Ein Zeugnis dessen, was passiert, wenn Politik an ihre Grenzen stößt
300 Seminare für einen geordneten Übergang in den Ruhestand
DBwV für neues Artikelgesetz Militärische Sicherheit, fordert aber Nachbesserungen
Mannschaften, eine Dienstgradgruppe vor großen Aufgaben
Der Aufwuchs der Reserve als sicherheitspolitische Aufgabe
Wüstner: „Gefahr ist groß, dass Russland die Situation ausnutzt“
„Vielleicht geht es um alles“
Eine Entscheidung, die bis heute schwere Folgen hat
EuGH: Fahrten von einem zentralen Stützpunkt zu wechselnden Einsatzorten können Arbeitszeit sein
Kabinett beschließt Novellierung der Bundeslaufbahnverordnung – wichtige Forderungen umgesetzt
Panzerbrigade 45: Einsatzversorgung in Litauen gesichert
Verbandserfolg: Ehepartnerzuschlag für ins Ausland mitreisende Ehegatten durchgesetzt
Anpassung des Auslandsverwendungszuschlags in Jordanien und Erbil
Bundeswehr bleibt im Einsatz gegen IS
Weihnachtszeit im Libanon und in Litauen
Bundestag verlängert EU- und Nato-Mission im Mittelmeer
„Lassen Sie uns gemeinsam den Tag deutschlandweit zu etwas Besonderem machen“
16K3-Gedenkmarsch: Erinnerung an das Karfreitagsgefecht
Erinnerung an die Gefallenen vom OP North
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Soldaten der Heimatschutzkompanie „Schwäbische Alb“ üben im Februar 2024 das Schießen mit der Pistole P8 in Stetten am kalten Markt. Foto: Bundeswehr/Anne Weinrich
Der sicherheitspolitische Kontext Europas hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Spätestens seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine steht die Landes- und Bündnisverteidigung wieder im Mittelpunkt deutscher Sicherheitspolitik. Für die Bundeswehr bedeutet dies nicht nur die Modernisierung von Material und Strukturen, sondern vor allem auch eine stärkere personelle Aufstellung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Reserve.
Der Aufwuchs der Reserve ist ein wesentlicher Baustein, um die Einsatz- und Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte zu erhöhen. Reservistinnen und Reservisten verstärken die aktiven Truppenteile, bringen zusätzliche Kompetenzen ein und ermöglichen es, Fähigkeiten im Krisen- und Verteidigungsfall schnell aufwachsen zu lassen. Damit wird die Reserve zu einem unverzichtbaren Bestandteil der deutschen Sicherheitsarchitektur.
Der Aufwuchs der Streitkräfte auf 460.000 Soldatinnen und Soldaten wurde im Gesetz zur Modernisierung des Wehrdienstes (Wehrdienst-Modernisierungsgesetz - WDModG) verbindlich festgeschrieben. Auf den Anteil Reserve bezogen sind demnach bis 2035 mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten zur Erfüllung der NATO-Fähigkeitsziele vorgesehen. Damit hat der Gesetzgeber einen klaren rechtlichen Rahmen für den quantitativen Ausbau der Reserve geschaffen und unterstreicht zusätzlich deren Bedeutung für eine glaubwürdige Landes- und Bündnisverteidigung.
Wesentliches Element für den Aufwuchs der Reserve ist eine amtsseitige Beorderung (derzeit Grundbeorderung). Sie sorgt dafür, dass alle ausscheidenden und wehrrechtlich verfügbaren Soldatinnen und Soldaten – und damit natürlich auch alle nach altem und künftig neuem Modell, Wehrdienstleistenden – zielgerichtet und verbindlich eingeplant werden.
Mit der Beorderung ausscheidender Soldatinnen und Soldaten wird sichergestellt, dass jederzeit, insbesondere auch bei Lageverschärfung und im Spannungs- oder Verteidigungsfall, verzugslos und ohne lange Vorlaufzeiten, zusätzliche, bereits ausgebildete Kräfte bereitgestellt werden können. Damit stellen wir Planungssicherheit her.
Das zum 1. Januar 2026 in Kraft getretene WDModG hat darüber hinaus die Weichen für eine starke Wehrersatzorganisation gestellt: unter anderem haben wir die gesetzliche Möglichkeit erhalten, Meldedaten der Reservistinnen und Reservisten – zum Zwecke der Dienstleistungsüberwachung – wieder von den Meldebehörden selbst abzurufen, um sie im Ernstfall zügig zu kontaktieren. Viele Reservistinnen und Reservisten verfügen über wertvolle militärische Qualifikationen: durch aktive Ansprache und passgenaue Beorderungen soll dieser Personenkreis wieder stärker in die Reserve integriert werden.
Daneben bilden wir Ungediente für ein Engagement in der Reserve aus und ermöglichen damit eine „zweite Karriere“ parallel zu ihrer zivilberuflichen Tätigkeit – mit neuen Perspektiven, Aufgaben und Verantwortungen im Dienst an der Gesellschaft. Denn auch die Ausbildung Ungedienter ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Erfüllung der Aufwuchsziele.
Um den Reservistendienst leistungs- und zukunftsfähig zu gestalten, wurden und werden auch Maßnahmen zur Digitalisierung der Reserve umgesetzt: Mit der App „Meine Reserve“, die seit Ende des letzten Jahres in den App-Stores zum Download zur Verfügung steht, wurde eine innovative digitale Lösung entwickelt, die eine schnelle Kommunikation sowie den Informationsaustausch zwischen der Bundeswehr einerseits und den beorderten Reservistinnen und Reservisten andererseits ermöglicht. Das enorme Interesse und die hohe Akzeptanz sind ein klares Signal für den erfolgreichen digitalen Wandel in der Reserve. Weitere Funktionalitäten sind in den nächsten Ausbaustufen vorgesehen, um den Nutzern künftig zusätzliche Services bereitzustellen.
Ergänzend arbeiten wir an einem zentralen Kommunikationszentrum der Reserve, das alle Anfragen - online oder per Telefon- sachgerecht und schnell beantworten kann. Absicht ist es, einen einfachen, intuitiven und schnellen Zugang zu allen Belangen der Reserve zu eröffnen. Damit zeigen wir ganz klar auf, dass Digitalisierung und Entbürokratisierung nicht nur politische Schlagworte bleiben!
Auch die strategische Weiterentwicklung der Reserve ist ein wichtiger Bestandteil der sicherheitspolitischen Ausrichtung der Bundeswehr. Dies wurde sowohl bei der Jahrestagung der Reserve, als auch bei der Bundeswehrtagung durch den Bundesminister der Verteidigung deutlich herausgestellt. Mit dem noch für 2026 geplanten Reservestärkungsgesetz und der neuen Strategie der Reserve werden die Rahmenbedingungen für Reservistinnen und Reservisten weiter verbessert und ihre Einbindung in Strukturen und Aufgaben der Streitkräfte gestärkt.
Der Weg hin zu einer modernen und einsatzbereiten Reserve wird dabei entschlossen durch eine konsequente Aktivierung, Strukturierung und Weiterentwicklung bereits bestehender Maßnahmen und Potentiale fortgesetzt.Der Aufwuchs der Reserve wird zweifellos eine „Mammutaufgabe“ sein – doch mit klarer Zielsetzung, gemeinsamer Anstrengung und dem Engagement aller Beteiligten sind wir zuversichtlich, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.
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