihre Informationen heute lieber übers Smartphone. Die Informationsarbeit des DBwV müsste also viel digitaler werden – und kompakter. Zum Beispiel die Verbandszeitschrift: Sie kommt zwar auch in meiner Einheit an – doch gelesen wird sie dort von so gut wie keinem. Sie ist von der Aufmachung her etwas „angestaubt“. Wäre das Verbandsmagazin ansprechender und moderner gestaltet, die Informationen besser, knapper und damit schnell verständlich auf den Punkt gebracht, dann würden das Heft möglicherweise auch jüngere Kameraden in die Hand nehmen. Denn eines weiß ich aus vielen Gesprächen: Die Inhalte des Magazins sind gut und wichtig für uns Soldaten – doch vielen fehlt einfach die Zeit und vielleicht auch ein bisschen die Lust, sich den gesamten Inhalt in diesem Umfang durchzulesen.
Der Deutsche BundeswehrVerband lebt ja vom Engagement vieler Einzelner für die große, gemeinsame Sache. Sie selbst sind in Ihrer Truppenkameradschaft Schriftführer. Wie könnte der Verband in Sachen aktiver Mitarbeit für Jüngere attraktiver werden?
Ich habe ja schon die Informationsarbeit des DBwV in der Grundausbildung angesprochen. Vielleicht könnte man das ähnlich später wiederholen. Wenn beispielsweise einmal im Jahr eine Unterrichtseinheit zur Verbandsarbeit in den Stammeinheiten stattfinden würde, könnte vielleicht der eine oder andere für ein Mandat gewonnen werden. Denn dann sind die Kameraden schon wirklich in der Bundeswehr angekommen, Mitglied im Verband und haben ein viel besseres Verständnis für das Thema.
Sie dienen als Stabsdienstsoldat beim Informationstechnikbataillon 383. Wie kamen Sie zum Organisationsbereich CIR?
Nach meiner Grundausbildung in Erfurt beim Führungsunterstützungsbataillon kam ich erst ins Wehrbereichskommando hier vor Ort und bin dann wieder zurückgewechselt. Im Zuge der Neuaufstellung des Kommandos CIR wurde aus dem Führungsunterstützungsbataillon ein IT-Bataillon. Mein Weg zum Organisationsbereich CIR war also ganz unspektakulär.
Im April 2024 würde Ihre Dienstzeit als SaZ 12 enden …
… das stimmt, ich habe aber erst vor Kurzem einen Antrag auf Verlängerung um weitere sechs Jahre gestellt. Ich werde also der Bundeswehr und dem DBwV noch auf längere Zeit treu bleiben. Doch auch wenn meine Dienstzeit irgendwann einmal zu Ende geht, steht fest, dass ich auch danach Mitglied im Deutschen BundeswehrVerband bleiben werde: Man ist ja weiter Kamerad, auch wenn man kein aktiver Soldat mehr ist – und die Mitgliedschaft im BundeswehrVerband ist ein wichtiger Ausdruck dieser Kameradschaft.
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