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Flexibel und zuverlässig: Der neue Rettungshubschrauber des Heeres

Charakteristisch für die SAR-Hubschrauber ist die Zweifarblackierung in Oliv und Orange. Da macht der neue H145 LUH SAR der Heeresflieger keine Ausnahme. Foto: Bundeswehr/Peter Straub

Charakteristisch für die SAR-Hubschrauber ist die Zweifarblackierung in Oliv und Orange. Da macht der neue H145 LUH SAR der Heeresflieger keine Ausnahme. Foto: Bundeswehr/Peter Straub

15.07.2020
DBwV

Flexibel und zuverlässig: Der neue Rettungshubschrauber des Heeres

Berlin. Es ist eine Legende, die jetzt in Rente geschickt wird: Aber nach einem halben Jahrhundert treuer Dienste war es für die Bell UH-1D – die „Huey“ – Zeit, zu gehen. Die Such- und Rettungsaufgaben des Heeres übernimmt nun ein hochmodernes Gerät: der Airbus H145 LUH SAR, ein flexibel einsetzbares und zuverlässiges System.

Mit der UH-1D hat das neue Modell von Airbus nur den Anstrich gemein: Charakteristisch für die SAR-Flieger – das SAR steht für Search and Rescue, zu Deutsch Suchen und Retten – ist die Zweifarb-Lackierung in Oliv und Orange. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Der H145 SAR ist mit Autopilot, Hochleistungskameras, verschiedenen Ortungssystemen, Suchscheinwerfern und einer modernen medizinischen Ausrüstung ausgestattet. Lasthaken geben dem Drehflügler zusätzliche Flexibilität, so können etwa Löschbehälter eingesetzt werden.

Das Transporthubschrauberregiment 30 des Heeres hat jetzt den Betrieb der ersten H145 LUH SAR aufgenommen, die Einsatzgruppe in Niederstetten verfügt über fünf Maschinen. Weitere Einheiten der 7. Staffel des Regiments sind in Nörvenich und in Holzdorf stationiert. An der Übergabe des neuen Rettungshubschraubers nahm auch der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, teil.

Fast schon außergewöhnlich für Bundeswehr-Verhältnisse war die schnelle und reibungslose Beschaffung der Hubschrauber. Wie geplant wurden die insgesamt sieben bestellten Systeme „verzugslos von Dezember 2019 bis Mai 2020 ausgeliefert“, heißt es auf der Homepage der Bundeswehr. Das liegt auch daran, dass der H145 LUH auf einem zivilen Modell basiert, das sich seit einigen Jahren bewährt hat. Konstruktion und Antrieb sind frei von Kinderkrankheiten, das macht den Unterschied zu anderen Systemen, die speziell für das Militär geplant und entwickelt werden.

In einer anderen Ausführung wird der H145 bereits von der Luftwaffe eingesetzt: Das Hubschraubergeschwader 64 nutzt den H145M LUH SOF. In dieser Version wird der H145 M zum „Taxi“ für Spezialkräfte: Bis zu vier vollausgestattete Kommandosoldaten kann der Hubschrauber leise und schnell an ihren Einsatzort bringen. Und mit Feuerkraft Unterstützung aus der Luft leisten: So hat die Bundeswehr den Einsatz des MG6, einer sogenannten „Minigun“ mit einer Schussfrequenz von 3000 Schuss pro Minute erprobt. Zudem können ungelenkte 70mm-Raketen eingesetzt werden.

„Gut, dass das Projekt H145 LUH SAR jetzt weiter Fahrt aufnimmt und sicherlich wird der H145 auch zunehmend mehr Raum innerhalb der Bundeswehr einnehmen. Ich gehe davon aus, dass weitere Bestellungen als ‚Light-Attack-Variante‘ im Einklang mit dem Fähigkeitsprofil der Bundeswehr folgen werden. Nicht auszuschließen ist auch, dass wir diesen Hubschrauber schon bald in einem Einsatzgebiet sehen werden“, so der Bundesvorsitzende, Oberstleutnant André Wüstner.

Erste Tests der LUH SOF-Variante in der Sahel-Zone wurden bereits erfolgreich durchgeführt. Im März war DBwV-Bundesvorstandsmitglied Stabsfeldwebel Thomas Schwappacher mit dem Generalinspekteur, General Eberhard Zorn, zum Truppenbesuch in die Sahelzone gereist, wo man unter anderem die Übung „Black Dagger“ mit Beteiligung nigrischer und deutscher Spezialkräfte, Fallschirmjäger und des Hubschraubers H 145M begleitete. Das Feedback aus der Truppe war und ist bezüglich des Hubschraubers positiv. Entsprechend ist man mit Blick auf weitere Beschaffungsentscheidungen in freudiger Erwartung.

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