Zielgruppentagung des Unterstützungsbereichs
Stellungnahme des DBwV zum Bundesalimentationsgesetz
Beförderungsstopp für Feldwebel: Fragen über Fragen!
Schweriner Sicherheitsdialog: Künstliche Intelligenz zwischen Potenzial und Gefahr
Beförderungsstopp rechtmäßig – OVG Nordrhein-Westfalen bestätigt Organisationsspielraum des Dienstherrn, neue Beförderungsanträge ohne Aussicht auf Erfolg
Kabinettssitzung im Bendlerblock: Bundesregierung beschließt Reservestärkungsgesetz und Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz
„Wir.Frauen.DBwV“ – Gemeinsam Zukunft gestalten
Infektionen sind unmittelbarer Faktor militärischer Verwundbarkeit
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
SaZ-Onlinetreff: Rentenansprüche sichern – Nachversicherung, Aufstockung und Übergangsleistungen richtig nutzen
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Bundestag berät über die Bundeswehrbeteiligung an KFOR und EUFOR ALTHEA
Erinnerung an Andreas Heine und Christian Schlotterhose
Erinnerung an Alexander Schleiernick, Oleg Meiling und Martin Brunn
Berlin feiert die Veteranen
Sichtbares Zeichen des Gedenkens und der Wertschätzung
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Zur Tagung eingeladen hatte der Vorstand Unterstützungsbereich im Bundesvorstand mit Oberst i.G. Andreas Chacón Blazquez (l.) und Oberstabsfeldwebel Ronny Schlenzig (2.v.l.) gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fachbereichs Gesundheitsversorgung, Oberstabsfeldwebel Jürgen Kronschnabl (r.). Mit im Bild: der erste Referent der Tagung, Konteradmiral Axel Schulz. Foto: DBwV/Yann Bombeke
Fachlicher Austausch, klare Positionen und engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer
„Anpassung als Auftrag – Stabilität als Ziel“ – unter diesem Leitgedanken kamen Vertreterinnen und Vertreter aller Status- und Dienstgradgruppen des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr auf Einladung des Deutschen BundeswehrVerbandes vom 29. Juni bis 1. Juli 2026 in Berlin zur Zielgruppentagung zusammen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Dienststellen nutzten die drei Veranstaltungstage für einen intensiven fachlichen Austausch mit hochrangigen Gästen aus Bundeswehr, Ministerium, Politik und Verband.
Der Unterstützungsbereich – Rückgrat der Einsatzbereitschaft
Bereits zu Beginn der Tagung bestand Einigkeit darüber, dass der Unterstützungsbereich das unverzichtbare Fundament der Einsatz- und Durchhaltefähigkeit der Bundeswehr bildet. Die Angehörigen der politisch-strategischen Ebene im Bundesministerium der Verteidigung, des Operativen Führungskommandos, des Unterstützungskommandos mit seinen logistischen, technischen und organisatorischen Fähigkeiten sowie des Zentralen Sanitätsdienstes schaffen täglich die Voraussetzungen dafür, dass Streitkräfte ihren Auftrag erfüllen können. Deren Leistungsfähigkeit im Hintergrund ist zugleich entscheidend für den Erfolg aller im Einsatz.
Workshops entwickeln konkrete Handlungsempfehlungen
Im Mittelpunkt der Tagung standen vier Workshops zu den Themen Personal, Material, Infrastruktur sowie Schnittstellen und Organisation. Ziel war es, bestehende Engpassfaktoren zu identifizieren, Erfahrungen aus den Dienststellen zusammenzuführen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die zukünftige verbandspolitische Arbeit abzuleiten.
Die Diskussionen waren geprägt von hoher Sachkunde, praktischer Erfahrung und dem gemeinsamen Anspruch, nicht bei der Problembeschreibung stehen zu bleiben, sondern realistische Lösungsansätze zu entwickeln.
Offener Dialog mit hochrangigen Referenten
Die eingeladenen Referentinnen und Referenten stellten sich einem ebenso offenen wie anspruchsvollen Dialog. Die Delegierten nutzten die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen kritisch zu hinterfragen, eigene Erfahrungen einzubringen und konkrete Auswirkungen ministerieller Entscheidungen auf den Alltag der Angehörigen des Unterstützungsbereichs zu erläutern. Die fachlich fundierten und teilweise sehr detaillierten Fragen forderten alle Referierenden gleichermaßen und führten zu intensiven Diskussionen auf Augenhöhe.
Besonders intensiv wurde mit dem stellvertretenden Hauptabteilungsleiter Aufwuchs im Bundesministerium der Verteidigung, Konteradmiral Axel Schulz, über die Folgen des angeordneten Beförderungs- und Ordnungshalts im Zusammenhang mit den Mindestdienstzeiten der Unteroffiziere mit Portepee diskutiert. Deutlich wurde dabei, dass Verlässlichkeit, Planbarkeit und Wertschätzung entscheidende Voraussetzungen für Motivation, Personalbindung und langfristige Einsatzbereitschaft sind.
Politik im direkten Austausch
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Deutschen Bundestages. Im Gespräch mit der Referentin der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrike Fleischer, wurden aktuelle verteidigungs- und sicherheitspolitische Entwicklungen sowie die Modernisierung der Bundeswehr erörtert. Auch hierbei nutzten die Delegierten die Gelegenheit, Fragen zur Materiallage, zu Infrastrukturmaßnahmen, zu bürokratischen Hemmnissen und zu den Auswirkungen politischer Entscheidungen auf den Unterstützungsbereich unmittelbar anzusprechen.
Innere Führung bleibt Kompass der Bundeswehr
Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt war der Vortrag des Kommandeurs des Zentrums Innere Führung, Generalmajor Ansgar Meyer, zum Thema „Innere Führung heute – Vertrauen und Orientierung für morgen?“. Seine Ausführungen machten deutlich, dass die Innere Führung gerade in einer Zeit tiefgreifender sicherheitspolitischer Veränderungen nichts an Aktualität verloren hat. Sie bleibt das tragende Führungsverständnis der Bundeswehr und die Grundlage für verantwortungsvolles Handeln, Auftragstaktik und den Zusammenhalt in den Streitkräften.
In der anschließenden Diskussion wurde der historische Bogen zur Himmeroder Denkschrift von 1950 und zu den Lehren aus den beiden Weltkriegen geschlagen. Die Delegierten waren sich einig, dass das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform unverändert Orientierung gibt und Vertrauen schafft. Gerade in Zeiten des personellen Aufwuchses, der Landes- und Bündnisverteidigung sowie umfassender Transformationen bilden Innere Führung, glaubwürdige Führungskultur und gegenseitiger Respekt die unverzichtbare Grundlage für Motivation, Bindung und Einsatzbereitschaft.
Hohe Beteiligung prägt die Tagung
Die Erwartungen der Verantwortlichen der Säule Unterstützungsbereich des Deutschen BundeswehrVerbandes, Oberstabsfeldwebel Ronny Schlenzig und Oberst i.G. Andreas Chacón Blazquez, sowie des Fachbereichs Gesundheitsversorgung, vertreten durch den Vorsitzenden Oberstabsfeldwebel Jürgen Kronschnabl, wurden insgesamt sogar übertroffen. Das abwechslungsreiche und praxisorientierte Programm mit hochaktuellen Themen, hochrangigen Referenten, lebhaften Diskussionsrunden, einer interaktiven Workshopphase sowie dem Besuch des Deutschen Bundestages fand bei allen Teilnehmenden großen Zuspruch.
Besonders beeindruckte das außergewöhnlich hohe Engagement der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie brachten ihre Erfahrungen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Unterstützungsbereichs aktiv ein, stellten den Referentinnen und Referenten fachlich anspruchsvolle, teilweise kritische Fragen und bereicherten die Diskussionen mit zahlreichen praxisnahen Beispielen. Dadurch entwickelte sich die Zielgruppentagung zu einem offenen, konstruktiven und lösungsorientierten Dialog, der von gegenseitigem Respekt, hoher Fachkompetenz und dem gemeinsamen Willen geprägt war, konkrete Impulse für die zukünftige Arbeit des Deutschen BundeswehrVerbandes und die Weiterentwicklung des Unterstützungsbereichs zu erarbeiten.
Die während der Tagung erarbeiteten Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen werden nun in die weitere verbandspolitische Arbeit der Säule Unterstützungsbereich einfließen. Die nächste Zielgruppentagung ist bereits für Januar 2027 vorgesehen.
Fazit
Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr entscheidet sich nicht allein in den kämpfenden Truppen. Sie beginnt dort, wo Personal, Material, Infrastruktur und Führung zuverlässig ineinandergreifen. Der Unterstützungsbereich leistet hierzu täglich einen unverzichtbaren Beitrag – leistungsfähig im Hintergrund und entscheidend im Einsatz.
Die Zielgruppentagung hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Deutsche BundeswehrVerband hierfür die richtige Plattform bietet: für offenen Dialog, fachlich anspruchsvollen Austausch, engagierte Mitwirkung und die gemeinsame Entwicklung tragfähiger Lösungen. Gerade das außergewöhnliche Engagement aller Teilnehmenden machte die Veranstaltung zu einem wichtigen Impulsgeber für die zukünftige verbandspolitische Arbeit im Unterstützungsbereich.
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