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Moderiert vom Leiter der AG "Betreuung und Fürsorge", Fregattenkapitän Marco Thiele (3.v.l. hinten), diskutierten Soldaten, Mandatsträger und hauptamtliche Mitarbeiterinnen des DBwV sowie zivile Beschäftigte, die mit dem Thema Betreuung befasst sind, wie diese professioneller und moderner aufgestellt werden kann. Foto: DBwV/Kelch
„Die Betreuungsangebote müssen den individuellen Anforderungen vor Ort angepasst, das Thema Professionalisierung der Betreuung angepackt werden. Unsere Tagung bietet eine Plattform, um Erfahrungen der Soldaten und zivilen Beschäftigten zu bündeln, die mit dem Thema Betreuung befasst sind,“ erläuterte der Vorsitzende Marine, Fregattenkapitän Marco Thiele, und Leiter der AG Betreuung und Fürsorge im DBwV. „Die zahlreichen Erfahrungen aus der Praxis liefern uns Mandatsträgern die besten Argumente, um im Sinne der Menschen in der Bundeswehr die Verantwortlichen im Ministerium anzusprechen und Veränderungen anzustoßen,“ so Thiele weiter.
Einig waren sich Tagungsleitung und Teilnehmer sofort in einem Punkt: Die Professionalisierung steht an erster Stelle. Dafür muss die Betreuung aus dem Nebenamt raus. Die Betreuungsbüros brauchen nicht nur mehr, sondern auch bedarfsgerecht ausgebildetes Personal, um die Betreuung auf ein neues Fundament zu stellen. Dafür müssten entsprechende Stellen auch attraktiver dotiert werden. Auch die Lehrgänge für Leitungspersonal in den Betreuungsbüros (BeB) müssten optimiert werden, um den Menschen Handlungssicherheit zu geben. Im Austausch zwischen Thiele, Bedarfsträgern aus der Bundeswehr sowie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Abteilung Recht aus dem DBwV kristallisierten sich schnell weitere Anforderungen heraus, die auf eine Reform der Betreuung herauslaufen und sich in einem Dreiklang zusammenfassen lassen.
Modernisierung – Kommunikation – Vernetzung Mit Blick auf eine zeitgemäße Betreuung trugen die Teilnehmenden zahlreiche Anregungen zusammen. Zunächst einmal sollten Betreuungseinrichtungen modern eingerichtet werden und dürften ihr Dasein nicht versteckt oder am Rande einer Dienststelle fristen. Gerade jüngere Soldatinnen und Soldaten würden Wert auf ein attraktives Freizeitumfeld legen. Dazu gehöre auch eine moderne IT-Ausstattung. Die Leiterin eines BeB wies etwa darauf hin, dass die Bereitstellung von DVDs in einigen Einrichtungen zeige, dass vielfach eine veraltete Vorstellung von Betreuung vorherrsche. Auch die Form der Werbung für Freizeitangebote solle modernisiert werden.
Damit kamen die Diskutierenden zum Thema Kommunikation. Um die Menschen in den Standorten über Angebote zu informieren, sollte ein Infoportal geschaffen werden. Alle Angebote in den Dienststellen an Standorten sollten dort gebündelt werden. Auch in den sozialen Medien sollte auf Angebote hingewiesen werden. Dafür, und um die Mitarbeitenden in den Betreuungseinrichtungen dazu zu befähigen, Werbemittel selbst zu gestalten, brauche es Fortbildungen und zusätzliche finanzielle Mittel.
Unter dem Schlagwort Vernetzung regten die Teilnehmenden zwei Neuerungen an. Die Kommunikation zwischen den Betreuungsbüros sollte ermöglicht und angeregt werden, um ein echtes Betreuungsnetzwerk entstehen zu lassen. So könne nicht nur Wissen darüber gebündelt werden, was es wo gibt. Auch der Austausch darüber, was gut und was weniger gut funktioniert, werde so möglich. Und es müsse „von oben“ eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Standortältesten, Dienststellenleitern und den Betreuungsbüros forciert werden.
Austausch mit relevanten Akteuren
Oberst i.G. Marco Klimpel, Referatsleiter FüSK III 2 im BMVg und damit für die Themen Betreuung und Fürsorge zuständig, setzte sich anschließend mit den Fragen und Anregungen der Teilnehmenden auseinander. Er berichtete, dass das Projekt Betreuungsbüro mit Nachdruck verfolgt werden und aktuell ein Besetzungsgrad von 56 % bestehe. Auf Nachfrage der Teilnehmenden, wann endlich mit einer BeB Vorschrift zu rechnen sei, stellte Klimpel eine Veröffentlichung vor März 2021 in Aussicht. Das „Oase Konzept“ werde derzeit weiterentwickelt, so der Oberst, um skalierbar zu werden und als Regenerationsraum zur Verfügung zu stehen. Zur Beendigung der Zusammenarbeit mit der Heimbetriebsgesellschaft (HBG) sagte Klimpel: Bestehende Verträge mit Pächtern würden nicht gelöst, soweit nicht Rechte und Pflichten der HBG betroffen sind. In Abstimmung mit den Gremien solle ein Basissortiment zur Verfügung gestellt werden, das den Pächtern mehr Flexibilität ermöglicht. Im November sei ein Schreiben zur Information der Pächter geplant.
Dr. Marlon Berkigt, Abteilungsleiter Betreuung, und Henning Klausing, Betriebsberater Einsatz, von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) informierten die Teilnehmenden anschließend über Möglichkeiten der Offenen Betreuung, Ferienbetreuung und über künftige Planungen für die „Oase“. Von der Katholischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (KAS) stand Jörg Hilgert, Leiter Geschäftsbereiche Standortbetreuung & Service, den Teilnehmenden für den Austausch zur Verfügung.
Neben einem Forderungspapier stand am Ende der Tagung auch der Wunsch der Teilnehmenden, diese zu verstetigen und künftig zusätzlich eine Tagung für Leiter der Betreuungsbüros einzuführen.
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