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Brüssel. Das von den USA angestrebte Abkommen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan wird nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nichts an der Unterstützung des Bündnisses für die afghanischen Regierungstruppen ändern. Die Nato stehe weiter zu der Zusage, die afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen, teilte Stoltenberg am Dienstag (3. September) nach einem Treffen mit US-Außenminister Mike Pompeo in Brüssel mit. Zugleich betonte er, die Nato stehe voll und ganz hinter den US-Friedensbemühungen für Afghanistan.
Bei den seit mehr als einem Jahr laufenden Gesprächen zwischen den USA und den Taliban geht es den USA unter anderem darum, die Taliban zu einem Bekenntnis gegen den Terrorismus und zu einer Waffenruhe zu bewegen. Die radikalislamischen Aufständischen verlangen im Gegenzug einen Abzug der internationalen Truppen, die sie als Besatzungskräfte ansehen.
Vor allem in Afghanistan, aber auch in einigen Nato-Staaten gibt es unterdessen die Befürchtung, dass es im Fall eines schnellen Truppenabzugs wieder zu einer Destabilisierung des Landes und zu Rückschritten bei Demokratie und Menschenrechten kommen könnte. Die Nato ist derzeit mit einem Einsatz zur Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte aktiv. An der der Resolute Support Mission (RSM) waren zuletzt bis zu 17 150 Soldaten aus Nato-Staaten und Partnerländern beteiligt.
Ein weiteres Thema bei den Gesprächen zwischen Stoltenberg und Pompeo waren nach Angaben aus Bündniskreisen die US-Forderungen nach einer besseren Lastenteilung im Bündnis. Sie werden aller Voraussicht nach auch auf der Tagesordnung des für Dezember geplanten Treffens der Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten in London stehen.
Neben dem Treffen mit Stoltenberg stand am Dienstag auch noch eine Zusammenkunft mit dem belgischen Premierminister und künftigen EU-Ratspräsidenten Charles Michel auf der Agenda von Pompeo. Zudem wollte der Amerikaner EU-Parlamentspräsident David Sassoli sowie den spanischen Außenminister und künftigen EU-Außenbeauftragten Josep Borrell treffen. Pressetermine waren nicht geplant.
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