70 Jahre DBwV – Die Erfolgsgeschichte geht weiter
Ein Abend im Zeichen des Jubiläums
Klartext in spannenden Zeiten
Zielgruppentagung des Unterstützungsbereichs
Das Leben der anderen
„Last Call!“ – Der letzte Bundeswehr-Einsatz in Kabul
Kampfschwimmer – der Kern der Spezialkräfte der Marine
Gefahr im Anflug: Warum Deutschland bei der Drohnenabwehr hinterherhinkt
Leistungen im Soldatenentschädigungsgesetz werden angepasst
Brücke in die Zukunft: Die Tagung für Soldaten auf Zeit
Vom Dienstherrn zum Arbeitgeber: Wie Soldaten im Justizvollzug eine neue Zukunft finden
SaZ-Onlinetreff: Rentenansprüche sichern – Nachversicherung, Aufstockung und Übergangsleistungen richtig nutzen
Mandat ein letztes Mal verlängert: Bundeswehreinsatz UNIFIL im Libanon
EUFOR Althea und KFOR: Bundestag stimmt für Verlängerung
Bundestag berät über letztmalige Verlängerung des Bundeswehreinsatzes im Libanon
Bundestag berät über die Bundeswehrbeteiligung an KFOR und EUFOR ALTHEA
Erinnerung an Hauptfeldwebel Mischa Meier
Marsch zum Gedenken endet in der Gluthitze Berlins
Startschuss für den Marsch zum Gedenken 2026
Erinnerung an Andreas Heine und Christian Schlotterhose
Resolution der 22. Hauptversammlung: DBwV fordert ein Artikelgesetz Aufwuchs und die Einführung einer Wehrpflicht
Europa und Ehrungen stehen im Mittelpunkt
Die 22. Hauptversammlung: Das sagen die Delegierten
Überwältigende Mehrheit für Oberst André Wüstner
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) im Gespräch mit Soldaten bei einem Besuch des deutschen Kontingents in Jordanien. Die Politikerin ist seit Juli 2019 im Amt. Foto: Bundeswehr/Jana Neumann
In diesen Tagen wird die Bundeswehr 65 Jahre alt. In einem Gastbeitrag für unser Verbandsmagazin „Die Bundeswehr“ spricht Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer über die Anfänge der Bundeswehr, Innere Führung und die Herausforderungen der heutigen Zeit für die Truppe.
Am 12. November 1955 ernannte der damalige Bundesminister für Verteidigung Theodor Blank in der Bonner Ermekeil-Kaserne die ersten 101 Soldaten der neu geschaffenen westdeutschen Streitkräfte. Dieser Tag gilt seither als Geburtsstunde der Bundeswehr.
Die Bundeswehr war ein wichtiger Baustein der Verteidigung des Westens im Kalten Krieg. Ihre Gründung war ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur staatlichen Souveränität der jungen Bundesrepublik Deutschland. Das Wesen der neuen Streitkräfte sollte auch dem Wesen des demokratischen Deutschlands entsprechen.
Bereits 1950 stellte ein Treffen in den abgelegenen Wäldern der Eifel im Kloster Himmerod dafür entscheidende Weichen. Die dort formulierten Kerngedanken über das „innere Gefüge“ wurden für die künftige Bundeswehr maßgebend und prägend. In der Himmeroder Denkschrift wurde festgehalten: es gelte „ohne Anlehnung an die Formen der alten Wehrmacht […] grundlegend Neues zu schaffen“.
In bewusster Abgrenzung von der Wehrmacht und anderen Vorgängerarmeen wurde die Bundeswehr parlamentarischer Kontrolle unterworfen, ihre neu konzipierte „Innere Führung“ basierte auf klaren, einklagbaren rechtlichen Grundlagen, Soldaten wurden ausdrücklich als mündige „Staatsbürger in Uniform“ betrachtet. Die Angehörigen der Bundeswehr sollten von Beginn beides sein: leistungsfähige Soldaten und freie Staatsbürger. Diesem doppelten Anspruch von demokratischer Gesinnung und militärischer Tüchtigkeit zu folgen und ihn auch einzulösen, ist seit 65 Jahren die besondere historische Leistung unserer Bundeswehr.
In ihrer Geschichte hat die Bundeswehr manche Krisen und Brüche erlebt und mitunter auch Anlass für berechtigte Kritik geboten. Sie hat aber auch Besonderes für unser Land geleistet: Die Bundeswehr war im Kalten Krieg eine verlässliche Stütze für die Verteidigung im nordatlantischen Bündnis. Als Armee der Einheit bewältigten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gemeinsam mit den Angehörigen der Nationalen Volksarmee der DDR die enorme Aufgabe, die NVA zu übernehmen und aufzulösen. Feinde wurden Kameraden und Freunde, die Bundeswehr wurde zu einem Motor der Einheit.
Seit den 90er Jahren wird die Bundeswehr auch außerhalb des Bündnisgebiets eingesetzt, von den Luftoperationen im Balkan bis zu den intensiven Gefechten in Afghanistan und den heutigen Ausbildungsmissionen von Mali bis Irak. In Naturkatastrophen leisteten die Soldaten und später auch Soldatinnen der Bundeswehr Außerordentliches, von der Sturmflut in Norddeutschland 1962 über das Oderhochwasser 1997 bis hin zu den Hilfsleistungen bei der Corona-Pandemie in diesem Jahr.
Die Bundeswehr hat sich in den vergangenen Jahrzehnten voll und ganz bewährt – und mit ihr das Konzept der „Inneren Führung“. Das Versprechen ihrer Gründungsväter wurde eingelöst. Soldatische Tugenden wie Tapferkeit, Kameradschaft und Treue sind in der Bundeswehr fest an demokratische Werte und an die offene Gesellschaft gebunden. Soldatsein und mündiger Staatsbürger sein ist kein Widerspruch.
Die Geschichte unserer Bundeswehr kann uns auch Zuversicht geben für die Herausforderungen, denen wir heute gegenüberstehen. In den Einsätzen, in der Landes- und Bündnisverteidigung, zu Lande, zur See und in der Luft ebenso wie im Cyber- und Weltraum: Deutschland kann sich auf seine Bundeswehr, auf seine Soldatinnen und Soldaten verlassen.
Wir Deutschen haben zu keiner Zeit unserer Geschichte in einem freieren Land gelebt. Und wir hatten niemals erfolgreichere und vertrauenswürdigere Streitkräfte. Darauf können wir am 65. Geburtstag unserer Bundeswehr stolz sein.
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