Oberstabsfeldwebel Heiko Stotz ist Vorsitzender Luftwaffe im DBwV-Bundesvorstand. Seine Stellvertreterin ist Hauptmann Maria Holz. Foto: DBwV/Yann Bombeke

Oberstabsfeldwebel Heiko Stotz ist Vorsitzender Luftwaffe im DBwV-Bundesvorstand. Seine Stellvertreterin ist Hauptmann Maria Holz. Foto: DBwV/Yann Bombeke

06.09.2026
Heiko Stotz

Team Luftwaffe: Verantwortung übernehmen – Zukunft gestalten

70 Jahre Luftwaffe und 70 Jahre Deutscher BundeswehrVerband – zwei Jubiläen, die in diesem Jahr Anlass zu Rückblick, Dank und zugleich zu einem klaren Blick nach vorn geben.

Im Namen des Vorstandes Luftwaffe gratuliere ich beiden Institutionen herzlich zu ihren Jubiläen. Die Luftwaffe steht seit sieben Jahrzehnten für Leistungsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und die Bereitschaft, Verantwortung für die Sicherheit unseres Landes und unserer Bündnispartner zu übernehmen. Der Deutsche BundeswehrVerband begleitet diesen Weg seit 70 Jahren als starke Interessenvertretung der Soldatinnen und Soldaten sowie der zivilen Beschäftigten.

Aus meiner Sicht als Vorsitzender Luftwaffe zeigt das vergangene Jahr eindrucksvoll, wie breit das Aufgabenspektrum unserer Luftstreitkräfte inzwischen geworden ist. Seit einem Jahr steht General Neumann an der Spitze der Luftwaffe. Seine Amtszeit ist geprägt von einer konsequenten Ausrichtung auf Einsatzbereitschaft, Bündnisfähigkeit und Weiterentwicklung der Luftwaffe. Dabei geht es nicht allein um neue Waffensysteme und moderne Fähigkeiten. Entscheidend sind die Menschen, die diese Systeme bedienen, warten, führen und im Einsatz zur Wirkung bringen. Eine leistungsfähige Luftwaffe braucht deshalb neben einer modernen Ausstattung vor allem ausreichend Personal, verlässliche Rahmenbedingungen und attraktive Dienstbedingungen.

Auch die zunehmende sicherheitspolitische Bedeutung des Indopazifiks wird für die Luftwaffe immer konkreter. Übungen und Verlegungen in den Indopazifik, insbesondere nach Australien, zeigen, dass Deutschland bereit und in der Lage ist, Verantwortung auch über die unmittelbare Bündnisverteidigung in Europa hinaus wahrzunehmen. Die Zusammenarbeit mit Partnern schafft Vertrauen, verbessert die Interoperabilität und stärkt unsere Fähigkeit, gemeinsam zu handeln. Gleichzeitig stellen solche weit entfernten Einsätze hohe Anforderungen an Personal, Material, Logistik und die Vereinbarkeit von Einsatzbereitschaft und Regeneration.

Auch in Europa bleibt die Luftwaffe dauerhaft gefordert. Die Flugabwehrraketentruppe leistet mit ihren Kräften in Polen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des NATO-Luftraums und zum Schutz kritischer Infrastruktur. Ebenso zeigt der Einsatz in der Türkei, dass die Fähigkeiten der Bundeswehr auch weiterhin im Rahmen der Bündnissolidarität gefragt sind. Gerade die Flugabwehr ist angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage von strategischer Bedeutung. Die Erfahrungen aus den Einsätzen müssen konsequent ausgewertet und in die weitere Ausstattung und Ausbildung der Truppe einbezogen werden.

Ein Bereich, der in der öffentlichen Wahrnehmung häufig weniger sichtbar ist, für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Luftverkehrs jedoch unverzichtbar bleibt, ist die Flugsicherung. Die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der Deutschen Flugsicherung in Langen steht beispielhaft für eine funktionierende zivil-militärische Kooperation. Dort wird täglich dafür Sorge getragen, dass militärische Erfordernisse und der zivile Luftverkehr miteinander in Einklang gebracht werden. Gerade in Zeiten zunehmender militärischer Flugbewegungen und eines wachsenden Ausbildungs- und Übungsbedarfs gewinnt diese Zusammenarbeit weiter an Bedeutung.

Die vergangenen zwölf Monate machen eines deutlich: Die Luftwaffe ist gefordert wie lange nicht. Übungen, Einsätze, internationale Kooperationen und die tägliche Auftragserfüllung verlangen den Angehörigen der Luftwaffe viel ab. Deshalb dürfen wir bei allen Diskussionen über Strukturen und Fähigkeiten die Menschen nicht aus dem Blick verlieren.

70 Jahre Luftwaffe sind auch 70 Jahre gelebte Verantwortung. Und 70 Jahre Deutscher BundeswehrVerband stehen für 70 Jahre Einsatz für diejenigen, die diese Verantwortung tragen. Beides gehört zusammen. Eine starke Bundeswehr braucht eine starke Interessenvertretung – und eine einsatzbereite Luftwaffe braucht Menschen, die sich auf ihre Führung, ihre Ausrüstung und ihre politischen Rahmenbedingungen verlassen können.

Mein Dank gilt daher allen Soldatinnen und Soldaten sowie den zivilen Beschäftigten der Luftwaffe für ihren täglichen Einsatz. Ihnen gebührt anlässlich dieses besonderen Jubiläums unser Respekt und unsere Anerkennung. Gleichzeitig gilt es, den Blick nach vorn zu richten: Die nächsten 70 Jahre werden neue Herausforderungen bringen. Unsere Aufgabe ist es, heute die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Luftwaffe auch künftig ihren Auftrag erfüllen kann – einsatzbereit, leistungsfähig und gemeinsam mit unseren Partnern.

Ihr/Euer Heiko Stotz

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